Spar-Autobahnen dringend gesucht

13. Dezember 2009 18:52

Das aus der Spur geratene Autobahnbaubudget der Asfinag beginnt zu beunruhigen, eine Arbeitsgruppe soll das Ausbauprogramm abspecken

Wien - Das binnen zwei Jahren aus der Spur geratene Autobahnbaubudget der Asfinag beginnt nun auch die Eigentümervertreter zu beunruhigen. Wiewohl man im Verkehrs- und im Finanzministerium zu den drohenden Kostenausweitungen im Volumen von mehr als zwei Milliarden Euro nobel schweigt, steht eines fest: Anfang 2010 soll eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden, die das per Konjunkturpaket auf 8,6 Milliarden Euro hochgeschraubte Autobahnen- und Schnellstraßen-Ausbauprogramm auf ein für die Asfinag-Bilanz verträgliches Maß zurückschrauben soll, erfuhr der Standard von Insidern des Verkehrsministeriums.

Suchen soll die bei Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) angesiedelte Arbeitsgruppe jene Autobahnstücke, die möglichst weit in die Zukunft verschoben oder komplett auf Eis gelegt werden sollen.

Dafür bieten sich eine ganze Reihe an, denn das erst Anfang März 2009 aufgedoppelte Bauprogramm besteht durch die Bank aus Streckenabschnitten mit einem negativen Barwert. Heißt auf gut Deutsch: Ihr Ausbau zur Autobahn oder Schnellstraße lässt sich ökonomisch nicht darstellen, weil das Verkehrsaufkommen zu gering ist, der Bau technisch zu teuer ist, die Strecke zu lang oder zu kurz ist.

Nicht überregional

Eine negative Projektergebnisrechnung heißt freilich nicht automatisch, dass der Ausbau als Bundesstraße nicht lohnt. Die Verlängerung der Wiener Südosttangente A23 von Hirschstetten nach Raasdorf ist so ein Fall: Sie ist als innerstädtische Verkehrslösung unumstritten wichtig, für das hochrangige Straßennetz allerdings entbehrlich, weil sie keine überregionale Verkehrsader darstellt.

Gleiches gilt für S10 von Unterweitersdorf nach Freistadt und Wullowitz, die Weinviertler Schnellstraße (S3, Hollabrunn bis Kleinhaugsdorf) oder die A5 von Schrick bis Drasenhofen: Sie alle dürften mangels Auslastung nicht vom Bund zur Schnellstraße ausgebaut werden, sondern sind laut Bundesstraßengesetz von den jeweiligen Bundesländern zu finanzieren. Als Fixstarter für das Abstellgleis gilt auch die Klagenfurter Schnellstraße S37.

Als Druckmittel für die Verhandlungen mit den Landeshauptleuten bietet sich das Regierungsprogramm an. Darin steht explizit, dass die Verkehrsministerin Drittmittel einwerben, also Mitzahler suchen soll. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, 14.12.2009)

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noch immer ein bisserl fett im kornfeld
14.12.2009 13:31

wahrscheinlich würde es reichen, die kostenvoranschläge zumindest annähernd einzuhalten ...

Dominique Lautrec
19.03.2010 13:02

Experten zur genauen Kostenabschätzung werden dringen gesucht; bewerben sie sich bei der ASFINAG. Ernsthaft: Ein Teil der Budgetexplosionsproblematik geht auf Änderungen in den Bauplänen in letzter Minute oder nach Baubeginn aus. Die beteiligten Firmen lassen sich das dann teuer abgelten, weil ja nicht vertraglich nicht preislich festgelegt.

anton-aus-tyrol
 
14.12.2009 13:28
Die Bures will also der Asfinag auf den Zahn fühlen!

woidviadla
14.12.2009 13:22
Verkehrspolitik = Baupolitik

willkommen in den 60er-Jahren und danke für 70% mIV-Zunahme seit 1990!

bazzinga
14.12.2009 13:09

Ich verstehe es einfach nicht:

Wie schwer kann es sein zu planen wieviel ein Stück Autobahn kosten wird und ob sich das lohnt oder nicht?

MfG
ein anscheinend Ahnungsloser

Entropix
14.12.2009 12:50
Verkehr in

Ösistan: Asfinag, ÖBB, Skylink, AUA. Danke, es reicht!

Seria
14.12.2009 12:38

einiges könnte als Schnellstraße gebaut werden und mit zusätzlichen Geschw Beschränkungen angepasst werden

voiceofVIRUS
14.12.2009 21:15
Dasselbe

Autobahn und Schnellstraße sind dasselbe, mittlerweile auch rechtlich. Eine konsistente Bezeichnung gibt es nicht, und auch Sparvarianten finden sich sowohl bei A als auch bei S

das ist fix
14.12.2009 12:33


Wenn man das Geld der Mineralölsteuer für das Sozialbudget verwendet, dann fehlt halt das Geld für den Straßenbau.

Nichts ist so hoch besteuert wie Treibstoff!

Nothing Hill
14.12.2009 13:40

und nichts verursacht soviel schäden und wertminderung ....

Eugen Roth
14.12.2009 11:40
Ist das der Klimabeitrag,den wir durch unsere Verfehlung des Kyoto Protokolles dringend brauchen

Was Länder machen ,die es durchaus etwas kälter
haben wie wir:
http://www.badische-zeitung.de/ratgeber/... 07525.html

popokatepetl
14.12.2009 11:08
LKW-Maut! PKW-Maut!

Statt in neue straßen sollte das geld lieber in weniger klimaschädliche geschichten gesteckt werden:
ökoenergie-förderung und nützliche dinge wie ganztags-gratiskindergarten für alleinerziehende, mehr öffis und vor allem die EU muss gezwungen werden den transit durch österreich zu führen oder kartoffel aus Österreich in italien zu waschen und in deutschland einzupacken dass sie in irland verkauft werden können...

derartige gebahrungen werden hoffentlich bald der vergangenheit angehören!

H. K.
14.12.2009 10:32
Kostenwahrheit?

Wann steigt man endlich der LKW-Lobby auf die Füße und erhöht massiv die LKW-Steuer? Alleine der durch LKW verursachte Schaden an den Straßen ist enorm und wird nicht einmal annähernd durch Steuern gedeckt. Und bitte keiner mit dann drohenden Preiserhöhungen kommen, denn regionale Produktion würde sich so schnell wieder auszahlen ...

popokatepetl
14.12.2009 22:01
danke...

welch eine wohltat, ihre meldung...

parapente
14.12.2009 12:04
Da müsste aber erst die europaweite Bahn


auf Containertransport umsteigen. Das wurde jahrzehntelang versäumt.
LKW auf Zug (samt Fahrer) ist ja eine Schnapsidee - und viel zu teuer.

tramezzino
14.12.2009 11:19

fiona?

Michael Martinides
14.12.2009 10:17
Lobau-Autobahn canceln

Vielleicht ist das jetzt endlich der Grund um die Lobau-Autobahn zu canceln. Für den innerstädtischen Verkehr sinnlos (da bringt die A23-Verlängerung mehr Entlastung) und ökologisch eine Katastrophe.

das ist fix
14.12.2009 12:34
Donau-BRÜCKE (kein Tunnel)


Die Lobau-Autobahn sollte vernünftig gebaut werden - und das heißt konkret: Donau-BRÜCKE!

Dungeon
14.12.2009 10:30
Die Lobauautobahn

ist allerdings auch nicht als entlastung des innerstädtischen verkehrs gedacht (bzw nur indirekt), sondern für den fernverkehr richtung nord/osten. sie hat also überregionale bedeutung und wird deswegen vom bund finanziert (zumindest dem artikel nach).

voiceofVIRUS
14.12.2009 21:18
Mal so mal so

Grundsätzlich haben sie recht. Wenn es der Asfinag gerade passt, dann ist sie allerdings auf einmal nicht mehr für den Fernverkehr da, sondern zur Entlastung der Ortsgebiete. Bei nächster Gelegenheit haben sie dann wieder nie gesagt, dass es zu einer Entlastung kommen würde, weil dafür braucht es ja eine Umfahrung usw.

Michael Martinides
14.12.2009 10:49

... und EBEN WEGEN dem Fernverkehr ist die Lobau-Autobahn abzulehnen, weil zu nahe bei der Stadt bzw. bei den Siedlungsgebieten. Eine Lösung für den Fernverkehr würde ich erst dann begrüßen, wenn östlich des Flughafens bzw. zwischen Fischamend und Orth verlaufen würde.

voiceofVIRUS
14.12.2009 21:23
Sie ist abzulehnen

allerdings weil sie unnötig und kontraproduktiv ist, und nicht wegen der von ihnen genannten Begründung samt angeschlossener Wegschiebe Forderung nach dem . Die derzeit verfolgte Variante ist übrigens schon die "Außenvariante"
Das zwischen Fischamend und Orth wäre erstens ein ziemlich Diagonales Bauwerk und wirds nicht spielen, weil östlich vom Freudenauer Hafen so etwas nicht genehmigungsfähig ist. Für die Technokraten käme dann in diesem bereich schon der Nächste Autobahnring usw.

voiceofVIRUS
15.12.2009 00:15
Floriani Prinzip

... soll heißen Wegschiebe-Forderung nach dem Floriani-Prinzip. (Ist wohl verlorengegangen)

Genosse der Bosse
14.12.2009 09:41
Manager

5 Manager weg , dann haben sie wieder genug Geld

mfg

intelkiller
14.12.2009 09:23
strassenausbau?!

typisch - kyoto-protokoll-ziele versemmelt, aber weiter voll auf den strassenausbau setzten für strecken, die ohnehin niemand braucht ... die sollten das geld lieber in den ausbau des öffentlichen verkehrs stecken! da kann sich die baulobby mindestens genau so gut eine goldene nase verdienen, aber die allgemeinheit hat wesentlich mehr davon und umweltschonender ists auch!

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