Damit Mensch und Maschine einander besser verstehen

11. Dezember 2009, 18:58
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    foto: markus peherstorfer

    Sieht so das Lenkrad der Zukunft aus? Usability-Forscher Manfred Tscheligi probiert es am Simulator aus.

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    An diesem Display, das in der Halbleiterproduktion bei Infineon in Villach eine Rolle spielt, könnte man noch einiges verbessern, meinen die Salzburger Forscher.

Christian-Doppler-Labor "Contextual Interfaces" an der Uni Salzburg eröffnet - Infineon und Audio Mobil wollen das Auto und die Fabrik der Zukunft entwickeln

Salzburg - Autofahren ist mitunter eine stressige Angelegenheit. Von allen Seiten strömen Informationen auf den Fahrer ein, Myriaden von Knöpfen und Anzeigen verteilen sich auf Lenkrad, Armaturenbrett und Mittelkonsole. Wer Autoradio, Klimaanlage, Fensterheber, Gangschaltung, Lichthebel und Navigationsgerät bedient und gleichzeitig auch noch auf den Verkehr achten soll, ist schnell überfordert.

"Cognitive overload" heißt dieser Zustand in den Worten von Manfred Tscheligi. Der gebürtige Kärntner ist seit 2004 Professor für "Human-Computer Interaction & Usability" am ICT&S Center der Uni Salzburg. Seit 1. Dezember leitet er auch das neue Christian-Doppler-Labor "Contextual Interfaces". Er will den Autofahrern das Leben einfacher machen.

Vibrierendes Lenkrad

Bisher strömt die Informationsflut fast ausschließlich über den Sehsinn auf den Benutzer ein, sagt Tscheligi - man könnte aber auch andere Sinne besser nutzen. Akustische Einparkhilfen seien ein Beispiel dafür, er denke aber auch an ein Lenkrad, das bei Gefahr vibriert. Auch den Beifahrer und die Passagiere auf den Rücksitzen müsse man stärker als bisher mitdenken, sagt Tscheligi. Der Beifahrer etwa könnte über ein eigenes Display mit Informationen zur Fahrt versorgt werden, während sich der Fahrer auf die Straße konzentriert.

Solche und ähnliche Ansätze probieren Tscheligi und seine Mitarbeiter im Salzburger Labor an einem eigenen Simulator aus. Im Moment ist dort ein Lenkrad installiert, in das ein Bildschirm und sämtliche Bedienelemente bereits eingebaut sind. Bei Testpiloten werden Daten wie Augenbewegungen oder Herzfrequenzen gemessen, um zu sehen, wie sie damit umgehen. Industriepartner für diesen Anwendungsbereich ist das oberösterreichische Unternehmen Audio Mobil, das Elektroniklösungen für Autocockpits anbietet.

Benutzerfreundlichere Fabriksroboter

"Es geht um die Schnittstelle von Mensch und Maschine", sagt Tscheligi, das gelte auch für den zweiten Anwendungsbereich: Gemeinsam mit dem Halbleiterchip-Hersteller Infineon Technologies Austria sollen die Produktionsabläufe in der Villacher Infineon-Fabrik verbessert werden. Die Fabrik sei hochgradig roboterisiert, schildert Tscheligi. Man werde zum Beispiel versuchen, die Displays der Roboter benutzerfreundlicher zu gestalten.

Für Infineon ist es bereits das fünfte Christian-Doppler-Labor, das vom Unternehmen unterstützt wird. "Wir haben den Ehrgeiz, die Innovationsfabrik in der Halbleiterei weltweit zu sein", sagte Vorstandsvorsitzende Monika Kircher-Kohl am Freitag bei einer Pressekonferenz zur Eröffnung des Labors: "Das ist ein Projekt, das uns auch hilft, den Standort Österreich abzusichern."

Verfeinerte Forschungsmethoden

Neben den beiden Anwendungsbereichen Auto und Fabrik soll im neuen Christian-Doppler-Labor auch Grundlagenforschung zum Thema Benutzerfreundlichkeit geleistet werden. Dabei geht es unter anderem um das Hinterfragen von Qualitätsfaktoren wie Sicherheitsgefühl, Freude bei der Benutzung, Vertrauen oder soziale Akzeptanz von Robotern. Auch die Forschungsmethoden zum Thema Usability sollen verfeinert werden.

Das Christian-Doppler-Labor "Contextual Interfaces" ist auf sieben Jahre angelegt, verfügt über ein Jahresbudget von 500.000 Euro und wird je zur Hälfte durch Bundesmittel und durch die beiden beteiligten Unternehmen finanziert. Das Land Salzburg stellt eine Anschubfinanzierung zur Verfügung. Insgesamt arbeiten im Labor etwa 15 Mitarbeiter (Postdocs, Dissertanten und Diplomanden) aus verschiedenen Disziplinen wie Informatik, Kommunikationswissenschaft, Psychologie, Soziologie oder Design. (Markus Peherstorfer, derStandard.at, 11.12.2009)

werwolfi
01
13.12.2009, 04:05

"Myriaden von Knöpfen und Anzeigen verteilen sich auf Lenkrad, Armaturenbrett und Mittelkonsole."

bitte?

also entweder ist der autor in einem jumbocockpit gelandet oder er sollte sich ein ordentliches auto anschaffen...

2 ordentliche rundinstrumente in der mitte (tempo, drehzahl) mit ein paar lämpchen (blinker, beleuchtung etc.) dazwischen und einem display (das allerd. nur bei offenen türen & klappen oder irgendwelchen problemen mit elektrik und elektronik leuchtet und sonst komplett schwarz ist), und 3 kleine rundinstrumente in der mittelkonsole (tank, tempertatur, zeit) sowie all knöpfe & schalter so, dass man sie ohne hinsehen findet. basta.

autoradio, ok, aber FM4 ist bei mir fix verdrahtet ;o) und RDS erledigt den rest.

Pogled
02
12.12.2009, 18:01
Bei vielen Dingen läge die Lösung in einer neuen Einfachheit

Es ist ein Unding, wenn sich simple Teile nur nach ausgiebigem Sudieren einer Gebrauchsanleitung verwenden lassen.
Ich habe mir heuer aus einer Laune heraus ein altes Cabrio gekauft und bin damit zwei mal nach Dubrovnik gefahren. Es war faszinierend, wie entspannend es ist, wenn da nichts sinnloses blinkt, fiept, plärrt und über verprogrammierte Menüs zu bedienen ist. 3 Drehgriffe für Heizung, einer fürs Licht. Sonne und Mond als Navi. Echt funktionell und entspannend.

schwarzerneon
00
12.12.2009, 14:41

Eine sehr nette Inovation für die Autofahrer.Nur stellt sich die Frage wann diese Systeme massentauglich sind und wie es umgesetzt wird in den Autos.

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