Tiger Woods im Bunker: Karriere ausgesetzt

14. Dezember 2009, 06:18
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Für "unbestimmte Zeit" - Golf-Superstar gesteht auf Homepage erstmals Ehebruch - Sponsoren springen ab

New York City - Golf-Superstar Tiger Woods wird sich auf unbestimmte Zeit vom Golfsport zurückziehen. Das kündigte der 33-Jährige am Freitag auf seiner Website an. Er brauche Zeit, um "den Schaden zu reparieren", den er durch seine Untreue in der Ehe verursacht habe. Es war sein erstes offizielles Bekenntnis zu außerehelichen Aktivitäten. Woods bat Fans, Geschäftspartner, den Golf-Verband PGA und seine Golfkollegen um Verständnis und erbat Rücksicht auf seine Privatsphäre.

Woods räumte auf seiner Website ein, dass der Schaden, den er angerichtet habe, womöglich nicht mehr zu reparieren sei. Er bat wegen seines Verhaltens um Verzeihung. Nun sei wichtig, dass seine Familie Zeit bekomme, in geschützter Privatsphäre persönlich zu genesen. Seine ganze Aufmerksamkeit werde er nun darauf lenken, ein besserer Vater, Ehemann und Mensch zu werden: "Ich bin mir zutiefst bewusst, dass ich mit meiner Untreue viele Menschen enttäuscht und verletzt habe, vor allem meine Frau und meine Kinder." Es brauche nun Zeit, um den Schaden zu reparieren. "Es wird vielleicht nicht möglich sein, aber ich werde mein Bestes versuchen", hieß es.

Woods kommt seit einem leichten Autounfall, bei dem er Ende November Kratzer im Gesicht und Prellungen erlitten hatte, nicht mehr aus den Schlagzeilen heraus. Amerikanische und britische Boulevardzeitungen und Internetseiten haben zahlreiche Bilder von Frauen veröffentlicht, mit denen der Vater zweier Kinder angeblich verbandelt war. Der mit der Schwedin Elin Nordegren verheiratete weltbeste Golfspieler räumte später "Verfehlungen" ein. Das Boulevard-Blatt "Sun" berichtete, dass Woods von seiner wütenden Frau, dem 29-jährige schwedische Ex-Model Elin Nordegren, ein Handy an den Kopf geschleudert bekam und dabei einen Vorderzahn einbüßte.

Tipps von Daly

Mittlerweile hat sich ausgerechnet Golf-Exzentriker John Daly zu Wort gemeldet um Woods Rat hinsichtlich seines Privatlebens anzubieten. Der Tiger solle um seine Ehefrau kämpfen, falls er sie noch liebe.  "Ich habe einfach das Gefühl, dass ich, nach all dem, was ich durchgemacht habe, ihm vielleicht einen Rat geben könnte", sagte Daly. Er selbst war viermal verheiratet und schlägt den Ball bei Turnieren schon einmal von Bierdosen ab.

Woods verliert seine Sponsoren

Die Affäre hat Woods' sorgfältig gepflegtes Image als untadeligen Sportsmann angekratzt, das ihm zahlreiche lukrative Werbeverträge eingetragen hat. Der 14-fache Major-Sieger ist dem Wirtschaftsmagazin "Forbes" zufolge der am besten verdienende Sportler der Welt. Sein Jahresverdienst wird auf etwa 130 Millionen Dollar (etwa 90 Millionen Euro) geschätzt. Durch seine Turniere und Auftritte sowie die Werbung für Getränke, Uhren, Sportartikel und Computerspiele war er laut "Forbes" kürzlich zum Milliardär geworden.

Mittlerweile haben jedoch bereits die ersten Sponsoren angekündigt, ihre Zusammenarbeit mit dem Weltranglistenersten zu überdenken. Das weltweit agierende Managementberatungsunternehmen Accenture PLC teilte mit, dass die sechsjährige Zusammenarbeit mit Woods beendet sei. Woods sei "nicht mehr der richtige Werbeträger", zitierte das "Wall Street Journal" aus einer Mitteilung des Unternehmens.

Der Rasiererhersteller Gillette hatte bereits am Samstag einen Rückzieher gemacht. Man wolle Woods Rolle in der Werbung einschränken und damit seinem Wunsch nach mehr Privatsphäre entsprechen, so der Konzern.

US-Sportartikelhersteller Nike dagegen kündigte eine Fortsetzung seiner Kooperation mit Woods an; Das Telekommunikationsunternehmen AT&T überlegt noch, seinen Vertrag zu verlängern: "Wir stehen hinter seiner Entscheidung. Unsere Gedanken sind bei ihm und seiner Familie. Wir sind dabei, unser Verhältnis zu Woods neu zu bewerten", so das  mit. (APA/AP/red)

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    Tiger in trouble

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    Weiß, wovon er spricht: John Daly (mit Freundin).

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