Klimt geht gut

11. Dezember 2009, 19:01
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Schaulustige und Späher anderer Auktionshäuser hatten sich am 5. Dezember ebenso bei Westlicht eingefunden wie ein kaufwilliges Publikum

Erstmals gelangte in der Galerie Westlicht das Medium Fotografie zur Verteilung. 164 Positionen hatten Peter Coeln und sein Expertenteam - neben Johannes Faber, Thomas Freiler, Ruth Horak und Philipp Konzett - in den vergangenen Monaten akquiriert und sondiert.

Wie stets gab Nikolaus Schauerhuber den Auktionator, und die Zungenfertigkeit des Ö1-Moderators (u. a. Kulturjournal) sollte dabei nicht zum Nachteil gereichen. Spontankäufe schloss er gleich zum Auftakt aus und mahnte Registrierung wie Bieternummer ein. "Lot 1092, Gustav Schikola, Stahlwerk Donawitz um 1970, 600 Euro, schriftliches Gebot liegt vor, 850 Euro written bid, 850 Euro bei mir, schriftliches Gebot, written bid, 850 Euro zum Dritten."

Diese Tonart bestimmte den Abend, zwischendurch engagierte sich das Saalpublikum. Darunter eine Gruppe von Asiaten, die sich an der ab Vormittag feilgebotenen Kameratechnik bedient hatte, die sich zusätzlich etwa Ferdinand Schmutzers Porträt von Albert Einstein (1.600 Euro netto / 1.920 Euro brutto) oder Henri Cartier-Bressons Defeat of the Nationalists (2800/3360 Euro) sicherte.

Den höchsten Zuschlag erteilte man für Gustav Klimt mit Katze von Moriz Nähr (1912). Der Vintageprint wechselte für 23.000 (27.600) Euro in den Handel. René Burris Che Guevaras gefielen gleichfalls, bei 5.500 (6.600) Euro bediente sich etwa ein Privatsammler.

Johannes Faber sicherte sich derweilen - ob für die eigene Galerie oder für den Art Photography Fund steht noch nicht fest - eine Luftaufnahme Mario Giacomellis (2.200/2.640 Euro) oder Inge Moraths Aufnahme eines New Yorker Schaufensters (1.300/1.560 Euro). Angesichts der verlockend niedrig angesetzten Taxen blieben lediglich 20 der 164 Positionen unbeboten oder scheiterten an ihren Limits. Das Ergebnis: Die Verkaufsquote erreichte für ein Debüt überdurchschnittliche 92 Prozent, der Umsatz belief sich auf rund 350.000 Euro. (kron, ALBUM - DER STANDARD/Printausgabe, 12./13.12.2009)

  • Moriz Nähr: "Klimt mit Katze".
    foto: westlicht

    Moriz Nähr: "Klimt mit Katze".

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