Linus Torvalds drängt freien Nvidia-Treiber in den Kernel

13. Dezember 2009, 13:30
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Bereits für kommende Version 2.6.33 aufgenommen - Linux-Gründer hatte persönlich auf Aufnahme gepocht

Mit dem Nouveau-Projekt gibt es nun schon seit einiger Zeit ein Unterfangen, das versucht einen modernen, freien Grafiktreiber für Nvidia-Karten zu entwickeln. Auch wenn man derzeit noch keinen 3D-Support bietet, so hat man doch in den letzten Monaten erhebliche Fortschritte gemacht, so weit dass Nouveau mittlerweile den veralteten "nv" als Standard-Treiber bei Fedora abgelöst hat.

Aufnahme

Ein Umstand, der nun zu einem eher ungewöhnlichen Ereignis geführt hat: Obwohl von den EntwicklerInnen ursprünglich gar nicht vorgeschlagen, wurden die Direct-Rendering-Manager (DRM) Teile von Nouveau nun in den offiziellen Kernel aufgenommen, und sollen so bereits mit der kommenden Release fix ausgeliefert werden. Voran gegangen war eine persönliche Intervention von Linus Torvalds, der sich ob des Fehlens des freien Nvidia-Treibers in den vorgeschlagenen Neuerungen für Kernel 2.6.33 verblüfft zeigte.

Diskussion

Immerhin liefere Fedora Nouveau bereits fix aus, entsprechend gehe er davon aus, dass der Treiber auch reif für eine Aufnahme in den Upstream-Kernel sei, argumentiert Torvalds gegen Qualitätsbedenken. Was folgte war eine Diskussion über rechtlich umstrittenen Firmware-Microcode, der für den Betrieb des Treibers nötig sei, so zumindest die Argumentation der Red Hat-Entwickler für ihre eigenen Bedenken. Schlussendlich fand sich allerdings eine alternative Lösung: Der entsprechende Code wird künftig extern nachgeladen, landet also nicht direkt im Kernel.

KMS

Entsprechend sollte der Kernel mit der Version 2.6.33 Support für das Gros der aktuellen Grafikkarten bieten - samt "Kernel-Based-Mode-Setting". Aber auch für andere Grafikkarten wird es wieder eine Vielzahl von Verbesserungen geben, so soll etwa "KMS page-flipping ioctl" für reibungsfreie Bildschirm-Updates sorgen, womit übrigens der Kernel nun alle nötigen Funktionen für die X-Server-Alternative Wayland beinhaltet. Folgen soll außerdem noch die Aufnahme des vmwgfx-DRM, über das auch die Virtualisierungslösung von VMware direkt KMS nutzen kann. (apo, derStandard.at, 13.12.09)

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Nouveau

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