US-Forscher entwickeln Papier-Batterie

14. Dezember 2009, 11:52
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Ein Forschungsteam hat herkömmliches Papier mit einer Nanomaterial-Tinte beschichtet

Stanford - Ein Forschungsteam der Stanford University in den USA arbeitet daran, Papier mit Hilfe von Nanotechnologie als schnell herstellbare, superleichte und biegbare Batterie (oder auch Superkondensator) nutzbar zu machen. Dazu wird einfaches Papier, wie es in Druckern oder Kopierern verwendet wird, mit einer Nanomaterial-Tinte beschichtet. Diese enthält Kohlenstoff-Nanoröhren und Silber-Nanodrähte, erläutert Materialforscher Yi Cui. Die Herstellung des hoch leitfähigen Speichermediums sei wirklich einfach und kostengünstig. In ersten Tests wurde - wie auch im folgenden Video zu sehen - eine Leuchtdiode zum Leuchten gebracht.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Batterie kann die Papier-Batterie nach Belieben gebogen und geschnitten und sogar in eine saure oder basische Lösung eingetaucht werden, so die Universität. Die Faserstruktur des Papiers lässt die Nanomaterial-Beschichtung sehr gut haften. Die Nanoröhren weisen eine hohe Speicherkapazität auf, die mit der Dicke der Beschichtung ansteigt. Der neue Akku gibt über 90 Prozent der gespeicherten Energie auch wieder ab. Eine vielfache Wiederaufladung ist möglich: 40.000 Auflade- und Entladezyklen hat das Papier verkraftet.

Einsatzmöglichkeiten sieht Cui insbesondere in Elektro- oder Hybrid-Autos, in denen das Gewicht und die Lebensdauer von Akkus eine große Rolle spielen. Die neue Entwicklung könnte aber auch als Stromspeicher im Verteilernetz zum Einsatz kommen, so Cui. (red)

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