Muslime demonstrieren gegen Minarettverbot

12. Dezember 2009, 18:55
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Hetze gegen Muslime beklagt - Deutscher Islamprediger an Grenze abgewiesen

Bern - Rund 700 Muslime haben am Samstag in Bern friedlich gegen das Ende November in einer Volksabstimmung in der Schweiz beschlossene Minarett-Verbot protestiert. Die Kundgebungsteilnehmer beklagten dabei besonders eine Hetze gegen den Islam. Die Kundgebung stand unter dem Motto "Islam ohne Vorurteile".

Er glaube nicht, dass die 57,5 Prozent der Schweizer Stimmbürger, die für das Minarett-Verbot gestimmt hätten, Islamhasser seien, sagte der Organisator, der Schweizer Muslim Nicolas Blancho. Mit systematischer Propaganda sei ihnen aber Angst eingejagt worden. Aber auch die Muslime selbst seien mitschuldig. So gebe es einige, die sich nicht richtig verhielten und den Gegnern noch Munition lieferten. Blancho zeigte sich mit dem Protest zufrieden. "Wir haben genau das gezeigt, was wir wollten", sagte Blancho.

Prediger an Einreise gehindert

"Wir sind nicht gekommen, um die Schweizer Bevölkerung zu beschuldigen", sagte ein angereister Theologe der islamischen Schule in Braunschweig und Vorstandsmitglied des Vereins "Einladung zum Paradies".

Der zu dem Protest angekündigte Islamprediger Pierre Vogel konnte aber nicht teilnehmen, gegen ihn war von der Schweiz ein Einreiseverbot erlassen worden. Er war Freitagabend um etwa 22.30 Uhr am Autobahnzoll Weil am Rhein an der Einreise gehindert worden. Danach musste er die Rückreise nach Deutschland antreten. (APA/AP)

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