Franz Kössler

"Viel mehr wäre möglich gewesen"

11. Dezember 2009 19:24
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    Foto:orf/hans leitner

    "Damals war der Pluralismus im ORF gefährdet": Kössler über die Revolte der ORF-Redakteure 2006. Seine "Hoffnungen haben sich nicht verwirklicht".

Für einen zweiten Hugo Portisch war er vielleicht zu leise - Franz Kössler, der einmal "Chefkommentator" des ORF wurde, geht

"Möglichst unpathetisch" will Franz Kössler Mittwoch seinen 250.000 Zuschauern sagen: Das ist sein letztes Weltjournal. Er geht mit 58 per Golden Handshake.

Ein Jahr wollte er beim ORF bleiben, 30 wurden es. Korrespondent, in den 1990ern TV-Chefredakteur unter Gerhard Zeiler, Chefkommentator, Chef des Weltjournal.

2006 organisierte Kössler den "Aufstand" gegen die bürgerliche ORF-Führung mit: "Damals war der Pluralismus im ORF gefährdet." Die Revolte bereitete die Stimmung auf für Alexander Wrabetz' Generalswahl. Kössler: "Ich habe mir viel mehr erwartet, viel mehr wäre möglich gewesen." Druck der Politik, der Finanzen, der Konkurrenz wäre zu überwinden gewesen. Vielleicht meint er, dass Wrabetz sein Management nach Politwünschen besetzte. Dass er nun Regierungsgeld gegen Personalwünsche der ÖVP tauscht.

Jetzt studiert der 58-Jährige Biologie. Genug des Abstrakten, sagt der Doktor der Philosophie und Journalist. Die wissen auch stets zu wenig, wovon sie berichten. Zum Konkreten. Wobei: Die ersten Kapitel Mikrobiologie lassen sich auch nicht leicht fassen.

Weltjournal als "Gegenprogramm"

Ums Fernsehen sorgt er sich. Schon die Philosophen in Frankfurt sagten: ein autoritäres Medium, ein verflachendes. Als dominanter Informationskanal abgelöst vom Internet, werde es "immer mehr Unterhaltungsmedium".

Das Weltjournal versteht er als "Gegenprogramm". Doch Außenpolitik finde immer weniger Interesse, nicht nur in Österreich. "Vielleicht, weil nach dem Kalten Krieg nicht mehr so klar ist, wer die Guten und wer die Bösen sind."

Claudia Neuhauser aus dem Büro des scheidenden Magazinchefs Johannes Fischer soll das Weltjournal leiten. Kössler hofft, dass die Redaktion, im Gegensatz zu Eco, nicht im ZiB-Team aufgeht. (Harald Fidler, DER STANDARD; Printausgabe, 12./13.12.2009)

Kommentar posten
24 Postings
a number only
14.12.2009 13:54

Mit 58 in Pension schicken. Der Firma muss es sehr gut gehen...

archimed
14.12.2009 10:20
nachbesetzung

wir brauchen dringend einen ersatz für franz kössler, ich hoffe der orf hat da schon einen mann/frau in peto, der ein ähnliches format hat...

Countblue
13.12.2009 16:45
Brain drain

Wer bleibt da noch?

FAZIT:
Das kann ja eiter werden. (sic!)

CB

Diana Rigg
13.12.2009 16:19
danke für´s weltjournal!

Franz Kössler, ich mag seine Art/ Gentlemen und zwischendurch auch mal bissig!

Das Weltjournal ist (war?) eine gute Sendung°!°°

Meuterei auf der Boeing
13.12.2009 00:23

Dieser Abgang schmerzt weniger als die Verkürzung um 15 Minuten.

cbrzeasu
12.12.2009 21:05
sehr sehr schade

auf diesem Weg vielen vielen Dank für seine vorbildliche Berichterstattung, er wird uns sehr fehlen, alles Gute

10 dag Meinungswurscht - dünn aufschneiden bitte!
 
12.12.2009 18:47
War immer unfair ...

... ihn an Hugo Portisch zu messen!

Das Weltjournal war eines der wenigen Formate wo ich hin und wieder hingeguckt habe!

Jetzt kommt die Biologie ... - bewundernswert!

Das Fernsehen, oh graus, es verkommt immer mehr zu einer platten Entertainmentschiene für den Mob, für das Dummtum und für die Günstlinge und Politiker.

Internet, Printmedien, Bücher ... das ist mein "Revier"! ;-)

santamonica
12.12.2009 17:02
hier scheints fehlinformationen zu geben: die alternative zu einem golden handshake ist aufs abstellgleis gestellt zu werden und dort zu vergammeln. lasst die redakteure in ruhe, die das annehmen. unter normalen umständen würden sie wohl liebend gern

bis zum regulären pensionsalter interessante arbeit machen. nicht umsonst war kössler 30 jahre beim orf. aber identifizieren darf man sich heute nich tmal mehr mit dieser anstalt

darthy .
12.12.2009 16:49
schade

das weltjournal ist eines der wenigen orf-formate, die noch qualität haben...

suboptimal
 
12.12.2009 20:50
ha

deswegen muss es ja weg

peter marx
12.12.2009 11:56
Sauerei

Mir krampft es den Magen zusammen: Mit 58 in Pension? Und unsereins muss bis 65 arbeiten und irre Steuern sowie Sozialversicherungsbeiträge zahlen, damit diese feinen Pinkel sich auf die faule Haut legen können! Wahrscheinlich kriegt er eine Zusatzpension vom ORF, für die uns Zwangsgebühren abgeknüpft werden. Es ist schlicht und einfach eine bodenlose Sauerei!

Dante Alighieri
12.12.2009 22:55

"Und unsereins muss bis 65 arbeiten"

Wer ist "unsereins"? Das durchschnittliche Pensionsalter von Männern liegt in Österreich um die 58 Jahre. Kössler ist also weder besser noch schlechter als der Durchschnittsösterreicher.

10 dag Meinungswurscht - dünn aufschneiden bitte!
 
12.12.2009 18:48
Was wollen´s ...

... wär er ÖBBler gewesen, hätt er jetzt schon seinen Doktor in Biologie!

Summa cum Staude ... ;-)

living reef
12.12.2009 10:32
für ein weltjopurnak gäbe es ausreichend themen jenseits von kriegen!

hunger, wassermangel, bedrohung durch steigende meeresspiegel, vernichtung der umwelt, konsum- und produktionsrausch...

Friedrich Gruber
12.12.2009 01:23
Ein echter Genosse gegen alles "Bürgerliche"

kassiert mehrere Hunderttausend Euro für die Frühpension.

Geruhs Durtglpdd
12.12.2009 12:57

Da sind sie aber nicht besonders gut Informiert.

ferdo
11.12.2009 22:26

feig ??????????????

ubu roi
11.12.2009 21:10

völlig verrückt, genauso wie scholls abgang. der könnte noch locker ein paar jährchen sehr gut arbeiten.

Frobin Jojo
12.12.2009 12:57

Sowieso alles völlig verrückt in der österreichischen TV-Landschaft: der öffentlich-rechtliche ORF kauft sich (weil's im staatlichen Fernsehen nur mehr um Quote geht!!) das ultimative Privat-TV-Format mit dem ultimativen Privat-TV Moderator Dominik Heinzl ... ATV holt sich dafür 2 verstaubte Kultur-Fuzis vom ORF, die aber sowas von öffentlich-rechtlich sind (weil so dermaßen elitär-spießbürgerliches Kulturverständnis und Auftreten schlicht nur dort möglich ist).

Völlig verrückt und verdreht. Wette, dass die Kulturfuzis bei ATV nix reißen (quotenmäßig) und Heinzl beim ORF auch nur verliert (nicht an Niveau ... das geht wohl nicht mehr ... aber an Relevanz für die Zielgruppe).

dritter mann
 
12.12.2009 01:42
agree -

beider Abgang ist nahezu unerträglich. Leise Stimmen der Vernunft und obendrein derart hilfsbereit gegenüber Kollegen aus allen anderen Medien. - Nun, der ORF scheint es sich ja leisten zu können. Dennoch: Viel Wehmut, sehr vielen Dank, liebe Schuschi und Ihnen, geschätzter F.K. - im Bewusstsein, dass es ein Leben nach dem ORF gibt! Alles, alles Gute für alle Eure Projekte***

Lirum Larum
12.12.2009 13:43

stimme ihnen völlig zu. Zwei große, professionelle Journalisten, von denen man sich Zusammenhänge erklären lassen wollte.
Was derzeit an Journalismus übrig geblieben ist: Fr. Thurnher flirtet mit den Zusehern und ist deswegen beliebt ... wie peinlich!
Ich will Infos, gut aufbereitet, uneitel präsentiert. Ist das so schwer???

baumfreund
11.12.2009 20:57
"ums fernsehen sorgt er sich"

da ist er wohl nicht der einzige!

tramezzino
11.12.2009 20:31
einen euro

pro zuschauer abfertigung (mindestens) wird er wohl enstreifen.

servierwagen
13.12.2009 19:06

Ein Euro ist er mir wert.

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