1,5 Milliarden gegen den Dominoeffekt

Renate Graber, Bettina Pfluger, Andreas Schnauder
14. Dezember 2009, 19:01
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  • Nach einer durchverhandelten Nacht: Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (l.) und Österreichs
Finanzminister Josef Pröll ...
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    Nach einer durchverhandelten Nacht: Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (l.) und Österreichs Finanzminister Josef Pröll ...

  • ... schlossen den Deal per Handschlag ab. Die Bayern bekommen einen symbolischen Euro für ihre Hypo-Anteile, ebenso wie das Land Kärnten und die Grazer Wechselseitige.
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    ... schlossen den Deal per Handschlag ab. Die Bayern bekommen einen symbolischen Euro für ihre Hypo-Anteile, ebenso wie das Land Kärnten und die Grazer Wechselseitige.

Das Ringen um die Kärntner Hypo Group Alpe Adria hat mit ihrer Verstaatlichung geendet. Die Bayern verzichten auf 825 Millionen Euro, Land Kärnten und Grawe steuern 230 Millionen bei

Das Ringen um die Kärntner Hypo Group Alpe Adria hat mit ihrer Verstaatlichung geendet. Die Bayern verzichten auf 825 Millionen Euro, Land Kärnten und Grawe steuern 230 Millionen bei. Nun wird restrukturiert - wie, weiß noch keiner.

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Am Ende gaben sich alle erschöpft, aber zufrieden. Montagmorgen, kurz vor Schalteröffnung, wurde die Rettung der Hypo Group Alpe Adria verkündet - samt Verstaatlichung. 1,5 Milliarden an Hilfen erhält die Kärntner Hypo, und alle leisten ihren Beitrag: Die drei Eigentümer BayernLB, Land Kärnten und Grazer Wechselseitige ebenso wie der Steuerzahler (also der Bund), der rund 450 Millionen Euro in die Hand nehmen muss, um die Bank aufzufangen.

Bei genauerem Hinsehen sind die Beiträge der Alteigentümer, die ihre Anteile um je einen Euro an die Republik abtreten, ziemlich dürftig. Die Bayern machen genau genommen gar kein Geld locker. Sie wandeln lediglich Kreditlinien im Volumen von 525 Millionen Euro in Eigenkapital um, ziehen bereits investiertes Kapital von 300 Millionen Euro nicht ab. Von einem "Beitrag" von 825 Millionen Euro zu sprechen, erscheint also etwas gewagt.

Tatsächlich frisches Geld muss Kärnten aufbringen, nämlich 200 Millionen Euro. Die Grazer Wechselseitige wurde wegen ihrer knappen Eigenmittel geschont und kommt mit den gemessen an ihrem Fünftel-Anteil bescheidenen 30 Millionen Euro davon.

Notenbank-Chef Ewald Nowotny hat das Fluchtverhalten der Bayern scharf kritisiert. "Das ist kein Vertrauensbeweis" , sagte Nowotny, der sich "ein kooperativeres Verhalten der Bayern" erwartet hätte und auch mehr "internationales Verantwortungsbewusstsein" . Ein öffentliches Institut könne nicht einfach sein Eigentum abgeben, das nach eingehender Due-Diligence-Prüfung erworben wurde.

Zur Zukunft der sechstgrößten Bank Österreichs gab Nowotny keine Details bekannt, nur, dass sie "einer Restrukturierung unterzogen werden soll. Wir haben den Weg festgelegt, aber Bankaufseher sind keine Bank-Manager" .

Jetzt soll auch die Vergangenheit der Hypo Group aufgearbeitet werden. Angesichts von Berichten über Ostmafia-Kontakte und riesige Scheingeschäfte der Hypo am Balkan ortet Nowotny "massiven Aufklärungsbedarf" . Die Justiz hat bereits Ermittlungen aufgenommen, der Standard berichtete exklusiv. Der Notenbank-Chef hofft, dass "intensiv ermittelt" werde. Zuvor hatten die Prüfer von PriceWaterhouseCoopers die Assets der Bank geprüft und sind dabei - wie berichtet - über riskante Kredite und Leasing-Geschäfte gestolpert.

Nicht zu Ende ist das Hypo-Debakel für Kärnten. Trotz Verstaatlichung bleibt die Landeshaftung in der Höhe von rund 19 Milliarden Euro aufrecht. Kärnten trage für die Probleme der Hypo "Mitverantwortung" , stellte Nowotny am Montag fest - und zwar "in voller Frische und frisch rasiert" , wie der Gouverneur in einer Pressekonferenz nach der langen Verhandlungsnacht betonte. Die Geschichte der Hypo sei eng verwoben mit der Geschichte von Kärnten, daher könne man das Land jetzt nicht aus seiner Pflicht entlassen.

Dramatische Situation

Im 17-stündigen Verhandlungsmarathon zuvor wurden auch die Chefs der vier Großbanken (Bank Austria, Erste Group, RZB und Bawag; auch ein Vertreter der Niederösterreich-Hypo war da) beigezogen. Sie sollten dazu überredet werden, Eigenkapital einzuschießen - ein Wunsch, den Willibald Cernko, Andreas Treichl, Walter Rothensteiner und Stefan Koren freilich abblockten. Die Bank Austria hätte ihre laufende Kapitalerhöhung gefährdet gesehen und die Erste verwies auf Auswirkungen auf den Aktienkurs.

Den Umgang mit der Hypo konnten manche der Banker nicht nachvollziehen, "da wurde viel zu lange zugeschaut wie die Bank auf den Abgrund zusteuerte" . Liquiditätseinschüsse in Form von Krediten sagte man letztendlich aber zu, freilich nur, wenn der Staat die Mehrheit an der Bank übernimmt. Als genau das geschehen war, räumte Finanzminister Josef Pröll die Dramatik der Situation ein. Er sprach in einer Video-Botschaft von einer "der dramatischsten Situationen für die österreichische Bankenlandschaft in den vergangenen Jahrzehnten" .

Die Verantwortung für das Hypo-Debakel übernahm niemand. Die Risiken hätten bis zum jüngsten Asset-Screening in der Bank "geschlummert" und seien "gut versteckt" gewesen, erklärte Helmut Ettl, einer der Chefs der Finanzmarktaufsicht.

Nicht deklariert, ob er nun Geld vom Bund haben will, hat sich am Montag Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl. Für den Fall, dass derBund der Hypo beispringt hatte Niessl angekündigt, Geld vomBund zu fordern. Und zwar jene 500 Millionen Euro, die das Burgenland zur Rettung der Bank Burgenland aufgewendet hat. (Renate Graber, Bettina Pfluger, Andreas Schnauder, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.12.2009)

 

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Posting 1 bis 25 von 4066
Nix frisches Geld aus Kärnten...

Auszug aus der heutigen Presse:

Dasselbe gilt auch für die „Liquidität“, die von den Alteigentümern „eingebracht“ wird. Die Kärntner Verhandler haben das gestern präzisiert: Bei den 227 Millionen Euro Liquidität, die sie laut Rettungsvertrag „zuschießen“, handelt es sich – so sie das richtig verstanden haben – um Guthaben des Landes Kärnten, die „nicht abgezogen“ werden. Ähnliches gilt wohl auch für die 500 Millionen „Liquiditätshilfe“ der anderen Banken: Die haben gegen die Hypo Forderungen von mehr als vier Milliarden Euro, hatten also wohl jedes Interesse, dass die Bank am Leben bleibt.

http://diepresse.com/home/wirt... ect=526125

"nicht abgezogen" reicht aber nicht, es wird wohl in Eigenkapital umgewandelt werden müssen.

Nach Beobachtung der Qualität österr. Poliktik über die letzten 30 Jahre bleibt mir als Ergebnis nur ein Resumee: siehe Fußball-Nationalmannschaft.

Prölls Vollversagen wird uns noch einiges kosten. Steuerzahler, rettet, was ihr könnt!

Warum haftete Kärnten angeblich mit 18 Milliarden,

wenn sonst an sich Aktionäre nur mit ihrer Einlage haften?

Weil das Land Kärnten so fahrlässig war

eine Haftungserklärung bis zum Jahr 2017 abzugeben!

ganz einfach : kärnten haftet für die verbriefte kreditaufnahme = anleihen

und dies habem mit dem eigenkapital nichts zu tun.

ausserdem
hätte die hgaa keine anleihe platzieren können,
o h n e diese landeshaftung...you know ?

weil sie dafür geld bekommen. geld für nichts. glatter betrug.

Ich glaube eher, dass seit dem Verkauf die Bayrische Landesbank haftete und nicht ein Minderheitsaktionär,

der schon lang nicht mehr am operativen Geschäft und in die Unternehmensstrategie eingebunden ist. Die Bayern hätten sich dann aus der Verantwortung geschlichen, nicht Kärnten. Kärnten hat früh genug erkannt, dass es für Bilanzen in der Höhe nicht gerade stehen kann. Und die Bank verkauft. Was ist da so übel dran?

Du mußt ein Kärntner BZÖ-Wähler sein,

du verstehst es nicht:

Wenn die Bank pleite gegangen wäre, hätte das Land Kärnten mit 18 Mrd. Euro gehaftet! Das 9-fache des Landesbudgets, Kärnten wäre mit einem Schlag zahlungsunfähig geworden!

Der Bund hat das Land zur Schadensbegrenzung noch mal gerettet, nachdem die Dörfler/Scheuch Falotten angekrochen gekommen sind.....

wenn kärnten früh genug erkannt hat,

dass es für eine bilanz in dieser höhe nicht geradestehen kann, warum hat es dann haftungen für 18mrd übernommen?

die bank ist ja nicht in der Größe gegründet worden, sondern (allerdings zuletzt ziemlich rasch) auf diese Größe angewachsen

im nachhinein finde ich, Haider hat zum besten zeitpunkt in weiser Voraussicht verkauft - optimalst!!!

übrigens: die SPÖ hat im zusammenhang mit dem HYPOAA - Verkauf immer den "völlig überstürzten Verkauf von Landeseigentum" kritisiert!!!

silvio, willst du es nicht verstehen?

oder kannst es nicht?

nicht der verkauf wurde für kärnten zum problem; es ist die landeshaftung über 18 milliarden, für die die kärntner haften sollten (und nun alle österreicher haften).

bei einem budget von 2 mrd im jahr, hätte sich kärnten die nächsten 9 jahre nicht einmal eine wurstsemmel leisten können; ganz zu schweigen von geschenken an die bevölkerung (die sie ohnehin selbst zahlt - denk mal darüber nach), gehälter der beamten, der landesregierung, anderen zahlungsverpflichtungen etc. etc. etc..

die haa hätte kärnten in eine gänzliche zahlungsunfähigkeit gestürzt; die kärntner sollten sich bei den anderen 8 bundesländern bedanken anstatt sich zu beklagen.

niemand beklagt sich

aber so viel ist Kärnten schon wert

ich hoff, wir können uns einmal revanchieren

: )

:-D

vielleicht gibts ja mal die chance auf revanche; ansonsten bleibt so freundlich wie ihr seid und hinterfragt ein wenig mehr die politischen handlungen und aussagen eurer "volksvertreter".

In weiser Voraussicht

hat er gleichzeitig eine Haftung über 18 Mrd. abgegeben.

Wen der Bund die auf den Knieen daherkriechenden Kärnter nicht gerettet hätte, wär der Ofen schon ganz aus.

Kärnten, das über ein Budget von rund zwei Milliarden Euro verfügt, ging allein gegenüber der Hypo eine 18-Milliarden-Euro-Haftung ein. Im Vergleich dazu: Der Bund hat insgesamt Haftungen von 103,6 Milliarden Euro bei einem Budget von 80 Milliarden.

was is endlich . . . .

mit einem Aufsichtskommissär für Kärnten : 0 zusätzliche Verschuldung für die nächsten 6 Jahre !!! Dann ist das BZOE gottseidank Geschichte, nachdem es auch keine anderen Parteien gibt ( SPOE is schmähstaat seit Wochen, OEVP verteilt Speckbrotz = das einzige was Martinz vielleicht kann ) brauchen wir auch keine Wahlen, keine Wahlkampfkostenrückerstattung und keine Parteienfinanzierung. 1 Regierungskommissär reicht, in ein paar Tahen ist alles ausgestanden !

Pröll berlusconisieren.

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morgenlektüre

bitte kaffee geniessen und langsam die letzten kommentare unserer fähigen auf der zunge zergehen lassen:

kulterer: bankgeschäft ist halt risikogeschäft...
pröll: haben lehre gezogen...
dörfler: ein erfolg ! die bank in guten händen.
und dann die krönung: wir haben keine karten in der hand gehabt...

Nicht einmal ein psychologe kann da mehr helfen !!
Aber immerhin das ergibt wieder 5 jahre stoffe für kabbarett...

unserer fähigen

BilligeTastatur ???
Keine Anführungsstricherln?

WIR ALLE

sind zu feig zu den Waffen zu greifen!

na und?

Was sollen Waffen bringen? Sie stecken geistig noch im 20. Jahrhundet fest!

Sagt Ihnen die "orange Revolution" in der Ukraine etwas? Vermutlich nicht, denn dort war die Revolution ohne Gewalt ....

nicht zu feig, aber zu klug!

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