Jüngster Bachelor wird jüngster Diplomingenieur

14. Dezember 2009 13:34

Der 17-jährige Marian Kogler absolvierte Studium in 300 Tagen - Bereits mit Doktoratsprogramm begonnen - Verständnis für Studentenproteste

Wien - Mit 15 Jahren Maturant, mit 16 Bachelor für "Software & Information Engineering", mit 17 Diplomingenieur für "Computational Intelligence" der Technischen Universität (TU) Wien - Der Wiener Marian Kogler, im vergangenen Jahr jüngster Bachelor-Absolvent Österreichs, kann sich nun auch mit dem Titel jüngster Diplomingenieurs des Landes schmücken. Schon mit diesem Semester hat er sein Doktoratsstudium Informatik begonnen, damit werde er aber "sicher nicht in einem halben Jahr fertig sein", so Kogler am Montag bei einer Pressekonferenz.

300 Tage - "teilweise stressig"

Nur 300 Tage hat Kogler für sein Masterstudium benötigt, es sei "auf jeden Fall interessant, aber teilweise stressig gewesen, vor allem gegen Ende". Um sein Studium im Rahmen der PhD School of Informatics der TU mit 1. Oktober beginnen zu können, habe er sich beeilen müssen. Vorerst will Kogler weiter in der Theorie bleiben, "vielleicht mache ich in der Zukunft auch einen Abstecher in die Praxis".

Gerald Futschek, Koglers Mentor und Betreuer von dessen Bachelorarbeit, nannte es "außergewöhnlich", dass sein Schützling beide Studien in so kurzer Zeit bewältigt hat. "Das wird sich so schnell sicher nicht wiederholen", so Futschek. Koglers Diplomarbeitsbetreuer, Rudolf Freund vom Institut für Computersprachen, führt das vor allem darauf zurück, dass dieser "sehr gut organisiert" ist. "Er weiß, wie er seine Zeit optimal nutzt." Er hob jedoch auch Koglers Talent hervor: Während bei der "Computational Intelligence" andere zwei Jahre bräuchten, "um zu wissen worum es geht", sei Kogler nach zwei Monaten so weit gewesen. Die Qualität der Arbeit über Membransysteme sei dabei so gut, dass Teile bereits bei internationalen Konferenzen und in wissenschaftlichen Journalen präsentiert wurden. Nun solle Kogler bald ins Ausland gehen, rät Freund: Gerade in den USA sei es wichtig, früh eine Professur zu bekommen.

Sympathie für Uni-BesetzerInnen

Trotz der intensiven Studienzeit hat Kogler laut eigenen Angaben immer darauf geachtet, auch Freizeit zu haben. Für die seit Wochen andauernden Studentenproteste äußerte er Verständnis. "Es ist kein Wunder, dass es dazu gekommen ist: Das Geld fehlt an allen Ecken und Enden", so Kogler, der auch selbst an der TU an mehreren Veranstaltungen der Besetzer teilgenommen hat.

Der Sohn eines Schriftstellers und einer Verwaltungsangestellten zeigte schon sehr früh eine außerordentliche Begabung: Mit zweieinhalb Jahren konnte er bereits lesen, mit drei schreiben und bereits dreistellige Zahlen addieren und subtrahieren. Seine Schullaufbahn erledigte er im Schnelldurchlauf: Mit fünf wurde er eingeschult und übersprang die dritte Klasse Volksschule. Mit acht Jahren kam Kogler ans Gymnasium, wo er ebenfalls die dritte Klasse übersprang und bereits am Unterricht der oberen Jahrgänge teilnahm - was teilweise aber auch zu "Sticheleien" seiner Mitschüler führte.

Nachdem ihn sein Klassenvorstand auf das Programm "SchülerInnen an die Uni" aufmerksam gemacht hatte, absolvierte Kogler eine Prüfung an der TU und begann dort als außerordentlicher Student. Parallel dazu besuchte er weiter die Schule, mit 15 Jahren folgte die Matura, ein Jahr darauf hatte Kogler bereits den Titel für sein in Mindeststudiendauer absolviertes Bachelor-Studium in der Tasche. (APA)

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firefly88
22.01.2010 12:45
Endlich mal ein Wunschkandidat...

...für die HR Abteilungen dieser Welt. Mit 22 einen Doktor und 3 Jahre Berufserfahrung würden sich ausgehen.

silverfinger
29.01.2010 13:38

und die auslandserfahrung braucht man wohl nicht mehr was ;)

guter kommentar

Psychedelic Brain
21.01.2010 21:07
Wenn man,

Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Gerald Futschek, Univ. Doz., als Mentor und Betreuer hat, dann hat man einen gewissen Vorteil den andere nicht haben.

Der Ursprung
21.01.2010 18:59

Mozart's Nachfolger - österr. Wunderkinder sterben nicht aus......ECHT TOLL !!!

Psychedelic Brain
24.01.2010 12:06
der kleine Unterschied ...

Mozart war arm und kreativ!

[R2D2]
20.01.2010 12:15
Beeindruckend!

Aracni Santini
06.01.2010 15:47
Die Frage ist, wieweit gedrillt wurde, kein Kindsein mehr

Also, wenn man schon so früh alles kann, dann muss da schon die Mutter hinter her gewesen sein. Von alleine lernt man auch nichts. Es stellt sich eher die Frage, ob dieser nette Junge auch ein schöne Kindheit gehabt hat oder rund um die Uhr gedrillt worden ist. Ich denke es sind auch andere Kinder so veranlagt, dass sie schon früher mehr lernen könnten. Das Spielen wird wohl auf der Strecke geblieben sein. Wenn man in so kurzer Zeit studiert, hat er wohl rund um die Uhr gelernt. Frage: Kann er außer lernen auch etwas anderes? Nur Wissen anzuhäufen bringt der Gesellschaft nichts. Ist er in der Lage sein Wissen in der Privatwirtschaft umzusetzen? - Oder ist er nur auf Lernen gedrillt?

fizcaraldo
29.01.2010 23:59

Klingt für mich stark danach als wären Sie ein bissi neidisch. Wenn man den Master statt in der Mindestzeit von 4 Semestern in nur 2 schafft dann muss schon ein bisschen mehr dahinter sein, als nur rund um die Uhr zu lernen.

Aracni Santini
30.01.2010 17:37
da habe ich vorher ein schlechtes Gewissen als schlechte Mutter

denn meine Tochter hat sich schon sehr früh für Buchstaben interessiert, schon beim Wickeln hat sie nachgefragt, nach den Buchstaben auf meinem Sweater. Also mit 3 hätte sie locker das Alphabet gelernt. Alleine hat sie es sich nicht beibringen können. Wie ich mit dem kleinen schwanger war, un per Spaß Buchstaben mit ihr lernte (weil sie so gerne in ihr Buch schrieb) habe ich gestaunt wie schnell und wiviele sie lernt. Ich habe es nicht weiter gemacht. Asche auf mein Haupt, vielleicht hätte meine Tochter auch schneller gelernt. Ich glaube nicht, dass es derartige Ausnahmekinder gibt, sondern viel mehr Kinder die auch so lernen könnten, dafür halt anderes zu kurz kommt. Jetzt ist sie normal eingestuft und gehört zu den Guten. Das genügt mir.

frangas, non flectes
22.12.2009 22:20

Was hat man davon, mit 17 ein Mag. zu sein?

WunzelPunzel
11.01.2010 18:00
gute frage

taxi fahren darf eh frühestens mit 18!!!

Mag. Nicht
09.01.2010 02:29

Man macht scheinbar etwas das einem Spaß macht ...

Bewundernswert.

celestine
26.12.2009 17:35

nicht Mag. > Master - is a Unterschied :-)

friedrich wilhelm voigt
24.12.2009 14:06

was hat man davon, wenn mans zehn jahre später ist?

Georg Scholz
18.12.2009 14:03

Wow wirklich beeindruckend. Vielleicht der näcshte Gödel, Einstein oder Bill Gates?

Weissauchwas
19.12.2009 09:27

Ein Dumping-Wegbereiter, die perfekte Rechtfertigung für iT-Arbeitgeber, die davon ausgehen, dass in der EDV alles schnell, einfach und billig fertigzustellen ist.
Hoffentlich löst er zumindest alle offenen Probleme im kommerziellen EDV-Schrott von MS, CA,..
Und die offenen NP-Probleme sind damit wohl auch schon so gut wie gelöst -> bitte für alles schnell eine Turingmaschine aufzeichnen und geht schon....

Vorratsdatenspeicherung = Verfassungswidrig!
16.12.2009 14:41
er ist gut!

ich hatte ihn als tutor auf der TU.
aber entweder er weiss die zeit anzuhalten oder er hat überhaupt keine freizeit.

...Von guten Freunden und sex will ich garnicht erst sprechen...

survival of the fattest
19.12.2009 13:52
"...Von guten Freunden und sex will ich garnicht erst sprechen..."

Und genau das ist die Tragik der Begabten in Österreich.

Es DARF einfach nicht sein, dass jemand besser als der Durchschnitts-Iwan und trotzdem keine spaßbefreite einsame Jungfrau ist! Weil da hätt er ja echt mehr zu bieten als wir... und des geht afoch ned, da passen Bildungsneid und verletzter Selbstwert schon auf.

yourworstnightmare
18.12.2009 18:15

Das Bürschchen ist 17 Jahre alt. Bis er so alt ist dass man von erprobten Freundschaften und verantwortungsvoller Sexualität sprechen kann hat er stabilen Boden unter den Füßen und Einkommen um sich beständige Verhältnisse zu schaffen. Das sollten sich die Spötter hier vor Augen halten...

Georg Scholz
18.12.2009 14:06

Nein. Für ihn IST das Freizeit. Solche Leute haben eine extrem schnelle Auffassungsgabe, der strengt sich gar nicht an, das geht spielerisch.

Georg-99
16.12.2009 18:15

> Von guten Freunden und sex will ich garnicht erst sprechen...

Vielleicht macht er es so, dass er ein paar Mal in der Woche ausgiebig vögelt, im Gegensatz zu dir ist er dann frei im Kopf und braucht nicht den ganzen Tag drann zu denken ;-)

Georg Scholz
18.12.2009 14:09

Die Bemerkung finde ich wirklich super. Viele denken in der Tat zuviel. Wer keine Denkblockaden hat, oder sie überwindet, dem öffnen sich alle Türen.

twertwert
16.12.2009 12:12
Echte Motivation...

... für mich, der junge Kollege.
Macht Freude, soetwas zu beobachten.

leo lander
15.12.2009 23:52
Futschek und Freund, des Knaben Mentoren

hoffentlich sucht er sich bei seinem Talent bald Mentoren und Lehrer die selbst auch was machen.
Hab versucht irgendeine ernstzunehmende Veröffentlichung der beiden zu finden, nix. Die sind ja noch schlimmer als ich sie in Erinnerung hatte.

Georg Scholz
18.12.2009 14:15

Der Freund hat schon ordentlich was drauf, habe anno 1995 seine Vorlesung total genossen, sein Buch über Automaten und Formale Sprachen ging bei mir rein wie bei anderen die Kronen Zeitung. Bissi abgehoben, schon richtig, aber wenn sein Instititut ein Brutkasten für Genies ist, dann ist das doch auch schon was bemerkenswertes.


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