Der Gipfel mit dem schönen Panoramablick

    11. Dezember 2009, 16:40
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    Eine Hocheck-Runde auf wenig begangenen Wegen, die die längsten, aber nicht die steilsten sind und einen Vorgeschmack auf den Frühling liefern

    Bereits in der älteren alpinen Literatur wird das Hocheck ausgiebig als Aussichtsberg gewürdigt. Schon im Jahre 1881 entstand auf dem über tausend Meter hochragenden Gipfel die erste Aussichtswarte, die man mehrmals renovierte und im Jahre 1974 neu errichtete. Der 13 Meter hohe Turm garantiert einen fantastischen Rundblick, der von den Kleinen Karpaten in der Slowakei über Leitha- und Rosaliengebirge bis zum Hochwechsel und zu den Hochalpen mit Schneeberg, Rax und Schneealpe reicht. Zu sehen sind weiters Hochschwab, Gippel, Ötscher und Dürrenstein sowie die bekanntesten Erhebungen der Voralpen. Natürlich überblickt man fast den gesamten Wienerwald und einen Teil des Wiener Beckens.

    Schon im ausgehenden 19. Jahrhundert erklommen viele Wanderer den zum Triestingtal steil abfallenden Berg, an dessen Beliebtheit sich bis heute nichts geändert hat. Die meisten allerdings erreichen die Höhe auf einer von Furth ausgehenden Mautstraße, die auch im Winter geräumt ist und als Rodelbahn dient. In den 1920er-Jahren konnte man mit der Pferdekutsche auf das Hocheck fahren, welches dafür bekannt ist, auch bei Inversionswetterlagen über die Nebeldecke hinauszuragen, also dann zu einem "Sonneneck" wird.

    Relativ wenig begangen sind die aus dem Osten zu dem knapp unterhalb des höchsten Punktes liegenden Schutzhaus führenden Routen, denn sie sind die längsten, wenn auch nicht die steilsten. Von dieser Seite lässt sich auch eine recht attraktive Runde zusammenstellen. Im unteren Drittel des gelb markierten Matrassteigs passiert man eine Zone mit vielen Schneerosen, von denen etliche schon im Frühwinter blühen und einen Vorgeschmack auf den kommenden Frühling geben. Die Route ist relativ lang, jedoch unschwierig; lediglich die blaue Markierung über die Eberbacher Höhe weist Lücken auf, sonst lassen Beschilderung und Markierung keinen Wunsch offen.

    Die Route: Zufahrt nach Eberbach von der B 18 etwa einen Kilometer nordwestlich von Weißenbach an der Triesting. Auf der blauen Markierung geht es zur Eberbacher Höhe hinauf, dann kurz steil hinunter und am Waldrand weiter. Nach einer halben Stunde erreicht man die gelbe Markierung des Matrassteiges, der man links folgt. Zügig geht es zum Kienberg, nach kurzem Abstieg wechselt man auf die rote Markierung, die relativ sanft bis zum Gipfel leitet. Gehzeit ab Erreichen des Matrassteiges 1 3/4 bis 2 Stunden.

    Zurück geht es auf der Anstiegsroute, man bleibt dann auf der roten Markierung, die in einen Sattel, dann durch einen Graben zurück nach Eberbach führt. Gehzeit ab Schutzhaus 1 1/2 Stunden. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/12.12.2009)

    Gesamtgehzeit 3 3/4 bis 4 Stunden, Höhendifferenz knapp 700 Meter. Hocheck-Schutzhaus (seit 1. November mit neuem Pächter) durchgehend offen (Dienstag und Mittwoch Ruhetage). ÖK25V Blatt 4206-Ost (Pernitz), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000.

    Hocheck-Schutzhaus

    • Wandern, der schönen Aussicht wegen.
      foto: österreich werbung / diejun

      Wandern, der schönen Aussicht wegen.

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