Blair rechtfertigt Irak-Einmarsch

12. Dezember 2009, 09:42
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"Saddam war zu große Bedrohung für die Region" - Auch ohne Massenvernichtungswaffen

London - Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair hat die Entscheidung für den Irak-Krieg verteidigt - obwohl der Irak anders als behauptet keine Massenvernichtungswaffen hatte. Der Diktator Saddam Hussein sei eine zu große Bedrohung für die Region gewesen, sagte Blair am Samstag in einem Interview mit der BBC. Ohne das Argument der Waffenvernichtungswaffen hätte es eine andere Rechtfertigung für den Einmarsch geben müssen.

Auf die Frage, ob er sich auch für den Krieg entschieden hätte, wenn er gewusst hätte, dass der Irak über keine chemischen oder biologischen Waffen verfügte, sagte er: "Ich hätte immer noch gedacht, dass es das Richtige ist, Saddam Hussein zu beseitigen. Offensichtlich hätte man dann, was die Art der Bedrohung betrifft, andere Begründungen heranziehen müssen."

Blair steht zur Zeit wieder im Rampenlicht, da in London ein Untersuchungsausschuss über den britischen Einsatz im Irak tagt. Anfang kommenden Jahres soll der Ex-Premier vor dem Gremium aussagen.

Die Briten waren im März 2003 an der Seite der USA in den Irak einmarschiert - ohne UN-Mandat und ohne Unterstützung des Volkes. Als Grund nannte die Regierung Blair damals, dass der Irak Massenvernichtungswaffen habe und diese innerhalb von 45 Minuten einsetzen könnte. Dies hatte sich jedoch später als falsch herausgestellt. Im Sommer waren alle britischen Truppen aus dem Irak abgezogen worden. (APA)

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