Neue Quelle für die Bildung von Nervenzellen im Gehirn entdeckt

13. Dezember 2009, 12:57
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Vorläuferzellen können bei Mäusen neue glutamaterge Nervenzellen bilden

München - Eine Arbeitsgruppe um die Münchner Forscherin Magdalena Götz hat im Gehirn von Mäusen Vorläuferzellen entdeckt, die nach Verletzungen der Großhirnrinde neue glutamaterge Nervenzellen bilden können. Damit ist den ForscherInnen ein weiterer Schritt zum Verständnis von Regenerationsprozessen im Gehirn gelungen. Die Studie wurde im Fachjournal "Nature Neuroscience" veröffentlicht.

Bis vor wenigen Jahren war die Lehrbuchmeinung, dass im Gehirn abgestorbene Nervenzellen nicht ersetzt werden können. Dann wurden jedoch Regionen im Vorderhirn entdeckt, in denen auch beim Menschen Zeit seines Lebens neue Nervenzellen gebildet werden. Die Arbeitsgruppe um Magdalena Götz, Leiterin des Instituts für Stammzellforschung am Helmholtz Zentrum München und Inhaberin des Lehrstuhls für Physiologische Genomik an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, hat diese Gehirnregion im Mausmodell näher untersucht. Die ForscherInnen fanden heraus, dass im Vorderhirn noch andere Nervenzellen regelmäßig gebildet werden: die sogenannten glutamatergen Nervenzellen, die als Überträgerstoff Glutamat benutzen.

Hoffnung

"Die Entdeckung ist deshalb so wichtig, weil die Vorläuferzellen die von uns neu gefundenen glutamatergen Nervenzellen zum Beispiel auch nach Gehirnverletzungen für die benachbarte Großhirnrinde bilden können", erläutert Götz. Im Mausmodell wanderten die Zellen in das geschädigte angrenzende Großhirngewebe ein und bildeten dort reife Nervenzellen. Vorläuferzellen könnten demnach degenerierte Nervenzellen ersetzen.

"Spannend ist nun die Frage ob dieser Vorgang auch im Menschen, speziell bei Alzheimerpatienten, abläuft", so Götz. Da die Degeneration der glutamatergen Nervenzellen speziell bei Alzheimer eine entscheidende Rolle spielt, hoffen die ForscherInnen, dass sich aus einer möglichen Steuerung des Bildungs- bzw. Wanderungsmechanismus in Zukunft möglicherweise neue therapeutische Optionen ableiten lassen. (red)

  • Neue Vorläuferzellen (rot, grün) im Gehirn der Maus
    foto: isf

    Neue Vorläuferzellen (rot, grün) im Gehirn der Maus

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