Borealis investiert in Linz

14. Dezember 2009, 11:45
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Linz - Der Kunststoffhersteller Borealis investiert weitere 75 Mio. Euro in seinen Standort in Linz. Um dieses Geld soll eine Katalysatorforschung- und Entwicklung gebaut werden. Das gaben der OMV Generaldirektor-Stellvertreter und Aufsichtsratsvorsitzende der Borealis AG Gerhard Roiss sowie mehrere Mitglieder der Landesregierung in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Montag in der erst kürzlich fertiggestellten, um 50 Mio. Euro in Linz errichteten weltweiten Forschungszentrale bekannt.

Katalysatoren dienen dazu, chemische Reaktionen zu ermöglichen, zu beschleunigen oder in eine bestimmte Richtung zu lenken. Bei der Erzeugung von Kunststoffen aus Gas bestimmen sie sehr wesentlich deren Eigenschaften. Die künftig 100 Mitarbeiter des Forschungszentrums in Linz - Inbetriebnahme in zwei Jahren geplant - sollen unter Einsatz von fast 50 weltweiten Patenten neue Kunststofftypen mit hohem Innovationsgrad entwickeln. Linz, wo derzeit 1.100 Personen bei Borealis beschäftigt sind, hat sich dabei erfolgreich in einem europäischen Standortwettbewerb mit Finnland, wo Borealis schon ein Katalysator-Forschungszentrum hat und Niederösterreich geschlagen, wo eine Testanlage in Schwechat steht. Ausschlaggebend sei eine rasche Entscheidung der politisch Verantwortlichen in hoher Qualität gewesen, stellte Roiss fest. Die Entscheidung von Borealis erfolge in einer schwierigen Zeit. Denn durch Überkapazitäten im Mittleren Osten werde das Ergebnis heuer mit viel Kampf eine schwarze Null sein, auch für das kommende Jahr seien keine Gewinne zu erwarten. Das Unternehmen investiere somit antizyklisch in die Forschung,

Landeshauptmann Josef Pühringer, Wirtschaftslandesrat Vikor Sigl sowie Forschungs- und Wissenschaftslandesrätin Doris Hummer (alle V) argumentierten, Kunststoff sei eine der wichtigsten Zukunftsbranchen für Oberösterreich. Prognosen würden zeigen, dass die Kunststofftechnik auch in den nächsten Jahren auf hohem Niveau wachsen werde. Bereits jetzt würden die rund 34.000 Mitarbeiter der Branche in Oberösterreich - rund 5 Prozent aller unselbstständig Beschäftigten - einen Umsatz von 6,7 Mrd. Euro erwirtschaften. "Wenn die Zukunft anklopft, musst Du rasch die Tür aufmachen, denn ein zweites Mal klopft sie nicht an", sagte Pühringer. Das Land hat die Entscheidung von Borealis mit Zusage zur Unterstützung von voraussichtlich drei neuen Instituten als Zentrum für industrielle Katalysatoren- und Verfahrenstechnik an der Johannes Kepler Universität beeinflusst, was geschätzte 5 Mio. Euro kosten wird. Bereits zuletzt waren für die Zusammenarbeit mit der Industrie 5 Uni-Institute neu und 3 bestehende neu ausgerichtet worden. (APA)

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