Drittreichste Frau der Welt soll entmündigt werden

11. Dezember 2009, 17:08
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Tochter von L'Oreal-Erbin erträgt Geschenkemacherei ihrer Mutter an Freunde des Hauses nicht mehr

Paris - Francoise Bettencourt-Meyers, die künftige Erbin des milliardenschweren Kosmetikkonzerns L'Oreal versteht wenig Spaß wenn es ums Geld geht. Sie will ihre 87-jährige Mutter Liliane Bettencourt entmündigen lassen, weil sie Freunde und Besucher zu großzügig beschenkt. Liliane Bettencourt, die derzeitige L'Oreal Haupteignerin gilt als drittreichste Frau der Welt. Nachdem Francoise jedoch vor wenigen Tagen mit ihrem Vorhaben vor Gericht gescheitert ist, kündigte sie nun ihre neue Strategie der Entmüdigung an. Sie wolle sich zuerst Mutters Freunde vorknöpfen. Klagen gegen verschiedene Günstlinge der Mutter werden zur Zeit vorbereitet.

Geschenke im Wert von fast einer Milliarde Euro

Die Tochter wirft etwa dem Schriftsteller Francois-Marie Banier vor, ihre 87-jährige Mutter ausgenutzt und sich Geschenke, wie Bargeld, Gemälde und Lebensversicherungen im Gesamtwert von fast einer Milliarde Euro erschlichen zu haben. Die Tochter der Milliardärin wirft dem 62-Jährigen vor, die Unzurechnungsfähigkeit ihrer Mutter ausgenutzt zu haben.  Sollte es zu einem Verfahren kommen, drohen dem Schriftsteller bis zu drei Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe in Höhe von 375.000 Euro. 

"Alles, was sie mir geschenkt hat, ist nichts im Vergleich zu dem, was sie mir beigebracht hat. Das Materielle ist nichts neben der Zuversicht, Hoffnung und Eleganz, die mir zuteil wurden", erklärte Banier im Gespräch mit "Le Monde.

Geschenke für Fotografen

Auch gegen einen Fotografen hat die Tochter eine Klage eingereicht. Auch ihn soll ihre Mutter millionenschwer beschenkt haben. "Die L'Oreal-Erbin ist vollkommen klar im Kopf. Sollte es zu einem Verfahren kommen, wird sich zeigen, wer unter wessen Einfluss stand", erklärte der Fotograf, der Bettencourt seit 1969 kennt.

Liliane Bettencour: "Geschenke waren nicht teuer"

Liliane Bettencourt sieht die Ängste und Nervosität ihrer Tochter hingegen gelassen. In einem Interview vergangenes Jahr erklärte sie, gemessen an ihrem Vermögen seien die Geschenke "nicht sehr teuer" gewesen. Sie hat vorübergehend jedoch den Kontakt zu ihrer Tochter abgebrochen und Berichte über ihre angebliche Unzurechnungsfähigkeit als "idiotisch" bezeichnet.

Kein medizinisches Gutachten

Der Rechtsanwalt Olivier Metzner berichtete indessen, dass der zuständige Richter den Antrag auf Vormundschaft auch abgewiesen habe, weil ihm kein medizinisches Gutachten der 87-Jährigen vorliege.  "Das Problem ist, dass Liliane Bettencourt ein medizinisches Gutachten immer abgelehnt hat", so Metzner. (APA/red)

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    Liliane Bettencourt bezeichnet Berichte über ihre angebliche Unzurechnungsfähigkeit als "idiotisch".In einem Interview erklärte sie, gemessen an ihrem Vermögen seien die Geschenke "nicht sehr teuer" gewesen

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