Mord im Altersheim: 98-Jährige soll 100-Jährige getötet haben

12. Dezember 2009, 15:54
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Streit um die Platzierung eines Tisches im gemeinsamen Raum

Washington - Das Opfer war 100 - die mutmaßliche Täterin 98: In einem Altersheim im US-Bundesstaat Massachusetts soll eine Greisin ihre Zimmergenossin erdrosselt haben. Zwischen den beiden alten Damen soll es seit Wochen Streit um die Platzierung eines Tisches im gemeinsamen Raum gegeben haben, berichtete der Fernsehsender CNN am Freitagabend (Ortszeit).

Das Opfer, Elizabeth Barrow, hatte sich dagegen gewehrt, dass ihre Mitbewohnerin Laura Lundquist den Tisch ans Fußende ihres Bettes stellte. Sie empfand das Möbelstück hinderlich auf dem direkten Weg zur Toilette. Die mutmaßliche Mörderin war darüber erzürnt. Sie soll Barrow schließlich zum Schweigen gebracht haben, indem sie ihr eine Plastiktüte über den Kopf zog und sie damit tötete. Inzwischen sei Anklage gegen die 98-Jährige erlassen worden. Das Gericht ordnete eine eingehende medizinische Untersuchung an, ob sie einem Prozess folgen kann.

Bezirksstaatsanwalt Samuel Sutter erklärte, das Opfer habe sich in den Wochen vor ihrem Tod häufig darüber beschwert, dass Lundquist ihr das Leben "zur Hölle auf Erden" mache. Sie habe der 100-Jährigen mehrfach angekündigt, dass sie sie überleben werde. Ein Pfleger des Heims sagte, Barrow habe mehrere Angebote abgelehnt, in ein anderes Zimmer zu ziehen. Die beiden alten Frauen hätten ursprünglich ein enges Verhältnis "wie Schwestern" gehabt. Jeden Abend hätten sie sich beim Gute-Nacht-Sagen ihre gegenseitige Zuneigung beteuert.

Zunächst seien die Pfleger daher von Selbstmord ausgegangen, als sie die Tote Ende September in ihrem Bett in dem Altersheim in Dartmouth fanden, hieß es. Eine Autopsie habe dann aber ergeben, dass Barrow stranguliert und erstickt wurde. (APA)

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