Almosen in der Vorweihnachtszeit

Politiker als Feudalherren

11. Dezember 2009, 18:47

In der Vorweihnachtszeit werden Bürger zu Bittsteller und stehen Schlange um die milden Gaben ihrer Landesfürsten

Fehlt nur noch, dass sich Politiker einen weißen Rauschebart umbinden: In der Vorweihnachtszeit reißt regelmäßig eine Sitte ein, die eher in ein feudalistisches Fürstentum denn in eine Demokratie passt. Bittsteller stehen Schlange, um in den Gemächern der Obrigkeit milde Gaben - in Graz waren es heuer 20 Euro - entgegenzunehmen. In Kärnten setz(t)en sich die Landeshauptmänner sogar gerne persönlich hin, um Geld unters Volk zu streuen.

Das Kalkül ist durchsichtig. Die Landesregierungen könnten ihre Sozialhilfen genauso gut überweisen, doch ein paar Euro fallen auf einem Kontoauszug nicht auf. Drücken die Regenten die Scheine hingegen selbst in faltige Hände, bekommt die Omama feuchte Augen - und macht ihr Kreuzerl bei der Wahl vielleicht an der richtigen Stelle.

Mündige Bürger erzieht man so nicht, doch das ist auch nicht beabsichtigt. Denn die könnten draufkommen, dass sie selbst es sind, die den Weihnachtsmännern die Säcke füllen. Steuerzahler sind keine zur Demut verpflichteten Bettler, sie haben Anspruch auf zielgerechte Leistungen.

Wahllos verteilte Almosen sind oft das Gegenteil davon. Vielleicht geben manche Empfänger das Geld für Fortbildungskurse aus; genauso gut können sie es aber versaufen. Kärnten etwa will allen 18-Jährigen, ob reich oder arm, 1000 Euro schenken - für den Führerschein. Eine Investition von immenser gesellschaftlicher Dringlichkeit: Als gäbe es auf den Landstraßen immer noch zu wenige Discoheimfahrer, die es dem verblichenen Landesvater nachmachen. (Gerald John, DER STANDARD, Printausgabe, 12./13.12.2009)

 

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11 Postings
Im A-Geigenlandl 69
00
13.12.2009, 18:17
wahlloses verteilen von steuergeldern - strafbarer missbrauch


zwar haben die strafbehörden amtlich festgestellt, dass der kärntner landeshauptmann sich der folgen seines handelns nur eingeschänkt bewußt ist und dass er daher für sein eigenes handeln nicht bestraft werden kann.

dennoch geht es hier nicht um die verwendung von vermögen des bzö oder um dörflers privatvermögen, sondern um steuergelder.

erfolgt die verwendung fremden vermögens missbräuchlich, so ist dies strafbar (§ 153 stgb - "untreue").

hat irgendjemand einen funken hoffnung, dass sich irgendeine behörde in _diesem_ land herabläßt, dies _ernsthaft_ zu untersuchen???

hingewiesen werden soll aber trotzdem, dass dem kärntner landeshauptmann wieder nur helfen würde, dass sein geisteszustand amtsbekannt ist.

Sand
10
13.12.2009, 10:34
Demokratie in Kärnten? - Wann?

Man of Wealth and Taste
012
12.12.2009, 10:54
Mir wird schlecht

Wenn ich die Bilder mit dem Dörfler (bzw. früher Haider) sehe wird mir schlecht. Wie blöd sind die Leute? LH sein ist echt easy. Die Steuern hebt der "böse" Bund ein und über den Finanzausgleich kriegt man genug Geld um spendabler Fürst spielen zu können.

zensur bei der "fma betrugsverdacht" vertuschung
 
20
13.12.2009, 09:27
des unterbergers neo-senil-liberale meinung - keuch

savonerola
02
13.12.2009, 01:05

Es ist zwar nicht vom Rauscher - nur vom Unterberger - aber trotzdem gut: absolut lesenswerte zutreffende Analyse.

the comedian
 
16
12.12.2009, 12:24
keine werbung fuer erzkonservative schwafler

derstandard ist gottseidank nicht diepresse.

Dante Alighieri
17
12.12.2009, 18:32

Der Unterberger wurde ja sogar der Presse zu blöd -- und das will was heißen!

Dante Alighieri
08
12.12.2009, 02:59

Solange in Österreich, und da ganz besonders in Kärnten, Demütigung als sozial und Hetze als gerecht empfunden wird... anderswo hätten die Wähler diese Demagogen schon lange mit dem nassen Fetzen davongejagt.

readymate
00
12.12.2009, 13:29
Ihr "Anderswo"


liegt aber weit außerhalb der österreichischen Grenzen...!

.

Ava Tar
12
12.12.2009, 00:41
Weil sich in Graz die Grünen haben kaufen lassen

aber die Schwarzen sind schnoddrig und geben nur einen Zwanz'ger

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