Berliner bleiben in Salzburg

14. Dezember 2009, 14:08
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Die Berliner Philharmoniker werden Salzburg treu bleiben - Öffentliche Hand bietet Ausfallshaftung an

Berlin - Es bleibt alles beim Alten, und alle sind erleichtert: Die Berliner Philharmoniker haben bei einer montägigen Orchestervollversammlung dafür gestimmt, bei den Salzburger Osterfestspielen zu bleiben und nicht nach Baden-Baden zu gehen, das den Berlinern ein lukratives Angebot unterbreitet hatte. Konkret: Das Orchester wird auch nach 2012 Opern und Konzerte in Salzburg präsentieren, wobei das Festival an "die Anforderungen des 21. Jahrhunderts angepasst" werden soll.

Der Entscheidung für Salzburg hat wohl die Bereitschaft von Stadt, Land und Fremdenverkehrsförderungsfonds nachgeholfen, sich finanziell zu bewegen. So bietet Salzburg den Osterfestspielen und dem Orchester eine Million Euro Ausfallshaftung ab 2012. Seit 2000 gab es für die Osterfestspiele Subventionen in Höhe von 450.000 Euro. Im Gegenzug würde es, so Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden, auch strukturelle Änderungen geben.

Er fordert ein Kuratorium, "ähnlich wie bei den Sommerfestspielen. In diesem Kuratorium müssen die Geldgeber natürlich nicht bei künstlerischen, aber bei wirtschaftlichen und personellen Angelegenheiten mitzureden haben. Da haben die Berliner Philharmoniker ihr Einverständnis bereits zugesichert" , so Schaden. Auch bei den Eintrittskarten wird es eine Bewegung nach unten geben: Die Karten für den zweiten Durchgang von Konzerten und Oper werden laut Schaden um 30 Prozent billiger. Zudem sollen Generalproben gratis sein und spezielle Angebote für die Jugend ausgearbeitet werden.

Auch Sir Simon Rattle, der künstlerische Leiter der Berliner Philharmoniker und der Osterfestspiele Salzburg, freut sich: "Fünf vor zwölf konnte eine Lösung für die Osterfestspiele gefunden werden. Der politische Wille zur weiteren Zusammenarbeit existiert. Wir können nun gemeinsam den Prozess der Restrukturierung und Erneuerung dieses großartigen Festivals angehen." Dazu gehört allerdings nicht, bei den Sommerfestspielen die österliche Opernproduktion wieder zu spielen. Diesen Plan von Salzburg-Intendant Alexander Pereira haben die Berliner abgelehnt. (toš, APA, DER STANDARD/Printausgabe 15.12.2009)

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