Ein König Midas aus Stryj

11. Dezember 2009 18:47
  • Artikelbild
    Foto: Wieser Verlag / Lipus

    "Als Zielinski sechzig wird, findet er Zeit (oder Kraft? oder Mut? oder Lust?), sich wieder seinen Anfängen zuzuwenden: Als Journalist, als Schreiber von Hörspielen hatte er begonnen."

"Hör niemals auf zu lernen" waren die letzten Worte, die ihm sein Vater zurief, als dieser von den SS-Schergen abgeführt wurde: das Leben des Adam Zielinski

Als ich ihm das erste Mal begegnete, wusste ich noch nicht, dass er der König Midas war. Wir saßen nebeneinander in einem Saal, in dem der Österreichische Pen-Club seine Generalversammlung abhielt. Ein sogleich sehr persönliches Gespräch verknüpfte mich mit dem freundlichen älteren Herrn, der diese Versammlung dann in der würdevollen Funktion eines vom Vereinsgesetz eingeforderten "Schatzmeisters" verließ. Wie Adam Zielinski dieses Amt verwaltete, war typisch für ihn: Er kassierte nicht, sondern füllte die Kasse mit Eigenem nach, wenn sie durch zu lockeren Umgang mit Ausgaben leer zu werden drohte.

Wie? Er übernahm Spesen, die andere machten; bezahlte Rechnungen, die andere verursacht hatten. Nie fehlte irgendein neuer Anlass zu seiner Großzügigkeit. Woher er die Mittel hatte? Ganz einfach: Er war wohlhabend, sehr wohlhabend. Dabei war ihm der Reichtum nicht in die Wiege gelegt worden. Oder besser: zwar in die Wiege gelegt, doch dann sogleich wieder genommen worden. Nach einer geborgenen Kindheit in einer begüterten Familie kam der Absturz in bitterste Not: nicht nur in eine unvorstellbare Armut, sondern in die unausgesetzte Bedrohung eines geschundenen Lebens.

Privates Curriculum

Das private Curriculum vitae des Adam Zielinski in der Apokalypse seiner Zeit: Zehn Jahre war er alt, als die Deutschen in Polen einmarschierten. Bis Stryj kamen sie zunächst nicht, denn das holten sich zuerst die Russen aufgrund des berühmt-berüchtigten Hitler-Stalin-Freundschaftspakts. Aber zwei Jahre später fiel Hitler-Deutschland über das "befreundete" Stalin-Russland her; die ersten Opfer waren die Juden, damals gut ein Drittel der Bevölkerung Galiziens.

Adams Vater, Rechtsanwalt in Stryj, war Jude - wenn er es nicht gerade vergessen hatte. Er liebte Wien, die Stadt, die er als Student kennengelernt hatte. Liebte die deutsche Sprache, die deutsche Philosophie, die deutsche Kultur. Hochdekorierter Offizier im Ersten Weltkrieg, glaubte er sich vor den schlimmsten Auswüchsen des Antisemitismus geschützt. Aber als er dann der SS, als diese nach Stryj kam, seinen Orden vorwies, schmissen die SS-Leute die Auszeichnung höhnisch auf die Erde und trampelten darauf herum; den Vater stießen sie mit Gewehrkolben in einen zusammengetriebenen Haufen anderer Juden, die für den Tod bestimmt waren. Der kleine Adam lief noch neben der abmarschierenden Kolonne her. "Hör niemals auf zu lernen" waren die letzten Worte, die ihm sein Vater zurief - Worte, die zum Leitmotiv seines Lebens werden sollten. (Siebzig Jahre später schreibt er eine Autobiografie, Hör niemals auf zu lernen ist ihr Titel.)

Gerade zwölf Jahre ist er alt, an seinem Jäckchen die weiße Armbinde mit einem blauen sechszackigen Stern darauf. Ihn müssen die Juden hier tragen wie andernorts im Nazi-Land den gelben Stern. Bei einer Razzia wird er aufgegriffen, mit hundert anderen in einen Viehwagon gepfercht; nach Belzec soll es gehen, in ein KZ, das keiner überlebt hat. Aber einer der Mitgefangenen stößt mit einer im Wagoninneren von der Wand gerissenen Eisenstange ein Loch in den Boden, rafft Kleidungsstücke zusammen, in die er den kleinen Adam einwickelt. Als der Zug irgendwann langsamer fährt, stößt er das Kind durch das Loch auf die Schienen, ins Leben oder in den Tod. Ins Freie jedenfalls.

Immer nur nachts unterwegs, frierend, hungernd, von Angst gepeinigt, schlägt sich der Bub durch, zurück nach Stryj, wo er die Mutter nicht mehr findet, und dann weiter, meist zu Fuß, manchmal auf angehaltenen Lastwagen, immer nur nachts, die achtzig Kilometer nach Lemberg. Dort, so hat ihm jemand gesagt, soll die Mutter gesehen worden sein. Wie durch ein Wunder findet er sie tatsächlich. Eines Morgens kommt sie von der allabendlichen Suche nach Lebensmittelabfällen in den Mistkübeln der Stadt nicht mehr zurück und bleibt verschwunden. Adam hat sie nie mehr gesehen. Er bewegt sich von einem Versteck ins nächste, bald allein, manchmal mit anderen, zuletzt bei einem Ukrainer, der ein Antisemit ist, aber ein Mensch. Er versteckt das Kind jedes Mal in einem Kasten, wenn die SS oder andere Büttel eine Razzia veranstalten. Das Kind arbeitet am Bau oder als Kanalräumer, in ständiger Lebensgefahr.

Endlich kommt die "Befreiung": Die Russen vertreiben die Nazis, die Polen wie den kleinen Adam "repatriieren" sie aus dem jetzt russischen Lemberg ins polnische Krakau, wieder in Viehwagons, versteht sich. Hier in Krakau geht es endlich bergauf. Wenn auch vorerst durch Schutt und Trümmer, durch Not und Hunger. Aber immerhin bergauf!

Ein Studium an der berühmten Jagiellonen-Universität. Ein wunderschönes Mädchen lernt er kennen. Sie heiraten und bekommen bald ein Kind (Christoph, der später ein gesuchter Arzt und Wissenschafter werden wird). Der junge Adam Zielinski arbeitet für den polnischen Rundfunk und schreibt Höspiele. Für die auch in Moskau gedruckten Artikel bekommt er Rubel, für die Rubel ein altes Auto, für das alte Auto Geld in Polen. Mit dem Geld (und viel Glück: ein kurzes politisches Tauwetter unter Gomulka!) ermöglicht er sich die Ausreise nach Österreich.

Liebe seiner Jugend

In Österreich lebt er in einer winzigen Absteige in einem armseligen, hässlichen Vorort. Aber in der Nachbarwohnung wohnt eine Familie aus Nordkorea, der Mann im diplomatischen Dienst, kein einziges Wort Deutsch versteht er, nicht einmal ein Wort Englisch.

Aber Russisch kann er, und auch Zielinski spricht Russisch. Die beiden kommen ins Gespräch und sind einander hilfreich, wenn es darauf ankommt. Der Nordkoreaner verhilft dem anfangs Pakete austragenden, später in einer Buchhaltung jobbenden Doktor Zielinski zu fruchtbaren wirtschaftlichen Kontakten. Erste zögerliche Importe und Exporte, Gegengeschäfte über alle möglichen Ecken (vor allem über Titos Jugoslawien) nach und mit China. 136-mal reist er dorthin, die Flugdauer beträgt jeweils 60 Stunden. Wenn er endlich aussteigt, sind die Füße so unmäßig angeschwollen, dass er sie nicht mehr als Teil des eigenen Körpers empfindet, sondern wie angenähte leblose Säcke. Der Boden, den er betritt, ist auch nicht gerade einladend: In Rotchina herrscht noch Mao Tse-tung, später die "Viererbande" . Aber China will nicht nur marschieren, sondern auch leben. Und fürs Leben braucht man eine eine funktionierende Wirtschaft, und für diese Wirtschaft Gegengeschäfte. Und Adam Zielinski! Nach wenigen Jahren zeigt sich: Was er anfasst, wird zu Gold. Er ist wie der sagenhafte König Midas, dessen Hand in Gold verwandelte, was immer er berührte.

Was hat ein so vermögender Mann mit einem literarischen Verein wie dem Pen-Club zu tun? Als Zielinski sechzig wird, findet er Zeit (oder Kraft? oder Mut? oder Lust?), sich erneut der Liebe seiner Jugend, seinen Anfängen, zuzuwenden: Als Journalist, als Schreiber von Hörspielen hatte er begonnen. Er fängt wieder an zu schreiben, und wieder wird zu Gold, was seine Hand berührt. Viele Romane, Erzählungen. Vom jüdischen Leben einst und jetzt. Vom galizischen Schtetl und dem Tel Aviv von heute. Von Deutschen, Polen, Russen. Vom Zynismus und der Korruption der Nomenklatura und den Seelen der kleinen Leute. Zehn Bände umfasst seine Werkausgabe bei Wieser. Für seine Arbeit gab es Preise, literarische und akademische: Csokor-Preis, Manès-Sperber-Preis, Merentibus - die höchste Auszeichnung der Jagiellonen-Universität -, das Goldene Zepter der Stadt Krakau, den Goldenen Rathausmann in Wien und ein Ehrendoktorat.

Wirklich kennengelernt habe ich meinen Freund Adam erst, als er mich zusammen mit anderen zu einer Reise nach Drohobytsch einlud, eine kleine Stadt in der heutigen Ukraine, wo er vor achtzig Jahren geboren worden war, bevor seine Familie nach Stryj übersiedelte und wo er das Ehrendoktorat der dortigen Universität empfangen sollte. Auf dem Weg in das verschlafene Drohobytsch machten wir Halt in Stryj, Adams wahrer Heimat, einst ein liebliches Städtchen, heute erschütternd verwahrlost. Wir hielten vor Adams und seiner Eltern Wohnhaus, und da stand also unser König Midas, weil an der Hauswand eine Marmortafel zu seinen Ehren enthüllt werden sollte. Und er erzählte uns, dass er als zwölfjähriger Bub aus dem Fenster dieses Hauses gesehen hatte, wie gegenüber der Vorsteher der jüdischen Gemeinde und seine Frau von SS-Männern auf den Balkon ihres Hauses getrieben, mit Stricken um den Hals an die Brüstung geknüpft und dann in die Tiefe gestoßen wurden, über der sie baumelnd hängenblieben.

Und König Midas, wie er uns das erzählte, stand plötzlich vor mir als der kleine Bub, der damals zusah, in kurzen Hosen, aber langen, über die Knie reichenden Strümpfen, in dünnem Hemdchen und flatterndem Jäckchen, aber gar nicht aussehend wie andere jüdische Kinder, ohne Schläfenlocken jedenfalls - man war ja "assimiliert" ! Um noch am selben Tag mitzuerleben, wie sie seinen Vater mit Kolbenstößen aus dem Haus, aus der Straße, aus dem Leben trieben, nach Holobutow, ein Dorf ein paar Kilometer vor der Stadt.

Dorthin, nach Holobutow, ging es auch jetzt weiter, mit Adam und uns Freunden. Hier, wo die SS seinen Vater und mit ihm ein paar tausend andere, immer zu zehnt hingeprügelt und aufgereiht, auf freiem Feld erschossen und dann einfach liegengelassen hatten - hier hat Adam (um sein Geld natürlich, der Staat zahlte keinen Cent, keine Kopeke dazu!) ein Denkmal errichten lassen. Hier zündete er und wir mit ihm ein paar Kerzen an, nicht nur ein jüdisches, auch ein christliches Symbol der Vergänglichkeit, die das Unvergängliche, die Ewigkeit, in unser Leben holt.

Auch hier ist König Midas wieder der kleine Bub von damals; schnell und behände, fast hüpfend, geht er die paar Schritte weiter zu dem Platz der Hinrichtungsstätte. Alte Schuhe liegen umher und Kleiderfetzen und Lederreste und Splitter von alten Knochen. Man weiß nicht, ob von damals oder von heute, denn dieser Platz war jahrzehntelang, von der Nazizeit über die Russenherrschaft hinweg bis heute, eine Mülldeponie.

Unaufgeräumt, von schäbiger Natur überwuchert, voll frischen Unrats und Spuren einstigen Verbrechens, liegt sie vor uns ... unter unseren Füßen, im wahrsten Sinne des Wortes eine unbewältigte Vergangenheit. Über die stapfen wir hinweg, wir von heute und dieser kleine Bub von zwölf Jahren, die Miene trotzig, aber auch in der Erinnerung noch angstverzerrt, ein König Midas in kurzen Hosen und über die Knie reichenden langen Strümpfen und flatterndem Jäckchen, daran die den Tod herbeirufende weiße Armbinde mit dem blauen Stern. (Ernst Brauner, ALBUM - DER STANDARD/Printausgabe, 12./13.12.2009)

 

Zur Person:
Ernst Brauner, Dr. phil., geb. 1928, von 1954 bis 1993 Chefredakteur der Österreich-Ausgabe des "Stern" , dann Geschäftsführer im Verlag Gruner & Jahr. Schrieb mehrere Romane, zuletzt "Die wundersame Päpstin" (Wieser Verlag 2009).

  • Ein Mensch im Bild

    Ja, was ist denn das? [14]

    TitelbildWo vorher das Zeichen deutscher Ehre und Treue prangte, verkündete eine helle weiße Fläche nur Unschuld

  • Die Regisseurin im Raum

    TitelbildFür sie bedeutete jedes Loslassen eine Veränderung ihrer Umgebung und damit der ganzen Welt. Vor einem Jahr, am 18. Oktober 2009, starb die New Yorker Künstlerin Nancy Spero

  • Ein Engel im Bild

    Face the future! [3]

    TitelbildWalter Benjamins berühmte Allegorie vom "Engel der Geschichte": Wie können wir sie für unsere fragmentierte und globalisierte Welt in Bewegung versetzen?

  • Hinter dem Zaun [9]

    TitelbildJedes Wochenende besucht mich ein rothaariger Junge. "Don Carlos", flüstert er, "Don Carlos". Juli Zeh über den Infanten von Spanien, gemalt von Alonso Sánchez Coello - Ein Vorabdruck

  • Am Rande des Streuobstgürtels [5]

    TitelbildDie Frau auf dem Foto, Frau H. (1923-2005), ist jahrzehntelang unsere Nachbarin gewesen

  • Erinnern heißt: Vergessen [16]

    TitelbildFinstere Tage. Dennoch das Gefühl, dass der Dialog mit ihm einfach weitergeht. Weil es eine Schande wäre, wenn etwas "abreißen" würde. Claus Philipp über Christoph Schlingensief

  • Ein Mann, kein Wort [1]

    TitelbildEr war das Glotzermännle, so nannten wir ihn, er glotzte die Welt an, doch die Welt sah nicht zurück, sie übersah ihn, der hier auf dem schäbigen Bahnhof in Deckung ging

  • "Sehr fesch, meine Herren" [8]

    TitelbildIm vergangenen Jahr feierte Herr Hermanek aus Hernals einen runden Geburtstag

  • Ein Mädchen namens Non [3]

    Auf mich zeigend sagte ich "Martina" , auf sie deutend "Non". Tarzan und Jane im digitalen Zeitalter

  • Blonder Sonnenschein, sehr gefragt [2]

    TitelbildJene Zeitungsseite, von der ich bis zum Vorjahr geglaubt habe, dass sie das erste Fotodokument über mich enthielte, vergilbt zusehends.

  • Aufgeklärt romantisch

    TitelbildMit 13 verliebte ich mich in eine Feministin. Meine Angebetete zählte zu diesem Zeitpunkt 222 Jahre und lag bereits 184 unter der Erde

  • Der Hausmeister im Urlaub [13]

    TitelbildAuch ein Hausmeister muss mal raus. Aber Kurt kann nicht wegschauen. Er sieht sie einfach: die Arbeit

  • "Bin ins Blaue gefahren!" [53]

    TitelbildIm Juli vor sechs Jahren wurde der weltberühmte Dirigent Carlos Kleiber in Slowenien begraben, ganz ohne letzte Ehre des offiziellen Österreich. Franzobel über einen, der die Wiener nicht gebraucht hat.

  • Ein verzagter Zuchtmeister [24]

    TitelbildGustav Mahler (1860 bis1911) wurde nur 51 Jahre alt - Er hat einen Teil der Musikwelt niedergerissen und in den Ruinen Baustellen errichtet

  • Ein Mensch im Bild

    Das Erschreckende an Frau F. [375]

    Titelbild"Frau Fekter" , habe ich geschrieben, "man kann nicht verlangen, dass ich ein Schreiben an Sie mit der Floskel ,Sehr geehrte‘ beginne."

  • Ein Mensch im Bild

    Spiel im Hof [2]

    TitelbildEs ist alles ein Abenteuer, wenn ich einen Satz beginne, ich weiß nicht, wie er enden wird, und trotzdem wage ich es - Alois Hotschnig über den in Zagreb lebenden kroatischen Übersetzer Sead Muhamedagić

  • Held der Geschichte [2]

    TitelbildDer Schriftsteller Multatuli ist einer der berühmten Vergessenen - In den Niederlanden wird er dieses Jahr groß gefeiert und fast täglich zur Auferstehung gebracht

  • Schlaues Wasser mit Honig [4]

    TitelbildNa bumm, dachte ich mir. Der Mann gefällt mir. Ich werde ihn nicht mehr aus den Augen lassen. Doch das erwies sich als schwierig.

  • Konrad Paul Liessmann

    Wir beide treiben ein Spiel [128]

    TitelbildUnsere erste Begegnung fand in einem Wirtshaus statt. Dort saßen wir zufällig nebeneinander am Tisch - Das ist nun tatsächlich schon 25 Jahre her

  • Aus dem Rahmen [9]

    TitelbildÜber Karl Valentin - Für Friedrich Achleitner zum Beginn seiner 81. Sonnenumrundung

  • Fotos um mich herum [4]

    TitelbildImmer wieder schaue ich ihre Fotos an. Ich frage mich, was ich über sie weiß. Hatten sie Freundinnen? Wohlgehütete Geheimnisse?

  • Schreiben als einziger Ausweg

    Titelbild"Nur was ich vergessen soll, vergesse ich nicht." 30 Jahre verbrachte Nelly Sachs, die Berliner Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin, im schwedischen Exil

  • Beim Kanzler, 1977 [26]

    TitelbildDer Kanzler ist sechsundsechzig, er mag die kritischen Jungen im Land, die ließen ihn wichtige Wahlen gewinnen. Der Redakteur ist siebenundzwanzig, hat einen Kassettenrekorder mit

  • Ein Leben auf Grundstufe

    TitelbildKlaus Adomeit war kein Philosoph, er tat Dinge, die eines Philosophen würdig gewesen wären

  • Fürchten müssen [3]

    TitelbildSo viele Orte, Namen und Eindrücke ihm das Vergessen auch nahm, genügend Berggipfel, um zu benennen, wohin er nicht mehr musste, fielen ihm fast bis zum Ende ein

  • Unvergessliche Dinge [1]

    TitelbildWas sich schon früh in seinem Leben manifestierte, war ein Hang zu Visionen, die ihn von Zeit zu Zeit anfielen - Über Joseph Cornell

  • Olga Flor

    Leerstellenwerte [6]

    TitelbildEs ist gar nicht so leicht, keine Meinung zu haben, und trotzdem dauernd umzufallen - Das braucht Übung und Fingerspitzengefühl

  • Ronald Pohl

    Der zerschnittene Globus [6]

    Die hingestreckte, wie von einem Blitz gefällte Gestalt des Mannes, der, wie jener unbekannte Meister der Illusionsmalerei, in sein eigenes Bild Eingang gefunden hat

  • Ludwig Laher

    Ich habe unter euch gewohnt

    Ich kenne ihn. Das heißt, ich habe mich mit ihm beschäftigt, persönlich begegnet bin ich ihm nicht

  • David Schalko

    Greif braucht Auslauf [70]

    TitelbildWir pflegten uns, wir trieben Sport und genossen die Landschaft, in der sich das Gesindel nicht verstecken konnte

  • Dimitré Dinev

    Das Rasiermesser [6]

    TitelbildNein, mein Großvater war kein Held. Wie könnte er es auch sein, wenn das Allergrößte, das Allerhöchste, was man von ihm erwarten konnte, ein Witz war oder ein Scherz

  • Barbi Marković

    Großmutter C. Frank [7]

    TitelbildWäre es besser gewesen, meine Großmutter oder Jackson C. Frank gewesen zu sein - Ich muss entscheiden

  • Benjamin von Stuckrad-Barre

    Drah di ned um [25]

    TitelbildOb Falco die Freunde hatte, die er verdiente, vermag man nicht zu beurteilen - Fest steht, dass etliche, die sich seine Freunde nennen, auch gut an ihm verdienen

  • Joachim Meyerhoff

    "Ilse"

    TitelbildDie Bäckersfrau saß fast immer neben der Vitrine auf einem einfachen Holzstuhl. Sie trug eine bunte, verwaschene Kittelschürze

  • Walter Kohl

    Reise von Linz nach Kitschi-Gami [1]

    TitelbildWorum ein Autor des 21. Jahrhunderts einen in Vergessenheit geratenen Erfolgsautor des 19. Jahrhunderts beneidet

  • Bruno Pellandini

    Die Reni, ein Falott und ein Hallodri [1]

    TitelbildMan muss dem Herrgott danken, dass man eine wie die Reni unter die Haube bringt

  • Leopold Federmair

    Herzversagen [9]

    TitelbildEr arbeitete von jeher als Knecht bei einem Bauern und ging jeden Tag zu Fuß die vier Kilometer vom Hof bis zur Ortsmitte und wieder zurück

  • Armin Baumgartner

    Die langen grauen Haare [7]

    TitelbildDie Deckerle lebte unterhalb unserer Wohnung, und da sie genügend Zeit hatte, gab sie acht auf uns zwei Geschwister, während die Eltern in der Arbeit waren

  • Die kleine große Freiheit Nummer 7 [6]

    TitelbildEin Wunschkonzert aus diffusem Fernweh und bloßfüßiger Wildheit: Adelheid Dahimène über Freddy Quinn

  • Eine gleichere Kindheit [41]

    TitelbildWas für ein Name! Wie Cher oder Madonna. Wie Jesus. Oder Che. An einen solchen Namen muss man einfach glauben. Und er war allgegenwärtig. Über Josip Broz Tito

  • Das Christkind brennt [23]

    TitelbildDas Christkind kommt zum Naschmarkt. Langsam bahnt es sich einen Weg. Viele Menschen weichen ihm aus. Einer rempelt ihn an, entschuldigt sich

  • Unvergleichlich glühende Sonne [38]

    TitelbildJimi ist tot, Janis ist tot, aber Bob lebt und singt Weihnachtslieder - Und er lebt als Indiz dafür, dass man vom Gipfel auch wieder absteigen kann

  • Ein König Midas aus Stryj [1]

  • Wie Feuer und Wasser [2]

    TitelbildSie war ein äußerst großzügiger Mensch, stolz und jähzornig. Das Porträt meiner Mutter - Von Barbara Fischmuth

  • Das gehört zum Leben [3]

    TitelbildWiltrut Stefanek will sichtbar leben und ihrer Krankheit in der Öffentlichkeit ein Gesicht und eine Stimme geben

  • Es gibt nichts zu essen, gar nichts [2]

    TitelbildIm Mai 1942 gehen zwei Frauen mit einem kleinen Mädchen spazieren. Dem Mädchen stehen die Knie wie Kugeln aus den Beinen

  • Paradise lost [9]

    TitelbildNiemand von uns hat erwartet, dass wir im Paradies ankommen würden. Wir sind die einzigen Menschen auf der Insel

  • Chronist einer anderen DDR [3]

    TitelbildSeine Fotos vom Leben der Anderen zeigen eine DDR abseits aller Inszenierungen: Harald Hauswald, ein Fotograf aus Ostdeutschland

  • Ein Genie des Lebens [6]

    TitelbildLena Amsel lebte schnell, wollte alles und das sofort. Über ein Leben voller Skandale und den Tod im Bugatti - Zum 80. Todestag

  • Gegen die Ohnmacht

    TitelbildIhre Kindheit verbrachte sie in Armut, hinaufgearbeitet bis zur Abgeordneten hat sie sich aus eigener Kraft

  • Das Gespenst der Freiheit [12]

    TitelbildWir waren nach Krakau gereist, ins Museum Czartoryski, wo es nach Bohnerwachs roch und billigen Nikotinschwaden - Von Andrea Maria Dusl

  • Das bist du nicht, das warst nie du [9]

    TitelbildDas bin ich, schreie ich, und tatsche stolz mit dem Finger auf das Bild eines unschuldigen Kindes mit Bär - Von Kathrin Resetarits

  • Die verschwundene Frau [35]

    TitelbildGerhard Zeillinger über Auguste L., die 1938 einfach "verschwand"

  • Ein Mensch im Bild

    Vorbei, verweht, nie wieder [1]

    TitelbildEr selbst spielt gern seine Hauptrollen: Gockel mit Monokel, Untugendbolde. Eine große Karriere scheint ihm in die Wiege gelegt - Aber sie kommt nicht

  • Mein Vater: Ein Untoter [11]

    TitelbildLass es sein, Alter! Peter Truschner über seinen Vater

  • Sie ist eine Goranin [6]

    TitelbildZdenka Becker über eine Begegnung mit Gordana K. im Flugzeug

  • Einer, der gähnt [4]

    TitelbildGeronimos Gefangenschaft und die Schändung seiner Gebeine haben dazu geführt, dass das indianische Bewusstsein in das Bewusstsein der Weißen eingedrungen ist

  • Ein Leben lang Polen vermissen [3]

    TitelbildSie kam 1937 nach Buenos Aires - Heute noch weiß sie, was sie anhatte, als sie vom Schiff herunterstieg

  • Die verbrauchte Frau [1]

    TitelbildArno Geiger über die Österreicherin Ida Palme, die in den 30er-Jahren nach London emigrierte

  • Stillleben - eine Klärung [4]

    TitelbildUdo Kawasser über eine Lesung von Friederike Mayröcker

  • Das dritte Ohr [8]

    TitelbildDer Autor Tex Rubinowitz über einen Freund von früher: Mario Neugebauer

  • Weltgewandt, unbekannt [2]

    TitelbildWalter Kappacher über Alexander von Villers

  • Und das heißt Mädchen sein [7]

    Dine Petrik über die burgenländische Schriftstellerin Hertha Kräftner

  • Ein Galizianer wird Amerikaner [6]

    TitelbildMartin Pollack über Henryk Schendera aus Bóbrek in Galizien, der in die USA immigrierte

  • Momente, nah am Traum [2]

    TitelbildThomas Stangl über das "Bildnis eines jungen Mädchens"

  • Die Steine im Bauch des Elefanten [9]

    TitelbildDer Schriftsteller Josef Haslinger beschreibt seinen Kollegen Ilija Trojanow als "Abenteurer der Spiritualität"

  • Byzantinische Madonna

    TitelbildAnna Mitgutsch über die eigenwillige und unangepasste Bostoner Kunstmäzenin Isabella Stewart Gardner

  • Zauberer in der Krise [2]

    TitelbildSteffen Kopetzky über den legendären Eskapisten Harry Houdini

  • Im Zeichen des roten Sterns [3]

    TitelbildWalter Famler über die lächelnde Ikone des Weltraumzeitalters, Juri Gagarins

  • Ein Lächeln im Gesicht [18]

    TitelbildÜber eine junge Frau am Umschlag eines Fotobandes des italienischen Fotografen Luciano Ferrara - Von Clemens Berger

  • Der feuerrote Drache [4]

    TitelbildAdolf Holl über den kalabrischen Abt Joachim von Fiori, der bereits zu Lebzeiten genoss er ein hohes Ansehen als Zukunftsdeuter genoss

  • Donauwasserleiche [15]

    TitelbildKurt Palm über Adalbert Stifter und seine Ziehtochter und Haushaltshilfe Juliana Mohaupt

  • Fragmente - für Lucian [4]

    TitelbildDer Schriftsteller Peter Rosei über seinen Sohn Lucian

Christiane Amanpour
 
12.12.2009 01:07
Wunderschöner Text über einen bemerkenswerten Mann. Danke!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.