Silbernes Schumi-Comeback steht bevor

12. Dezember 2009, 16:53
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Laut Medienberichten hat sich Michael Schumacher mit Merce­des auf einen Einjahresvertrag geeinigt - Unterschrift fehlt noch

Kerpen/Berlin - Die Anzeichen für das Sensations-Comeback von Michael Schumacher im Silberpfeil verdichten sich. Jetzt wartet die Formel 1 nur noch auf die Bestätigung des Mega-Deals. Doch der deutsche Rekord-Weltmeister lehnte am Rande eines Kart-Rennens in Kerpen am Samstag jegliche Stellungnahme zu einer angeblichen Einigung mit dem neuen Mercedes-Werksteam ab. Er wolle sich nicht zu geschäftlichen Dingen äußern. Der deutsche Autobauer bezeichnete Berichte über eine unmittelbar bevorstehende Vertrags-Unterschrift als "Spekulation".

Mit orange-rotem Helm und im weißen Overall sauste Schumacher am Samstag bis in die Dämmerung über den Erftlandring des Kart-Clubs Kerpen-Mannheim. Aber den hartnäckigen Gerüchten um seine Rückkehr in die Königsklasse kann er kaum noch entkommen. Mehrere Medien meldeten am Samstag, der siebenfache Champion habe sich mit Mercedes auf die Vertrags-Bedingungen geeinigt. Lediglich einen Medizin-Check müsse Schumacher noch bestehen, berichtete das Nachrichtenmagazin "Focus".

Medien spekulieren

Laut "bild.de" ist die Unterschrift des Formel-1-Idols nur noch Formsache. "Schumacher fühlt sich fit und gesund. Die letzten Tests verliefen komplett positiv", wurde ein angeblicher Insider zitiert. In der kommenden Woche solle der Coup verkündet werden. Schumacher wehrte in Kerpen alle Nachfragen ab. Gemeinsam mit Formel-1-Vizeweltmeister Sebastian Vettel wollte er beim "Winterpokal" im Kart Gas geben. Dieser Auftritt sei Privatsache.

Sein Manager Willi Weber nannte die Comeback-Gerüchte im "Express" zwar "Wunschdenken" und dementierte Kontakte zu Mercedes. Zugleich ließ der Berater jedoch wissen, sein Schützling sei wieder fit für einen Start in der Formel 1. "Er könnte fahren, wenn er wollte." Sein persönlicher Arzt Johannes Peil habe Schumacher "Riesenfortschritte" attestiert, nachdem ein Kurz-Comeback im Sommer noch wegen der Spätfolgen eines Motorrad-Unfalls geplatzt war. Schwere Hals- und Nackenverletzungen hatten im August einen Einsatz des 40-Jährigen als Ersatzmann für Ferrari-Pilot Felipe Massa verhindert.

Keine Unterschrift für Ferrari

Schumacher hatte das Scheitern dieser Pläne seinerzeit tief frustriert. Seither wurde darüber spekuliert, ob er nach Ende der medizinisch notwendigen Zwangspause noch einmal ein Comeback in Angriff nehmen würde. Ferrari-Chef Luca di Montezomolo unternahm beim Internationalen Automobilverband (FIA) sogar den Vorstoß für ein drittes Auto, um Schumacher 2010 ein Stammcockpit bei der Scuderia anbieten zu können. Derzeit ist der Rekord-Champion, der 2006 seine Karriere beendete, Berater bei Ferrari. Einen bereits ausgehandelten neuen Dreijahresvertrag soll er jedoch noch nicht unterzeichnet haben. Angeblich hat er zuletzt mit den Italienern über eine Auflösung aller Verpflichtungen gesprochen.Damit wäre Schumacher frei für Mercedes.

Laut "Focus" ködert ihn der Autokonzern mit einem langfristigen Engagement als Sport-Botschafter. Als Fahrer-Gage für 2010 sind zwischen 3,5 und 7 Millionen Euro im Gespräch. Geld dürfte aber für den Multimillionär ohnehin keine große Rolle spielen. Fraglich ist weiterhin, ob er gesund genug und wirklich bereit für eine weitere Saison mit 19 Rennen ist. In den vergangenen Wochen hatte er sich mit Gattin Corinna zum Urlaub in die USA zurückgezogen.

Zusammenarbeit mit Brawn

Für das neue Mercedes-Werksteam wäre das Engagement des Superstars ein enormer PR-Erfolg. Nach dem Wechsel von Weltmeister Jenson Button zu McLaren sucht der frühere Brawn-Rennstall nach einem zweiten Stammpiloten neben Nico Rosberg. Schumacher soll vor allem die erneute Zusammenarbeit mit Teamchef Ross Brawn reizen, unter dessen Führung er bei Benetton und Ferrari seine sieben WM-Titel gewann. "Es wird immer spekuliert, solange ein Sitz in unserem Team nicht besetzt ist. Und manche Spekulationen sind eben auch Träume, die nicht in Erfüllung gehen", erklärte indes zum wiederholten Male ein Sprecher der Motorsport-Abteilung des Konzerns.

Wie groß das weltweite Interesse an Schumacher und sein Werbewert weiterhin sind, hatte auch der Riesenwirbel um seine Comeback-Pläne im Sommer bewiesen. Der Daimler-Betriebsrat übte allerdings Kritik an dem angeblich bevorstehenden Millionen-Deal mit "Schumi" und verwies auf die wirtschaftliche Krise des Unternehmens. (APA/dpa)

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