Kärntner HTL mit Schuluniform-Pflicht

14. Dezember 2009, 10:09

"Corporate Identity" an Kärntner HTL - Verweigerung wird sanktioniert - Einstimmiger Beschluss des Schulgemeinschaftsausschuss

Klagenfurt - Dunkelblaue Poloshirts und hellblaue Hemden oder Blusen, versehen mit dem Schullogo sowie den Worten "Technik - Design - Kunst", - eine Kleidungsalternative gibt es für die Schüler der Höheren Technischen Lehranstalt (HTL) Ferlach (Bezirk Klagenfurt Land) nicht. Dort gilt Uniformpflicht - damit ist die HTL erste öffentliche höhere Schule in Kärnten. Beschlossen wurde die Einführung gemeinsam vom Schulgemeinschaftsausschuss (SGA), also Lehrer-, Schüler- und Elternvertretern, allerdings schon vor drei Jahren.

Sozialarbeit als Sanktion

"Corporate Identity" - ein einheitliches und adäquates Erscheinungsbild war für Direktor Max Winkler die Motivation für die Einführung der Uniform. Für den Elternverein bedeutete das das Ende von bauchfreien T-Shirts oder den Zwang zu Markenkleidung. Die Schüler müssen sich vor Beginn jedes Schuljahres mit den Verhaltensregeln einverstanden erklärten, sollte jemand etwa die Schuluniform nicht tragen, drohen Konsequenzen. Hieß es anfangs noch, einer Verweigerung folgt der Schulausschluss, lenkte Winkler Medienberichten zufolge aber mittlerweile ein - sanktioniert soll nun mit Sozialarbeit am Nachmittag oder Reinigungstätigkeiten werden.

Ein Schulausschluss beispielsweise bei der Verweigerung der Uniformpflicht wäre auch rein rechtlich nicht möglich, da es im österreichischem Schulgesetz lediglich im Bezug auf die Sicherheit klare Vorgaben gibt. Nur wenn es zu gravierenden Verhaltensauffälligkeiten oder zur Gefährdung von Mitschülern kommt, ist es möglich, jemanden vom Besuch der jeweiligen Einrichtung auszuschließen. In der Hausordnung der HTL finden sich allerdings noch weitere Besonderheiten: So ist etwa Kaugummikauen oder das Tragen von Baseballkappen verboten und pro Schüler sind nur zwei Piercings erlaubt. (APA)

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Repariertwaseuchkaputtmacht.
00
13.3.2010, 19:31

Der GROSSE Fehler dieser Schule ist, dass sie versucht so zu tun, als wäre sie ein privatwirtschaftliches Unternehmen, bei dem die Schüler als Mitarbeiter funktionieren sollen.
Das ist eine Schule verdammt. Man geht da hin um was zu lernen und das möglichst freiwillig in möglichst bester Athmosphäre. Man soll sich da wohl fühlen.

Ich glaube nicht, dass soetwas wie eine Markenkleidungsproblematik durch das Tragen von einheitlicher Kleidung gelöst wird. Eigentlich eine kommunistische Idee: Wenn alle gleich sind, kann sich keiner mehr aufregen.

Dabei ist das reine Symptombekämpfung: anstatt die Toleranz zu fördern, versucht man die Herkunft zu verschleiern.

Übrigens waren die mit dem wenigsten Geld immer die mit der Markenkleidung ; )

Repariertwaseuchkaputtmacht.
00
13.3.2010, 19:11

Ich war in der 3ten (oder 4ten) als das eingeführt wurde. Hab mich aber erfolgreich geweigert. Wer weiß, ob das heute noch möglich wäre?

Probleme wegen bauchfrei oder markenzwang sind mir in unserer Schule NIE aufgefallen, zumindest nicht in meinem Umfeld.

Ich halte die ganze Sache für ein großes Konzept mit dem man Aufmerksamkeit erregen will. Der FPÖ-Direktor hätte am liebsten eine vereinheitlichte Horde Jugendlicher

left
00
15.1.2010, 16:35

Also das geht eindeutig zu weit. Aber ich gehe davon aus, dass im Sinne dieser "Corporate Identiy" auch die Lehrer zum Tragen dieser Uniform gezwungen werden und es auch bei diesen sanktioniert wird, wenn sie sich weigern diese Zwangskluft zu tragen?

FreierMensch
01
22.12.2009, 19:01

Von mir aus könnte man gleich die gesamte Indoorbekleidung abschaffen ist doch eh alles nur ein Diktat der Textilindustrie^^.

Freddy alien merkury
01
21.12.2009, 22:05
Links, zwo, drei, vier. Genau das ist es.

Anwaltskanzlei Kalaschnikowsky
02
20.12.2009, 09:27
MMn ist der Vorteil von Schuluniformen, dass

soziale Unterschiede sich weniger krass zeigen. In erster Linie ist es ja die Kleidung, welche die soziale Herkunfft der Kinder verrät. Gerade für ärmere Familien dürften dadurch weniger Kosten für Kleidung zu deren Haushaltsbudget beitragen. Ich glaube auch dass dadurch Kinder aus einkommensschwächeren Familien weniger seelischen Druck verspüren und sich nicht aufgrund von materieller Benachteiligung als Aussenseiter fühlen müssen. Zwischen Kindern unterschiedlicher ethischer Herkunft gibt es durch die Uniform eine verbindende Gemeinsamkeit.

Man sollte Uniformen imho nicht immer mit Militär und Krieg assoziieren.

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
22
20.12.2009, 12:45

Schuluniformen sind ein Mittel zur Zerstörung des des Individualismus und sind daher vollends abzulehnen. Jeder Mensch muss das recht haben sich selbst zu entfalten und das gilt auch für Schüler.

Elisabeth Irgendwer
21
22.12.2009, 08:40
Schuluniformen und Individualismus

Sehr drastische formulieren Sie ihre Meinung und verweden Verben wie "Zerstörung" oder "vollends abzulehnen". Schule ist in erster Linie ein Ort des Lernens. Die individuelle Entwicklung der Kinder findet auch in der Schule statt, aber vorwiegend doch zuhause. Eine Uniform ermöglicht ein ruhigeres, auf das Lernen konzentriertes Arbeiten für Lehrer und Schüler. Dier soziale Status geht in den Privatbereich und Sexualität (bauchfrei, halbnackt) auch. Schule ist nicht der Tummelplatz für Individualisten, um in erster Linie sich selbst zu präsentieren, sondern ein Ort des Lehrens und Lernens.

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
00
22.12.2009, 12:25

Sie haben unrecht. Gerade die Schule ist dazu da die Kinder zu mündigen, gebildeten und individualistischen Menschen heranzuziehen. Wenn jemand wie ein "Krocha" herumrennt oder auf "Discoschlampe" macht, dann gefällt mir das auch nicht aber es ist immer noch seine/ihre eigene Entscheidung und es steht mir nicht zu das in Frage zu stellen. Wenn ich mich so an meine Schulzeit zurückerinnere, dann waren da auch 2-3 Jahre in denen ich mit Lederhosen, Stiefeln und langen Haaren auf Metalhead gemacht habe und das hat sicher auch nicht jedem zugesagt. Und glauben sie mir, als angehender Pädagoge habe ich doch etwas Ahnung von was ich rede.

Elisabeth Irgendwer
00
22.12.2009, 15:11
Manuel Eder

Sie haben also recht, weil sie angehender Pädagoge sind? Was sagen sie dazu, dass ich seit 16 Jahren Pädagogin bin und an einer Schule unterrichte, die schon immer eine Uniform hatte? Wer glauben Sie, weiß jetzt, wovon hier die Rede ist. ;-)
Ich stimme Ihnen in Vielem zu, natürlich sollen die Kinder zu mündigen, gebildeten Menschen werden. Zu Individualisten??? Glauben Sie, dass der Arbeitgeber Wert auf Individualisten legt? Auch bei uns gab und gibt es immer wieder Diskussionen bezüglich der Uniform. Und sie werden es nicht glauben wer dagegen ist, diese abzuschaffen - es sind die Schüler. Vielleicht sollten sie manchmal über ihren Tellerrand hinausblicken und nicht alles in einen negativen Topf schmeißen, weil sie es nicht kennen.

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
00
22.12.2009, 16:36

Ich dachte mir schon, dass sie einen schulischen Hintergrund haben als ich ihr erstes Posting gelesen habe. Es tut mir Leid aber ich kann ihren Ansichten nicht zustimmen. Das Schulsystem formte über viele Jahre hinweg sozialen Einheitsbrei und Bildungsvierecke und genau das will die Wirtschaft nicht (mehr). Mittlerweile verändern sich die Lehrpläne und Bildungsaufgaben in Richtung Kompetenzen, Individualförderung und Individualismus und das ist auch gut so. Jegliche Uniform raubt dem Menschen eine Möglichkeit zum Ausdruck seiner eigenen Persönlichkeit.

Und mein Tipp wäre: wenn den Schülern ihrer Schule für eine kurze Zeit normale Alltagskleidung erlaubt werden würde, dann würden sie nach wenigen Wochen keine Uniform mehr einführen können.

Elisabeth Werner1
00
22.12.2009, 18:24
Manuel

Ich akzeptiere und toleriere Ihre Meinung, die ich nicht teile. Was glauben Sie z. B. bewirken Zentralmatura oder Bildungsstandards - Individualität oder Gleichmacherei? Die Bildungsaufgaben entwickeln sich also genau zum Gegenteil. Vielleicht ist das Ihr Wunsch, den Sie gerne umgesetzt sehen würden - nur leider ist die Realität anders. Eine Uniform mag die Möglichkeit zum Ausdruck einer eigenen Persönlichkeit verkleinern, aber es ist nur eine Bekleidung, die sich im Alltag als mehr also nur tauglich erwiesen hat. Ich mag aber ihren Enthusiamus und ihr Eintreten für den Individualismus. Nichts desto trotz ist die Individualität nicht Ziel der modernen Ausbildung, auch wenn Sie es sich noch so sehr wünschen.

Manuel Eder, hinter mir die Sinnflut
00
22.12.2009, 23:22

Vielleicht liegt es an meinen Fächern (Englisch, Geschichte), dass ich einen Schwenk zu mehr Individualität bemerke. Die Zentralmatura halte ich persönlich für einen schweren Fehler und ich hoffe sehr, dass sich das Modell nicht bewehrt.

Elisabeth Irgendwer
00
23.12.2009, 09:17
Zentralmatura

Bin völlig Ihrer Meinung und genauso wie Sie gegen die Zentralmatura. Ob es an Ihren Fächer liegt, kann ich nicht beurteilen, ich hoffe aber, dass Sie Recht behalten. Leider sieht es in der Schulpolitik anders aus. Zur Schulbekleidung kann ich nur noch einmal sagen, dass sie sich bei und seit über 30 Jahren sehr bewährt hat und die Schüler, Eltern und Lehrer froh darüber sind. Sie gehen ja auch nicht auf einen Ball mit ihrem Schi-Anzug, um damit auf Ihre Individualität zu pochen, sondern Sie kleiden sich dem Anlass entsprechend. Der Anlass der Schule ist ein Ort des Erwerbs von Kompetenzen, sowohl Soft Skills als auch Fertigkeiten und Wissen. Eine Schuuniform verhindert das alles nicht, es erleichtert den Auftrag.

FreierMensch
00
22.12.2009, 16:28

"Glauben Sie, dass der Arbeitgeber Wert auf Individualisten legt?"

Hier wird Bildung mal wieder zu reiner Ausbildung degradiert.


"Und sie werden es nicht glauben wer dagegen ist, diese abzuschaffen - es sind die Schüler."

"Die Schüler"? Sollte wohl "die Mehrheit der Schüler" heißen, oder?

Elisabeth Werner1
00
22.12.2009, 18:18
freier Mensch

In einer berufsbildenden höheren Schule ist das Ziel eben eine Berufs-Bildung. Das mag an einer AHS anders sein, aber in diesem Schultyp werden Menschen für einen bestimmten Beruf ausgebildet. Und nein, es sind wirklich die Schüler, die es genießen, nicht jeden Tag gezwungen zu sein, sich aufzubrezeln, damit sie in ihrerm Klassenverband bestehen können. Es gibt große Vorteile, die eine einheitliche Schulbekleidung mit sich bringt

FreierMensch
00
22.12.2009, 18:46

Auch in einer BHS (ich selbst absolvierte eine HTL) wird sehr wohl einiges an Bildung vermittelt was über blose Berufsausbildung hinausgeht. Ansonsten gebe es keinen Deutschunterricht (Literatur), Geschichte, Geografie, Ethik, Sport usw. Und zwar derart intensiv, dass man dafür eine allgemeine Matura erhält und keinen Fachbrief.
Mit Designerwahn gab es nicht einmal ansatzweise Probleme trotz freier Kleidungswahl. Ich bezweifle sehr stark dass dieses Problem an höheren Schulen überhaupt relevant ist.

baustrom verteiler
 
02
18.12.2009, 13:06

aha, also gibt es jetzt an kärtner schulen auch schulsozialarbeit, nur mit dem unterschied das man da anscheinend keine einschlägige ausbildung dafür braucht ... sozialarbeit ist ein studium & ein beruf und keine strafmaßnahme für uniformverweigerer ... ein bisschen mehr sprachliche sensibilität würde ich mir schon wünschen

D. M. M.
01
18.12.2009, 08:25
Das Foto erinnert mich an einen Wandertag beim BDM

ljack
00
18.12.2009, 06:41
"So ist etwa Kaugummikauen oder das Tragen von Baseballkappen verboten"

Na wui! Ich denke das steht in 95% aller Schulordnungen drin. Wirklich sehr besonders...

Punky Punk
 
00
17.12.2009, 17:41

nur 2 piercinges naja ... dann wohl mehr im intimbereich ...



ride my pimp
10
17.12.2009, 11:28

die meisten jungen Kärntner sind's ja eh von den Musikkapellen und Trachtengruppen gewöhnt, wird wohl keine großen Probleme bereiten, einig und treu im Gleichschritt zu marschieren.

T. S.
 
00
16.12.2009, 21:29

sehr gut, endlich die lästige Gewandaussuchen im Halbschlaf weg.

potz
00
16.12.2009, 20:42

naja Kärnten halt

mikromalist
 
10
16.12.2009, 17:01
HJL?

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