Sturm Graz, der ewige Ausbildungsverein

Simon Hirt, 14. Dezember 2009, 14:04
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    foto: apa/plankenauer

    Die Fratze des "Transfergespensts" hat ein Abo in Graz.

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    Wie lange kann Sturm Beichler noch in Graz halten.

In Graz wird Fußballspielen gelernt. Erfolge werden woanders gefeiert und Ausbilder Sturm stagniert

Frisch, saftig, steirisch, das ist der SK Sturm. Die Grazer haben sich am österreichischen Fußballmarkt als der Ausbildungsverein schlecht hin positioniert. Das steirische Werkel produziert mit verlässlicher Kontinuität Fußballtalente. Wenn die Kicker reif sind, werden sie dankend von Liga und Ausland gepflückt und weiterverwertet. Was den Grazern bleibt, ist das Lob der Konkurrenz, selten fette Euro-Beute und sportliche Stagnation.

Sturm stagniert

Der Fußball-Meister wird kein Grazer sein. Nach dem 2:2-Unentschieden gegen die Wiener Austria fehlen Sturm elf Punkte auf Leader Rapid. Nach 19 von 36 Bundesliga-Runden ist der Rückstand der Grazer damit bereits zu groß, um nach der Winterpause um den Titel mitspielen zu können. Zusätzlich war die Rückrunde der letzten Jahre kein Sturm-Fan. In der Saison 2007/08 standen die Grazer nach 22 Runden noch als Tabellenführer da und in der abgelaufenen Saison immerhin noch an der zweiten Stelle. Am Ende reichte es beide Male nur für Rang vier. "Wir können in Österreich nicht mit den Top-Mannschaften um den Titel spielen", resigniert Sturm Trainer Franco Foda.

Ausbilder auf Lebenszeit

Wird der Sturm-Trainer zu Wechselgerüchten befragt, meist sind die Interessenten deutsche Krisenherde, fällt die Antwort immer brav aus. "Ich spreche nicht über mögliche Trainerjobs", hat sich der Deutsche als Standard-Statement zurechtgelegt und beendet die Spekulationen meist mit, "Mein Vertrag bei Sturm Graz läuft noch bis 2012." So entschieden die Aussagen des Grazer Trainers auch sind, verbirgt sich in seinen Nebensätzen häufig zurückhaltender Frust. "Sturm ist ein Ausbildungsverein. In Graz haben wir einfach nicht die Mittel, die Salzburg, Rapid und Austria zur Verfügung stehen." Das Transferverhalten seiner Talente löst bei dem 43-Jährigen klare Worte aus: "Manchen jungen Spielern fehlt die Geduld, viele von ihnen gehen leider zu früh weg."

Präzedenzfall Daniel Beichler

Daniel Beichler verkörpert die Grazer Fußballschule. Der 21-jährige Teamkicker hat das Fußballspielen bei den „Blackies" gelernt und wo Sturm-Schule draufsteht, steckt Qualität drin. Mit seinen jüngsten Leistungen hat Beichler auf sich aufmerksam gemacht. Der schwarz-weißen "Melkkuh" droht erneut ein Aderlass, sollte der Offensiv-Spieler der Grazer Ausbildungsstätte entwachsen. Noch verhält sich auch er Sturm-konform: "Ich will mit den Gerüchten über meinen Wechsel nach Salzburg aufräumen. Da ist nix dran, es hat keine Gespräche gegeben und bei Sturm bin ich sehr glücklich." Dass Beichlers Vertrag mit der laufenden Saison zu Ende geht, müssen sich die Grazer selbst vorwerfen. Es wäre nicht das erste Mal, dass die ausgebildete "Sturm-Brut" frühzeitig der Mur-Metropole entrinnt. In der Grazer Ausbildungsspirale spielt Sturm den "Hackler-Part", gefeiert wird woanders. (sh, derStandard.at, 14.12.2009)

Kommentar posten
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J.Iber
00
15.12.2009, 20:46
Die Jungen sollten sich überlegen was es heißt,...

...dass ein Verein ihn haben will weil er billig ist oder was es bedeutet das ihn ein Verein will weil er gut ist bzw. dort gebraucht wird.
Meines Erachtens sollten die Spieler primär danach trachten, dass sie nicht zur billig Ware (Ablösefrei und dergleichen) verkommen.
Ein teurer Spieler wird geholt wenn er benötigtund eingesetzt wird, ein billiger kann auch in der B-Mannschaft Erfahrung sammeln.
Beispielsweise Prödl, er ist zwar kein Supertalent aber er wird in Bremen regelmäßig eingesetzt wenn er auch kein absoluter Stammspieler ist kommt er dennoch zu seinen Spielen und er hat was gekostet und wird daher auch gepflegt.

mfg

jerrycantrell
00
15.12.2009, 19:43

der "ewige" ausbildungsverein...naja

sie haben einen leitgeb gehabt, dann einen salmutter, einen stankovic und säumel, und jetzt jantscher u beichler

ersterer ruiniert sich in fuschl kontinuierlich charakter sowie CL-ambitionen, zweiter scheitert schon auf nationalem niveau kläglich. die nächsten beiden versauer in der serie b auf der bank, und die letzten beiden haben zwar talent aber flirten mir schon wieder viel zu heftig mit karrieregrab rbs

das letzte grazer talent aus dem wirklich was wordn is, heißt mario haas

subfraut
00
13.1.2010, 03:26
Neben den bereits genannten...

... erinnere ich daran, dass auch Vastic, Reinmayr, Haas, Neukirchner, Feldhofer, Prilasnig, Mählich, Hiden, Schopp, also die Stützen der 90er-Mannschaft bis hin zu den CL-Erfolgen in den 0er Jahren bei Sturm groß geworden sind...

Kris99
00
16.12.2009, 23:12
Prödl würde mir da spontan noch einfallen...

und noch ein paar andere.

ja-nein-weiß-nicht-hab-angst
00
11.1.2010, 21:53

krammer, gercaliu, ertl,...

peter schmidt
 
11
15.12.2009, 16:13
naja der fussballfan an sich ist eben etwas ungeduldig.

Sooooo lange ist es noch nicht her, dass in Graz das Geld abgeschafft wurde und aus allen möglichen und unmöglichen Ländern SPieler gekauft wurden.

Für einen Klub aus einer 250.000 Einwoher Stadt ohne besonders dominierende und solvente Großfirma ist es nicht realistisch in der Champions League zu spielen.

Man kann eben in der Meisterschaft spielen und mit etwas Glück und einem Lauf in der Euro-league mitspielen und vielleich tuach mal einen erfolg haben. und wenn mal der ganz große lauf samt den damit verbunden einnahmen kommt..(aber das ist schon ein bisschen träumerei)

Es ikst ja auch nicht so das augsburg, lübeck magdeburg oder pecs, miskolc oder utrecht (um mal städte ähnlicher größenordnung ständig teams haben die vorne mitspielen

Schweden Krokodil
04
15.12.2009, 11:36

Is eh sehr positiv, was bei Sturm weitergeht. zB EL-Teilnahme, oder Fans. Muratovic ist halt so wie Bazina einer, der ein einziges Jahr super ist und dann launische, alternde Diva. Ein großer Fehler war allerdings, Stankovic ziehen zu lassen - der hat ja als Junger schon enorm viele Tore vorbereitet. Dafür konnte man den Foda halten.

Wichtig wäre, daß die anderen Traditionsklubs mit großem Regionspotential, LASK und Wacker Innsbruck, wieder ähnlich stark werden.

Also: Weiter so!

JohnP
00
15.12.2009, 14:26

stankovic hat viele chancen vernebelt, also goalgetter war er meines erachtens keiner.

er hat sich aber auch viele chancen erarbeiten, d.h. bewegt hat er sich sehr gut.

juri chebesta
01
15.12.2009, 11:42

stankovic wollte gehen...was willst da machen?

Mr_Size
 
01
15.12.2009, 11:24
sturm

erinnert mich, ohne jetzt jemanden nahetreten zu wollen, in letzter Zeit ein wenig an Werder Bremen. Ohne dem riesigen Budget bauen sie Talente auf, und verkaufen sie; sind am Boden geblieben und trotzdem erfolgreich. Sturm steht an einem Scheidepunkt. Talente behalten und versuchen oben mitzuspielen und so zu Geld zu kommen. Oder Talente verkaufen, um so flüssig zu sein. So oder so, viel Glück ;-)

alte frau
132
15.12.2009, 11:21

niemand mag sturm graz.

daNinooo
01
15.12.2009, 15:02

jeder hasst modschgernde alte frauen.

Christ Kind
01
15.12.2009, 13:41
es kann

einfach keiner die alte Frau leiden.

devianz
07
15.12.2009, 13:31

sie haben recht, ganz österreich liebt sturm graz, sogar ein niemand mag sturm graz!

alte frau
10
15.12.2009, 15:20

wenn es stimmt, dass du sturm graz magst, stimmt es, dass du ein niemand bist.

kernoeljunkie
00
16.12.2009, 08:00

nein, dass bedeutet nur, dass sogar DU sturm graz liebst. danke dafür.

J6s
03
16.12.2009, 00:08

*mimimimi*

Ouro Prêto
01
15.12.2009, 09:33
das problem bei Sturms Rückrunden ist ja

daß einige Spieler monatelang taktieren und verhandeln, um dann im Sommer doch wegzugehen. Und in der Zeit haben genau diese Spieler in den vergangenen Saisonen nie ihr Level von der Herbstrunde halten können:

d.h. die Leistung im Frühjahr für den Verein nicht erbringen, Top3-Platz damit unmöglich und zu Saisonende gehens weg auch noch ohne große Ablöse.

Der Unterschied liegt offensichtlich im verfügbaren Budget, ohne hat man nun mal "á la long" eine miese Verhandlungsposition. Da sind Rapid, Austria und Salzburg eindeutig besser politisch vernetzt und nachhaltiger aufgestellt.

uniiii
00
15.12.2009, 09:04
beichler hat vertrag bis ende der saison...

der verein hat die option um ein jahr zu verlängern. beichler kann 2010 nicht ablösefrei gehen.

http://www.sturm12.at/vertragssituation/

SagServus
01
15.12.2009, 09:14

Die Ablösesummen bei Beichler und Jantscher sind aber nur geringfügig höher als die Ausbildungsentschädigung.

Philipp B.
21
15.12.2009, 09:03
bitte nicht

vergessen, dass der verein, wie viele andere auch, jahrelang über seinen verhältnissen gelebt hat und nun sparen muss.

warum sollte in 5-10 jahren nicht ein budget aufzustellen sein, vergleichbar mit jenem von rapid oder austria? dann muss auch sturm nicht unbedingt jeden leistungsträger ziehen lassen.

gwg

Shanajio
00
15.12.2009, 11:23

Und wo soll das dann herkommen?

God_of_the_Wind
01
15.12.2009, 12:02

in die CL is man ja auch nicht grad mit internationalen superstars gekommen

noch einmal ähnliches schaffen ohne dicken hannes der die kohle verschleudert und sturm is wieder große am österr. fußballhorizont

thedarkknight
41
15.12.2009, 08:06

Ich finds allerdings auch ein bisschen merkwürdig, dass man Sturm als Ausbildungsverein in einem eher negativen Licht darstellt. Während Rapid nichts anderes ist als eben auch ein Ausbildungsverein. Doch da wird gejubelt wenn man einen Korkmaz, Hoffer etc. gewinnbringend verkauft. Für Beichler, Jantscher, Hölzl und Co. kann es jedoch nur eines heißen: Ab ins Ausland! Salzburg zahlt vielleicht mehr. Sportlich wie Menschlich entwickelt man sich jedoch nur im Ausland weiter.

baby schimmellos
00
16.12.2009, 12:30

"Sportlich wie Menschlich entwickelt man sich jedoch nur im Ausland weiter."

Da Jimmy Hoffa beispielsweise lernt jetzt neben seinem Mundl-Deutsch auch noch Italienisch. So viel zur persönlichen Entwicklung.

Dieses "um-jeden-Preis-ins-Ausland" Geplapper kann ich nicht nachvollziehen.

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