iPhone nimmt User in Geiselhaft

12. Dezember 2009, 12:12
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Analyst soll in Zusammenhang mit Apples Smartphone und seinen AnwenderInnen das Wort "Stockholm Syndrom" gebraucht haben

Immer wenn man denkt, über Apples iPhone wurde doch schon wirklich viel gesagt und nun könnte es ruhiger werden, kommt es anders. Diesmal berichten einschlägige Mac-Foren von einem Analysten, der in Zusammenhang mit einem Bericht über das iPhone und seine AnwenderInnen, das Wort "Stockholm Syndrom" gebraucht hat, was auf wenig Gegenliebe stößt.

"Ein tolles Handy mit vielen Fehlern"

Sowohl 9to5 Mac wie auch Gizmodo zitieren einen Analysten von Strand Consult mit den Worten: "Apple hat ein wunderschönes Mobiltelefon mit einem fantastischen User-Interface herausgebracht. Allerdings hat das Handy auch unzählige technische Fehler und Tücken, die von den iPhone-AnwenderInnen jedoch akzeptiert haben und auch noch vehement verteidigen, auch wenn es ihnen deutliche Einschränkungen in ihrem Alltag bringt. Wir haben untersucht was die AnwenderInnen dazu sagen und welche Argumente sie zur Verteidigung des iPhone nennen. Es erinnert uns sehr an das so genannte "Stockholm Syndrom".

Das "Stockholm Syndrom"

Das Stockholm Syndrom wird als psychologischer Terminus Technicus gebraucht und bezeichnet eine enge Bindung zwischen Täter und Opfer, die durch den großen emotionalen Druck auftreten kann. Erstmals tauchte dieser Begriff in Zusammenhang mit einem Banküberfall in Stockholm auf, in dessen Verlauf sich die Geiseln mit ihren Geiselnehmern solidarisierten.

Wahrheit oder Missverständnis?

In Bezug auf die Stockhom Syndrome-Aussage zum iPhone und dessen AnwenderInnen gibt es derzeit allerdings auch andere Spekulationen: es könnte sich nämlich auch um ein Missverständnis oder eine Scherzmeldung handelt. Denn sowohl 9to5Mac wie auch Gizmodo berufen sich auf einen Analysten von Strand Consulting. Ein dänischer Marktforscher heißt aber Strand Consult, Strand Consulting soll hingegen ein kleiner Telekomshop ebenfalls in Dänemark sein.

Strand Consult und das iPhone

Ob es sich nun um einen kleinen Fehler im Artikel oder doch ein großes Missverständnis handelt, wird sich wohl in der kommenden Woche zeigen. Fest steht, dass Strand Consult schon einmal mit einem Report aufhorchen ließ. Der Report mit dem Titel "The moment of truth, a portrait of the iPhone" räumte damals mit einigen Mythen rund um das iPhone auf- darunter: "Das iPhone erhöht den Datenverkehr in den Netzen der Provider", "das iPhone ist ein gutes Geschäft für die Provider", "das iPhone ist das erste Handy mit Touchscreen" und "Im AppStore lässt sich Geld verdienen".(red)

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    "Trotz all seiner Fehler, verteidigten die AnwenderInnen ihr iPhone. Es erinnter an das Stockholm Syndrom" - Dies soll ein analyst gesagt haben, was die Apple-Community nicht freut.

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