Ostern und Weihnachten für ÖSV

14. Dezember 2009, 16:38
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Der heimische Skiverband räumte in Val-d'Isere mit sechs Stockerlplätzen in drei Rennen gewaltig ab - Schweizer Team um Carlo Janka arg gebeutelt

Val d'Isere - Drei Siege in drei Rennen, insgesamt sechs Stockerlplätze, die Rückeroberung der Führung in der Mannschaftswertung sowie jene im Gesamt-, Riesentorlauf-, und Kombinationsweltcup. Die alpinen Ski-Weltcuprennen der Herren in Val d'Isere haben dem österreichischen Team Traumergebnisse gebracht. Vor Weihnachten wird nun noch im Grödner Tal (Abfahrt und Super-G) sowie Alta Badia (Riesentorlauf und Slalom) gefahren.

Die Sieger haben von Freitag bis Sonntag viele Gesichter gehabt. Zum einen natürlich Benjamin Raich, der nach dem Kombi-Erfolg auch im Riesentorlauf als Dritter auf das Podest kam und in allen drei Weltcup-Wertungen nun die Leader-Position einnimmt. Aber auch Speed-Pilot Michael Walchhofer, der seine technischen Fähigkeiten auf der "Face Bellevarde" auspackte und überraschend den Super-G gewann. Und natürlich Marcel Hirscher, der sich mit dem Riesentorlauf-Triumph erstmals in die Siegerlisten einschrieb.

Der größte Verlierer war der Schweizer Carlo Janka, der nach dem Hattrick in Beaver Creek drei Ausfälle verkraften musste. Überhaupt wurde das Schweizer Team arg gebeutelt, zudem hatte sich Didier Cuche durch einen Trainingssturz am Donnerstag verletzt und musste als frisch gekürter "Schweizer Sportler des Jahres" den Riesentorlauf auslassen. "Das Imperium hat zurückgeschlagen", sagten eidgenössische Journalisten über die rot-weit-rote Machtdemonstration in Savoyen. "Abgerechnet wird am Ende der Saison und nicht nach ein paar Rennen", meinte dazu ÖSV-Alpindirektor Hans Pum.

Raich, der die Abfahrt in Gröden auslässt und vor Weihnachten damit noch einen Super-G, Riesentorlauf und Slalom bestreitet, hatte nach den schwierigen Übersee-Wochen stets zur Ruhe gemahnt. "Wir wussten, dass wir zurückkommen. Aber man weiß nie, wie lange es dauert. Ich denke, es ist wichtig, ruhigzubleiben. Wir wussten, wir hatten gut trainiert. Wir haben alles getan, was wir tun konnten, das ist das Wichtige. Wenn du Zeit hast und keinen Stress, dann funktioniert es auch."

Es sei aber ein ganz wichtiges Wochenende für die ganze Mannschaft für die ganze Saison gewesen, fügte Pum hinzu und hob hervor, wie gut sich die so junge Riesentorlauf-Mannschaft geschlagen hatte. "Viele haben geglaubt, dass nur der Benni im Riesen fahren kann. Jetzt haben wir eine sehr starke Mannschaftsleistung. Und überhaupt in allen Disziplinen - das ist das Schöne und Erfreuliche. Aber wir müssen jetzt am Boden bleiben."

Im Kreis der jungen RTL-Truppe fühlte sich auch Hirscher wohl. "Alles Leute, mit denen ich Skifahren gelernt habe. Das war irgendwie lässig. Ich habe nichts gegen ältere Kollegen, sie behandeln mich verdammt gut, es hat noch nie wer was Blödes gesagt, aber die Interessen sind halt verschieden. Klar, dass man sich mit einem, der nur fünf Jahre älter ist, besser verstehen kann als mit einem, der zehn, zwölf Jahre älter ist", meinte der 20-jährige Hirscher.

Romed Baumann und Philipp Schörghofer, die auf die Ränge sechs und sieben kamen, sind 23 bzw. 26 Jahre, Christoph Nösig 24. Nicht in die Wertung kamen Hannes Reichelt (29 Jahre), Björn Sieber (20), Bernhard Graf (21) und Michael Zach (23). Mit dem 31-jährigen Team-Oldie Raich macht das einen Altersdurchschnitt von 24,1 Jahre. (APA)

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    Marcel Hirscher übt sich im Champagner-Sprühen.

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