Zug nach Venedig

Hoffnung für Zugfahrer in die Serenissima

13. Dezember 2009, 19:06

ÖBB versucht nach öffentlicher Empörung über Streichung, die Verbindung nach Venedig doch noch auf Schiene zu bringen

Venedig/Wien - Letzter großer Bahnhof für Venedig-Reisende: Als in der Nacht auf Sonntag der letzte Zug aus der Lagunenstadt am Wiener Südbahnhof einfuhr, wurden die wenigen Fahrgäste von Menschentrauben feierlich begrüßt. Nun ist die Tagesverbindung auf der Schiene Geschichte, Reisende werden in Klagenfurt oder Villach in ÖBB-Autobusse verfrachtet. "Wie das bei Sommerurlaubsreisenden mit drei bis vier Koffern gehen soll, weiß ich nicht", sagt die häufig diesen Kurs fahrende Schaffnerin wehmütig.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es noch: Mit ein bisschen Geschick könnte die Streichung im Frühjahr wieder rückgängig gemacht werden. Denn dank öffentlicher Empörung verhandelt die ÖBB wieder mit der italienischen Staatsbahn Trenitalia, um doch noch eine Zugtrasse zu einem annehmbaren Preis auf der Südbahnstrecke zu bekommen. Das bestätigte ÖBB-Holding-Sprecher Peter Klugar dem STANDARD.

Derzeit ist für Venedig-Fahrten aus Österreich wichtige (und um Milliarden ausgebaute) Pontebbana-Bahn durchs Kanaltal für Trenitalia unattraktiv, weil lukrative Fahrgäste und Subventionen aus Rom fehlen. Zugreisende müssten von der ÖBB angekarrt werden, was freilich nur im Sommer in ausreichendem Maße gelingt.

Also müssten die Österreicher die Schienenmaut allein bestreiten, was der finanziell klammen ÖBB zu teuer ist. Außerdem ist das Verhältnis zwischen ÖBB und ihrem Dauerpartner, dem Ex-Monopolisten in Rom, so schlecht wie nie - weil der ÖBB-Personenverkehr auf der Brennerstrecke nicht mit Trenitalia kooperiert, sondern mit der Deutschen Bahn und der italienischen Privatbahn Ferrovie Nord Milano. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD - Printausgabe, 14. Dezember 2009)

Mit ein bisschen Geschick könnte die Streichung der Züge in die Lagunenstadt im Frühjahr wieder rückgängig gemacht werden.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 67
1 2
Posting ohne Tippfehler
00

wurden die wenigen Fahrgäste von Menschentrauben feierlich begrüßt.

Wäre es umgekehrt, bräuchte man die Verbindung nicht einstellen

mard
03
30.12.2009, 19:18

Bitte lieber STANDARD,

eure Artikel strotzen ja von Rechschreibfehlern, Wortverdrehern, -verdoppelungen und -fehlern. Das wird ja immer schlimmer.

Lang halt ich das nicht mehr aus. Nicht genug, dass die Informationsqualität seit 5 Jahren stetig abgenommen hat, jetzt kommen auch noch die Formalmängel.

Bitte nicht :(

immer schön freundlich
00

die Redaktion schläft offenbar.

Fehler?
Hier z.B.:
Derzeit ist für Venedig-Fahrten aus Österreich wichtige (und um Milliarden ausgebaute) Pontebbana-Bahn durchs Kanaltal für Trenitalia unattraktiv, weil lukrative Fahrgäste und Subventionen aus Rom fehlen.

Martha B.
00
21.12.2009, 10:45
Hoffentlich kriegt sich der Autozug Wien-Feldkirch auch

wieder ein: 40 Minuten später abfahren und 50 Minuten länger brauchen plus 20 Minuten Verspätung = unzumutbar. Dazu 1h20 warten, bis einer vom Service auftaucht ...

Seria
00
14.12.2009, 20:55

...den Tunnnel. Aber die Amigos verdienen halt am Tunnel so viel mehr...

Seria
20
14.12.2009, 20:53

Problem der ÖBB ist in erster Linie die Involvierung der Politik und daß eine betriebswirtschaftliche Führung fehlt.
Wie kann es sonst passieren, daß Italien bis an die österr grenze eine Hochgeschwindigkeitsbahn baut , aber auf österr Seite kein entsprechender abschluß da ist. Wie ist es möglich daß der GLHAZ Kärntens auf einer Bahnverbindung entlang der Urlaubszone Villach Wörthersee besteht, wenn man schon unter dem Kaiser erkannt hat , daß die wirtschaftlichste Verbindung von zB Triest nach Wien über Laibach Marburg und Graz geht. Aber Ktn braucht den Koralm Tunnel, den außer den Politikern niemand braucht und dem deshalb auch EU Subvention versagt wurde. KLU- Grz über Marburg dauert nach Expertenmeinung nur 15 Min länger als durch

hcl
01
16.12.2009, 11:04

Eine privatwirtschaftlich agierende Bahn wird Ihnen überhaupt keine Hochgeschwindigkeitstrasse legen, weil die das nicht zahlen wollen.

Poldi Fesch
00
25.12.2009, 19:24
naja, es sind

private die Mailand - Rom auf die Hochgeschwindigkeitsschiene bringen

hcl
01
25.12.2009, 22:05

Betreiber der Strecke ist wohl kaum ein Privatunternehmen sondern RFI.

der_kleine_pariser
 
02
15.12.2009, 22:35

genau das gegenteil ist der fall.

seit die bahn ein unternehmen ist (und kein amt mehr) und betriebswirschaftlich vorgehen muss, gibt's mehr und mehr solche sch****aktionen (gilt für ganz europa)

Dilbert
03
15.12.2009, 12:21

Bau und Erhaltung der Infrastruktur ist Sache des Staates.

quaxiderfrosch
10
16.12.2009, 16:26

Und wenn also der Staat die Infrastruktur schaffen soll, damit eine Privatbahn drauf fahren kann, haben wir die gewünschte Lösung: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren.

BraS
 
02
16.12.2009, 17:47

Beim Straßenverkehr finden das alle gar so toll, dass der Staat dafür aufkommt, dass die Frächter billig fahren dürfen.

Bertel Mann
02
16.12.2009, 09:53
Sollte es sein - wie bei den SBB

Hat sich der Eisenbahnexperte Lopatka eigentlich schon zu den Einkommen der Manager der einzelnen ÖBB-Gesellschaften geäussert bzw. zur 1,8%-igen Preiserhöhung der "vorbildlichen" DB (im Regionalverkehr, also für die Pendler, sogar etwas höher).

Mike W
01
14.12.2009, 20:32

Der Ausbau ist auch sehr wichtig. Zürich HB kann den Zugsverkehr kaum schlucken. Gerade heute ist ein Zug entgleist in Zürich Hardbrücke. Der halbe S-Bahnverkehr fiel aus. Die Kantone hätten gerne mehr Züge, aber es geht einfach nicht mehr.
Mit dem neuen zusätzlichen Durchgangsbahnhof, wird die Kapazität nochmals enorm steigen.
Leider wurden dieses Jahr die Nachtzüge nach Italien gestrichen. Die Trenitalia wollte die nicht weiterführen.

morpho
02
14.12.2009, 13:35
wien-paris

...und wie wäre es wieder mit einem Direktzug nach Paris? Die jetzt angebotenen Verbindungen zwingen einen quasi, das Flugzeug zu nehmen.

Quim Barreiros
00
14.12.2009, 17:11

Die wurde dem TGV geopfert. Für die SNCF war die Verbindung wohl eine Art Konkurrenz zu ihrem TGV.

Jetzt gibt es zwar die Liberalisierung und die ÖBB ist nicht mehr auf die französische Staatsbahn angewiesen, aber vermutlich wird die ÖBB erst einmal die Erkenntnisse aus dem Brenner-Abenteuer abwarten, bevor sie sich auf andere Abenteuer einlässt.

PjotrV
12
14.12.2009, 11:19
.. das Verhältnis zwischen ÖBB und ihrem Dauerpartner, dem Ex-Monopolisten in Rom, so schlecht wie nie

Schlechtes Verhältnis zum VOR war auch Schuld daran, dass jahrzehntelang U-Bahn und S-Bahn + d. Rest d. ÖBB aneinander vorbeifuhren.

Von Fahrplanabstimmungen zw. ÖBB und wichtigen Öffis in Wien sind wir noch Bahnjahre entfernt.

L. Punk
17
14.12.2009, 11:01
Weil hier überall erwähnt wird, dass Italien die Kanaltalbahn so teuer ausgebaut hat:

Da sollte man auch mal klarstellen, dass das ein Teil einer abgemachten europäischen Hochgeschwindigkeitsachse werden sollte. Österreich hat sich nicht daran gehalten, indem es den Semmering-Tunnel nicht gebaut hat.

Kell-Conerem
00
14.12.2009, 19:38

Naja der österreichische Teil wird jetzt ja nachgeholt (KAB und SBT werden ja gebaut )

Terence Lennox
11
14.12.2009, 13:13
welcher d*pp..

..gibt hier einen roten strich. das ist schlicht die wahrheit. österreich hat die italiener reingelegt..

BraS
 
02
14.12.2009, 17:13

ein Semmeringtunnel allein macht aber noch keine Hochgeschwindigkeitsachse.

mistvieh666
 
00
29.12.2009, 00:13

wenn man etwas verbessert ist es eine vernuenftige strategie, wenn man bei der schwaechsten stelle anfangt.
hochgeschwindigkeit ist in italien irgendwas bei 140, ueber den semmering fahren die zuege einen 50er schnitt, auf der suedbahn allgemein immerhin einen 80er schnitt - und das schon seit ueber 100 jahren!

Gerhard Znoj1
00
14.12.2009, 18:10
Semmeringtunnel

Allein der Semmeringtunnel würde die Fahrzeit zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag von ca. 40 auf ca. 15 Minuten verringern !

BraS
 
01
15.12.2009, 11:08

der SBT ändert aber nichts an den weit von Hochgeschwindigkeitsverkehr entfernten Geschwindigkeiten zwischen Arnoldstein und Mürzzuschlag.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 67
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.