Opulenz und Epik

11. Dezember 2009, 17:48
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Das Programm der Wiener Festwochen 2010 im Überblick

Wien - Das Musiktheater-Programm der Wiener Festwochen (14. Mai bis 20. Juni 2010) vorzustellen, übernahm der Intendant selbst: Luc Bondy entschuldigte seinen Festwochen-Musik-Chef, den grippekranken Scala-Intendant Stéphane Lissner, und kündigte einen Alban-Berg-Schwerpunkt an: Es wird einen szenischen Wozzeck (Dirigent: Daniel Harding, Regie: Stéphane Braunschweig) und eine Lulu (Inszenierung Peter Stein, Dirigent: Daniele Gatti) geben. Das "Fest für Alban Berg" beinhaltet auch eine Konzertreihe im Wiener Konzerthaus.

Theaterverantwortliche Stefanie Carp war selbst zugegen. Sie verpasst ihrem Bereich das Motto "Alles anders?" und präsentiert unter anderem auch Peter Stein. Er wird die Festwochen mit seiner zwölfstündigen Fassung von Dostojewskis Die Dämonen beehren. Epische Ausmaße verspricht auch Lipsynch von Robert Lepage: Schauspieler erzählen neun Stunden lang Geschichten. Auch Krystian Lupas Produktion Factory 2 (es geht um Andy Warhol) wird. so Carp, "sieben oder acht Stunden dauern". Wobei: Frank Castorfs Nach Moskau, nach Moskau dürfte ebenfalls kein Synonym für Kürze werden.

Luc Bondy ist zweifach vertreten: Zum einen bringt er seine Londoner Inszenierung von Sweet No- things von David Harrower (nach Schnitzlers Liebelei) nach Wien. Zum anderen inszeniert er am Burgtheater Peter Handkes Neu-Übersetzung von Euripides' Helena (mit Birgit Minichmayr).

Zweimal im Programm Stücke von Elfriede Jelinek: Aus München kommt Rechnitz (Der Würgeengel) in der Inszenierung Jossi Wielers, nachdem Jelinek die Erlaubnis zu einer Aufführung in Österreich erteilt hat. Zudem sieht man noch Die Kontrakte des Kaufmanns. Eine Wirtschaftskomödie in der Regie von Nicolas Stemann, Alvis Hermanis präsentiert die Uraufführung von Kapusvetki - Friedhofsfest. Und Brett Bailey gestaltet im Völkerkundemuseum mit Exhibit A: Deutsch-Südwestafrika" eine Ausstellung als Installation mit realen Menschen. Im Musikbereich gibt es wieder die Reihe Into The City und ein gewohnt opulentes Konzertprogramm im Wiener Musikverein. (Ljubiša Tošić, DER STANDARD/Printausgabe, 12./13.12.2009)

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