Zelaya kann in Brasiliens Botschaft bleiben

11. Dezember 2009, 14:48
posten

Außenministerium dementiert Berichte, man habe dem gestürzten Präsidenten eine Frist gesetzt

Brasília - Der gestürzte honduranische Präsident Manuel Zelaya kann weiter in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa bleiben. Das Außenministerium in Brasília trat Berichten entgegen, wonach der Aufenthalt des seit dem 21. September in der Botschaft festsitzenden Zelayas bis Ende Jänner 2010 befristet sei. Außenminister Celso Amorim habe mehrfach betont, dass Zelaya so lange in der Botschaft bleiben könne, wie es notwendig sei, sagte ein Sprecher am Freitag.

Brasilianische Medien berichteten dagegen unter Berufung auf den Geschäftsträger der Botschaft, Francisco Catunda, Zelaya könne nur bis zum Ablauf seines regulären Präsidenten-Mandates am 27. Jänner in der Botschaft bleiben. Der Ministeriumssprecher bezeichnete dies als "Interpretation". Zwar laufe das Mandat Zelayas Ende Jänner ab. Das heiße aber nicht automatisch, dass er die Botschaft verlassen müsse.

Zelaya selbst zeigte sich gelassen. Er wolle ohnedies so schnell wie möglich die Botschaft verlassen, natürlich mit Unterstützung der brasilianischen Regierung, wird er von Medien zitiert. Unklar ist, ob Zelaya überhaupt ausreisen kann, und wenn ja wohin. Erst diese Woche hatte die Putschistenregierung eine geplante Ausreise Zelayas nach Mexiko unterbunden.

Von der internationalen Gemeinschaft wird Zelaya weiter als rechtmäßiger Präsident des mittelamerikanischen Landes angesehen. Die meisten Länder Lateinamerikas, darunter auch die vier Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay, erkennen zudem die Wahl vom 29. November in Honduras nicht an. Aus der Wahl war der konservative Unternehmer Porfirio Lobo Sosa als Sieger hervorgegangen. Er tritt sein Amt am 27. Jänner an. (red/APA)

Share if you care.