Dinko Jukic tritt nach

13. Dezember 2009, 15:57
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Europameister habe OSV-Team im Stich gelassen - "Aber wenn jemand mit Niederlagen nicht umgehen kann, muss er es lassen"

Istanbul - Dinko Jukic hat am Samstag seinen OSV-Teamkollegen Markus Rogan für dessen vorzeitige Abreise von den Kurzbahn-Europameisterschaften der Schwimmer in Istanbul heftig kritisiert. Der Europameister über 200 m Lagen habe die österreichische Mannschaft dadurch im Stich gelassen, da er für sie noch eine Medaille hätte gewinnen können. Rogan hatte noch am Donnerstagabend nach seinem Titelgewinn alle weiteren Nennungen zurückgezogen.

"Er hätte für die Mannschaft noch nachlegen können", meinte Jukic in Richtung Rogan vor allem hinsichtlich der am Samstag geschwommenen 100 m Rücken. Da war Österreichs "Sportler des Jahres 2004" als Vierter der Nennliste Medaillen-, aber nicht erster Goldkandidat gewesen. "Aber wenn jemand mit Niederlagen nicht umgehen kann, dann muss er es lassen", fügte Jukic an. "Aber Cseh wird es ihm in Budapest beibringen."

Rogan hatte seinen Rückzug u.a. damit begründet, dass er sich dadurch in der Vorbereitung auf die Langbahn-Europameisterschaften in der ersten August-Hälfte 2010 in Budapest drei Tage mehr Training gegenüber dem Ungarn Laszlo Cseh herausholen möchte. Cseh selbst beeindruckte dieser Trainingsvorsprung nicht, er startet seine Vorbereitung im Jänner.

Jukic hatte übrigens vor dem EM-Auftakt geahnt, dass Rogan im Erfolgsfall abreisen würde. "Ich habe mit ihm kurz geredet wegen der 200 m Lagen", erinnerte sich der SC-Austria-Wien-Athlet. "Da habe ich ihm gesagt: 'Wenn du Gold und den Europarekord holst, fährst du früher heim'." Rogan habe darauf geantwortet, dass dies eben "Business" sei. Jukic antwortete nach eigenen Angaben: "Nein Bube, das was wir hier machen, ist Sport." (APA/red)

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    Jukic vs Rogan - eine Retourkutsche? In einem Interview mit dem STANDARD am 30. Mai dieses Jahres hatte Letzterer einen Seitenhieb losgelassen:

    Standard: Vor zehn Jahren sind Sie mit Junioren-EM-Medaillen und Rekorden im heimischen Schwimmsport aufgetaucht. Wie hat er sich entwickelt?

    Rogan: Wir stellen schon etwas dar. Für die WM im Juli in Rom sind bereits fünfzehn Schwimmer qualifiziert. Der Schwimmsport ist salonfähig geworden, du kannst sagen, du bist Schwimmer von Beruf. Es gibt in diesem Land eine enorme Dichte an Schwimmprofis.

    Standard: Aber gutes Geld werden wohl nicht viele verdienen.

    Rogan: Da täuscht man sich. Man kann in Österreich, ohne je eine internationale Medaille gewonnen zu haben, ganz gut vom Schwimmsport leben. 70.000 bis 80.000 Euro sind drin. Das gibt es in keinem anderen Land auf der Welt.

    Standard: Sollten so gesehen nicht mehr Erfolge herausschauen?

    Rogan: Vielen Schwimmern geht es in Österreich nicht so gut, dass sie ausgesorgt hätten, aber doch so gut, dass sie lieber nicht aufhören. Den Dinko Jukic, nur zum Beispiel, respektiere ich als Sportler sehr. Aber ich verstehe nicht ganz, dass er, weil er in Österreich gut verdient, die Möglichkeit ausgeschlagen hat, in den USA gemeinsam mit Michael Phelps zu trainieren.

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