Hetze gegen Muslime beklagt - Deutscher Islamprediger an Grenze abgewiesen
Bern - Rund 700 Muslime haben am Samstag in Bern
friedlich gegen das Ende November in einer Volksabstimmung in der
Schweiz beschlossene Minarett-Verbot protestiert. Die
Kundgebungsteilnehmer beklagten dabei besonders eine Hetze gegen den
Islam. Die Kundgebung stand unter dem Motto "Islam ohne Vorurteile".
Er glaube nicht, dass die 57,5 Prozent der Schweizer Stimmbürger,
die für das Minarett-Verbot gestimmt hätten, Islamhasser seien, sagte
der Organisator, der Schweizer Muslim Nicolas Blancho. Mit
systematischer Propaganda sei ihnen aber Angst eingejagt worden. Aber
auch die Muslime selbst seien mitschuldig. So gebe es einige, die
sich nicht richtig verhielten und den Gegnern noch Munition
lieferten. Blancho zeigte sich mit dem Protest zufrieden. "Wir haben
genau das gezeigt, was wir wollten", sagte Blancho.
Prediger an Einreise gehindert
"Wir sind nicht gekommen, um die Schweizer Bevölkerung zu
beschuldigen", sagte ein angereister Theologe der islamischen Schule
in Braunschweig und Vorstandsmitglied des Vereins "Einladung zum
Paradies".
Der zu dem Protest angekündigte Islamprediger Pierre Vogel konnte
aber nicht teilnehmen, gegen ihn war von der Schweiz ein
Einreiseverbot erlassen worden. Er war Freitagabend um etwa 22.30 Uhr
am Autobahnzoll Weil am Rhein an der Einreise gehindert worden.
Danach musste er die Rückreise nach Deutschland antreten. (APA/AP)