Weihnachten: Hollywood hofft auf Blu-ray Durchbruch

14. Dezember 2009, 13:25
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Filmstudios hoffen auf signifikante Umsätze

Hollywood hofft, in dieser Weihnachtssaison den großen Durchbruch mit Blu-ray zu schaffen. Die Filmstudios setzen alle Hebel in Bewegung, um mit dem neuen DVD-Format endlich auch gutes Geld zu verdienen. Vor mittlerweile knapp zwei Jahren entschied sich der Kampf um das DVD-Nachfolgeformat, doch die Einnahmen über Blu-ray blieben bis heute bescheiden. So rechnen die Filmstudios im vierten Jahr seit Marktstart auch 2009 mit nur 1,3 Mrd. Dollar Umsatz, sagt Tom Adams, Präsident Adams Media Research.

Das macht umgerechnet nur 14 Prozent der regulären DVD-Verkäufe in diesem Jahr und halb so viel wie das Vorgängerformat in seinem vierten Jahr (2000) erzielt hatte. Dennoch wollen die Hollywoodstudios im letzten Monat des Jahres noch einmal kräftig Schwung holen und die Blu-ray-Verkäufe antreiben.

Ausgleich zu DVD-Flaute

Sollte es gelingen, die Blu-ray-Verkäufe ein wenig über den 11,5-Prozentanteil zu heben, den das Format in den ersten neun Monaten des Jahres an den Gesamt-Heimvideoumsätzen hatte, könnten damit die nachlassenden DVD-Verkäufe etwas ausgeglichen werden. Grundsätzlich sind Blu-ray-Discs eine vielversprechende Einnahmequelle. So verrechnen die Studios den Händlern beispielsweise fünf Dollar mehr pro Stück als für das alte DVD-Format, berichtet das Wall Street Journal. Damit liegt auch das Gewinnpotenzial um ein Drittel höher.

In Deutschland Erwartungen übertroffen

Hierzulande wurden die Erwartungen in das Blu-ray-Geschäft für 2009 bereits übertroffen, so Oliver Trettin, Geschäftsführer Bundesverband Audiovisuelle Medien (BVV), auf Nachfrage von pressetext. "Wir hatten erwartet, dass ca. fünf Mio. Discs in Deutschland verkauft werden. Diese Anzahl wurde schon übertroffen, sodass wir mittlerweile von sogar sechs Mio. verkaufter Blu-ray-Discs ausgehen." In den vergangenen Wochen mache der Blu-ray-Umsatz bereits ungefähr ein Fünftel des gesamten Bildtonträgerumsatzes aus.

Blu-ray bietet bekanntermaßen eine bessere Bildqualität und darüber hinaus die Möglichkeit zur Interaktion - insbesondere jenen Nutzern, die mit Playern mit Internetverbindung ausgestattet sind. Ende des Jahres soll die Verbreitung von Blue-ray-fähigen Stand-Alone-Playern in den USA acht Mio. Haushalte übersteigen

"Wir sind der Meinung, dass der sogenannte Durchbruch des Mediums Blu-ray aktuell bereits in vollem Gange ist. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Anschaffungskosten für die Blu-ray-Player insbesondere im letzten Quartal 2009 gewaltig gesunken sind", ergänzt Trettin gegenüber pressetext. Zudem beginne die Hardwareindustrie endlich damit, deutlich zu kommunizieren, dass die Blu-ray-Abspielgeräte abwärts kompatibel seien, also sämtliche DVDs und CDs abspielen können.

Aufwertung für DVD-Sammlung

"Noch interessanter für die Endkonsumenten ist aber vermutlich die Tatsache, dass diese HD-Abspielgeräte die bisherige DVD-Sammlung aufwerten", meint Trettin. Denn die DVDs würden per Upscaling-Funktion in deutlich besserer Qualität wiedergegeben.

Je nach Filmgenre wollen die Hollywoodstudios mit Blu-ray in dieser Weihnachtssaison auf einen Anteil von 20 bzw. teils bis zu 30 Prozent am Gesamt-DVD-Geschäft erreichen. Beispielsweise hoffen die Unternehmen mit großen Titeln, die stark von Special Effects leben, verstärkt bei - vorwiegend jungen männlichen - Konsumenten zu punkten. Um diese Ziele auch umsetzen zu können, arbeiten die Studios verstärkt mit den Händlern zusammen und wollen Blu-ray-Discs auch zu geringeren Preisen auf den Markt werfen. Beispielsweise greift Hollywood den Händlern unter die Arme, indem deren Marketingbudgets von den Filmstudios aufgebessert werden. (pte)

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