Vorratsdatenspeicherung: Datenschutzrat weiter nicht zufrieden

14. Dezember 2009 15:52
  • Artikelbild

Novelle des Infrastrukturministerium muss noch diskutiert werden

Der beim Bundeskanzleramt eingerichtete Datenschutzrat ist mit dem kürzlich in Begutachtung geschickten Gesetzesentwurf zur Vorratsdatenspeicherung weiter nicht zufrieden. Die Novelle des Infrastrukturministeriums müsse noch gemeinsam mit den dafür notwendigen Änderungen der Strafprozessordnung und des Sicherheitspolizeigesetzes diskutiert werden, hieß es in einer Aussendung nach der Sitzung am Montag.

"Höchst sensible Grundrechtsmaterie"

Bei der Vorratsdatenspeicherung - geplant ist eine Speicherung von Telekommunikationsdaten über sechs Monate - handle es sich um eine "höchst sensible Grundrechtsmaterie", warnt der Vorsitzende des Datenschutzrats, Johann Maier. Die Maßnahme stelle eine "anlasslose, verdachtsunabhängige und undifferenzierte Speicherung des Telekommunikationsverhaltens der Gesamtbevölkerung" dar, die als "unverhältnismäßige Maßnahme einzustufen und mit der Europäischen Menschenrechtskonvention unvereinbar sei".

Wünsche

Da noch keine konkreten Vorstellungen und Wünsche der ebenfalls zuständigen Ministerien für Justiz und Inneres vorliegen würden, will der Datenschutzrat erst Mitte Jänner eine endgültige Stellungnahme zum Gesetzesentwurf beraten und beschließen. FPÖ-Konsumentensprecher Gerhard Deimek forderte Infrastrukturministerin Doris Bures zudem auf, die EU-Richtlinie zur Vorratsspeicherung bis auf weiteres nicht umzusetzen, da in Rumänien das Verfassungsgericht die Umsetzung verboten habe, in Deutschland könnte am Dienstag ein ähnliches Urteil gefällt werden. (APA)

 

Trevor Goodchild
15.12.2009 12:13
So ist es...

...auch wenn man nichts zu verbergen hat, hat man Recht auf Privatsphäre!!!
Zudem verursacht diese Vorratsdatenspeicherung unglaubliche Kosten für die benötigte Hard und Software, Missbrauch ist von vornherein warscheinlich!

Zusätzlich sollte Unternehmen wie GOOGLE genau auf die Finger geschaut werden, und auch festgelegt werden was die speichern dürfen (Internetnutzung, Surfverhalten) sowie die Rechtmässigkeit von Streetview überprüft werden!

Lars Jonka
15.12.2009 11:29
ES SIND STASI-METHODEN !

"anlasslose, verdachtsunabhängige und undifferenzierte Speicherung des Telekommunikationsverhaltens der Gesamtbevölkerung"

Das ist Bespitzelung unbescholtener Staatsbürger und Steuerzahler. Schlimmer als die UDSSR/DDR.
Noch unfaßbarer ist die Weitergabe aller unserer Kontobewegungen an US-Behörden, also fremdländische Behörden zur Auswertung !

STASI 2.0 NEIN DANKE
ABWÄHLEN, DAS ÜBERWACHUNGSG€SIND€L !

ü-strichal
15.12.2009 07:47

http://www.heise.de/newsticke... 84970.html

das könnte interessant werden heute ...
aber irgendwie glaub ich nicht so ganz daran, dass sie diese demokratiefeindliche generalverdächtigung kippen werden ...

Jo Boe
14.12.2009 18:55

Die Maßnahme stelle eine "anlasslose, verdachtsunabhängige und undifferenzierte Speicherung des Telekommunikationsverhaltens der Gesamtbevölkerung" dar, die als "unverhältnismäßige Maßnahme einzustufen und mit der Europäischen Menschenrechtskonvention unvereinbar sei"

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Aber solange ein Thema medial stiefmütterlich behandelt wird, kann man offensichtlich auch menschenrechtswidrige Gesetze ohne Probleme umsetzen.
Hauptsache wir diskutieren breit und lang ob in der Schule ein Kreuz hängt oder nicht, was genau 0 Einfluss auf das Leben von irgendjemanden hat. Eine einzige Bauernfängerei diese Politik, oder wie man bei uns traurigerweise sagen könnte, zielgruppenorientiert.

Thomas Zehetbauer
 
14.12.2009 18:39
Die Piratenpartei Österreichs

fordert schon seit einiger Zeit die nicht-Umsetzung dieser Richtlinie. Siehe http://bit.ly/6DrhbY

Andreas Grois
15.12.2009 08:49

Das ist ja schön und gut, nur so lange die Piratenpartei nicht endlich einmal bei einer Wahl antritt, wird sie wohl von den "etablierten" Parteien einfach ignoriert werden.

Peter Gay-Heim
15.12.2009 19:21

Solange die Piratenpartei nicht vom Volk unterstützt wird, wird sie wohl auch nicht antreten dürfen. - Versucht hätten sie's ja schon...

Kaiser Schmarren
14.12.2009 17:20

wow, zum ersten mal das ich so einem fpö-heini zustimme........

ArnoNimm
15.12.2009 10:10
Danke

mehr noch hier:
Energiepreise: http://www.ots.at/presseaus... ie-buerger

Unis: http://www.ots.at/presseaus... er-bildung

btw: Auf welcher Uni (inl. WU) gibts eine Kostenrechnung, um beispielsweise herauszufinden, was ein Studienplatz kostet? Auf KEINER! Gute Nacht Österreich.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.