Attacke gegen Berlusconi aus Hass

14. Dezember 2009, 18:44
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Der italienische Premier Silvio Berlusconi musste am Montag wegen eines tätlichen Angriffs auf ihn im Spital bleiben.

Innenminister Roberto Maroni betonte, Berlusconi hätte bei dem Angriff getötet werden können.

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Rom - Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi, der bei einer Parteiveranstaltung am Sonntag in Mailand von dem vermutlich psychisch kranken Massimo T. verletzt wurde, hätte beim Angriff getötet werden können, sagte Innenminister Roberto Maroni am Montag. "Hinter dem Angriff steckt das Klima gewalttätiger Auseinandersetzung in der Politik" , meinte Maroni. "Der Angreifer hat unter dem Einfluss seines Hasses gegen Berlusconi gehandelt" , meinte Maroni. Die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Premier könnten verschärft werden. Das Innenministerium erwägt die Abschaltung einiger Internet-Webseiten, die zur Gewalt gegen Berlusconi aufhetzen und die Tat loben.

Der Chef der Regierungspartei Lega Nord, Umberto Bossi, sprach von einem "terroristischen Akt" . "Berlusconi leidet nicht nur wegen der Verletzungen, sondern vor allem wegen des politischen Hasses gegen ihn. Er begreift die Gründe dieser Gewalt nicht" , erklärte Senatspräsident Renato Schifani. "Ich habe einen gedemütigten Berlusconi gesehen. Nicht so sehr wegen der Verletzungen, sondern wegen des Hasses, den diese Geste ausdrückt" , sagte auch der Priester Luigi Verzé, der seit Jahren ein enger Freund Berlusconis ist.

Sofort nach dem Angriff hatte der linksgerichtete Staatschef Giorgio Napolitano seine Solidarität mit dem Premier bekundet. Genesungswünsche erhielt Berlusconi auch von seinen russischen und französischen Amtskollegen Wladimir Putin und Nicolas Sarkozy. Berlusconi wird voraussichtlich bis Dienstag in der Mailänder San-Raffaele-Klinik bleiben müssen. Der 73-Jährige verbrachte die Nacht auf Montag mit starken Kopfschmerzen und kann sich selbst schwer ernähren. Massimo T. hatte Berlusconi ein Souvenirmodell des Mailänder Doms ins Gesicht geworfen. Dabei wurde das Nasenbein Berlusconis angebrochen und zwei seiner Zähne beschädigt. Eine Unterlippenverletzung musste zugenäht werden.

Der 42-jährige Angreifer wurde noch an Ort und Stelle verhaftet. Er erklärte seine Tat mit politischen Motiven. Massimo T. sprach von seiner starken Abneigung gegen Berlusconi und seine Partei. (AFP, Reuters, DER STANDARD, Printausgabe 15.12.2009)

 

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    Ein Carabiniere vor dem Spital in Mailand, wo Berlusconi liegt. Auf dem Schild daneben steht: "Präsident Berlusconi, werde bald gesund. Richtige Italiener sind immer bei dir." Der 42-jährige Massimo T. (unten) verletzte Berlusconi.

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