UN-Entwürfe bringen Dynamik in Klimagespräche

13. Dezember 2009, 21:46

Entscheidende Verhandlungen in dieser Woche – Kritik an dänischer Polizei wegen Vorgehens gegen Demonstranten

Kopenhagen/Wien - Im Bella Center in Kopenhagen gehen die Verhandlungen um ein neues Klimaabkommen in die heiße Phase. Seit die UN am Freitag zwei Textentwürfe als mögliche Verhandlungsgrundlage für einen neuen Vertrag präsentiert haben, ist Dynamik in die Gespräche gekommen. Ab Mittwoch beginnen die Beratungen auf höchster politischer Ebene.

Die Umweltminister versuchten in informellen Beratungen am Sonntag zunächst vergeblich, strittige Punkte zu klären. "Es gibt noch viele ungelöste Probleme" , sagte die dänische Klimabeauftragte Connie Hedegaard vor der Presse.

Die Verhandlungen laufen parallel in zwei Gruppen ab: Unter dem Kürzel KP verhandeln die Staaten, die das Kioto-Protokoll ratifiziert haben. Hier geht es vor allem um die Emissionsziele der Industriestaaten nach 2012, wenn die Kioto-Periode endet. Der nun veröffentlichte Textentwurf aus dieser Gruppe übertrifft die bisherigen Angebote der entwickelten Länder: Er sieht vor, die Emissionen um 30 bis 45 Prozent auf Basis der 1990er Werte zu senken. Es gibt zwei Vorschläge, für welche Zeitspanne das gelten soll: Die Gruppe der G-77 plädiert für die Periode 2013 bis 2017, die EU peilt bis 2020 an.

Der Textentwurf ist 27 Seiten lang und enthält auch Bestimmungen, wie Wälder in die Emissionsbilanz eingerechnet werden. Diskutiert werde in dieser Gruppe zudem, die Liste der Treibhausgase auf einige fluorierte Gase auszuweiten, berichtet ein Diplomat.

Unter LCA (Long Term Cooperative Action) laufen die Verhandlungen über ein globales Abkommen, an denen auch die Nicht-Kioto-Staaten teilnehmen - darunter die USA. Deshalb wird der LCA-Textentwurf, sieben Seiten lang und mit noch vielen offenen Punkten, vor allem von der EU als besonders wichtig eingeschätzt. Hier sollen die Emissionen der Industriestaaten zwischen 25 und 45 Prozent bis 2020 gesenkt werden, bezogen auf 1990. Die Entwicklungsländer sollen die Emissionen um 15 bis 30 Prozent senken, ausgehend vom projizierten Anstieg. Als maximale Erderwärmung sind 1,5 oder zwei Grad vorgesehen.

Österreicher festgenommen

Starke Kritik gab es am Wochenende am Vorgehen der dänischen Polizei. Fast 1000 Menschen waren nach einer Großdemonstration mit bis zu 100.000 Teilnehmern am Samstag festgenommen worden, darunter laut Berichten auch vier Österreicher. Polizisten hätten auf friedliche Demonstranten eingeprügelt und wahllos Leute abgeführt, schilderte ein Augenzeuge dem Standard. Die meisten wurden nach Stunden wieder freigelassen. Bei neuen Protesten am Sonntag nahm die Polizei bis zu 200 Leute fest. Unter dem Stichwort "Lümmelpaket" hat Dänemark ein schärferes Vorgehen gegen Demonstranten eingeführt. (Julia Raabe /DER STANDARD, Printausgabe, 14.12.2009)

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14.12.2009, 12:03

Wenn jeder in der westlichen Welt auf energiesparende Glühbirnen umsteigen würde, könnten wir soviel CO2-Emissionen einsparen, wie China an einem Tag in die Luft bläst.

Mostbluzer
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14.12.2009, 09:52
der pure wahnsinn

während schon die nächste grippe gebastelt wird (affäre osterhaus) - nämlich die ziegengrippe, sitzen die spinner immer noch herum, gestern sogar im "zentrum". bemerkenswert der mann von der ZAMG (meeresspiegel - viele fragezeichen meinte er).
enttarnt hat er sich aber gleichzeitig: klimamaßnahmen dauern 50 jahre und mehr. wohl dann auch die klimaschäden ... damals war aber nu nix los ???

hauptsache die neuen steuern, die beschränkungen und überwachungsmaßnahmen kommen ... damit wir geld irgendwohin schieben können - am besten dem big business und den politikern in den a***.

kauderwelsch11
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13.12.2009, 23:16

durch das sogenannte lømmelpakken kann die dänische polizei nun auf demonstrationen wahllos (unschuldige) menschen verhaften und bis zu 40 tage festnehmen.

die polizei hatte gestern einfach alle personen (ca. 900 soweit ich weiß) vom hintersten teil der demonstration festgenommen - und da waren so gut wie alle unschuldig. darunter auch ein kind und eine nonne. die steinewerfer - und ja, die gehören aufs härteste bestraft - waren jedoch viel weiter vorne.

alle festgenommenen wurden in umgebaute fabriken gebracht und mussten dort die nacht über in käfigen ausharren. zuvor wurden sie auf der straße gefesselt und saßen 4 stunden in der kälte.

demokratie?

Ava Tar
00
14.12.2009, 11:21

Unser Platter hat mit solchen Dingen begonnen. Zur EURO 08 - wer einmal negativ aufgefallen war, mußte sich just während der Fußballspiele auf der Polizeiwache einfinden

Vielleicht erleben wir ja noch die demokratische Revolution bei den Wahlen, und daß die Beschneider von demokratischen Rechten in den Kotter wandern wo sie auch hingehören

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