Projekt an Grazer Pflichtschulen soll Integration stärken

11. Dezember 2009, 14:44
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Austausch bringt fremde Lebenswelten zueinander - Seit 2007 wurden 6.600 Schüler und Lehrer erreicht

Graz - Oft ist es gar nicht nötig, weit zu verreisen, um eine neue Kultur kennenzulernen: Im Rahmen des Projektes "Wir sind Graz" bekommen Grazer Pflichtschüler und -lehrer beispielsweise durch tageweisen Schultausausch Einblick in für sie fremde Lebenswelten innerhalb ihrer Stadt. Seit Beginn des Projektes im Jahr 2007 wurden zahlreiche Austausche, knapp 300 Workshops und Unterrichtseinheiten mit rund 6.600 Schülern abgehalten, hieß es am Freitag im Pressegespräch.

Von rund 250.000 Grazern haben rund 15 Prozent keinen österreichischen Pass, die Kinder in Grazer Schulen sprechen 37 verschiedene Sprachen. Welches Potenzial an Bereicherung dieser Umstand mit sich bringt, will das Projekt "Wir in Graz" erlebbar machen. Durch die tageweisen Schultausche sollen beispielsweise Schüler und Lehrer des linken und rechten Murufers einander und andere Lebenswelten entdecken: Die Schulen der Bezirke am rechten Murufer zählen den höchsten Anteil an Kindern und Jugendlichen mit nicht-deutscher Muttersprache.

16 Unterrichtseinheiten für "Integration"

Mit der Umsetzung des Projektes wurde die überparteiliche Grazer "ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus" beauftragt. Die 15 teilnehmenden Grazer Pflichtschulen wurden durch Projektbudgets und personelle Unterstützung bei der Realisierung schulinterner Integrationsmaßnahmen betreut. Daneben bekamen die Schulen einen in Kooperation mit steirischen NGO entwickelten Workshopkatalog mit integrationsspezifischen Bildungsangeboten zur Verfügung gestellt, aus denen sie ein Kontingent an 16 Unterrichtseinheiten in Anspruch nehmen konnten.

Zufrieden über den Verlauf des bisherigen Projektes zeigte sich Bildungsstadträtin Sonja Grabner (ÖVP) am Freitag: "Das Projekt ist ein Erfolgsprojekt in unserer Stadt. Wir müssen diesen positiven Weg fortsetzen und ständig weiterentwickeln, denn die Kinder sind die Zukunft unserer Stadt", so die Stadträtin. So werde es in kommenden Jahr weitere Schulaustausche geben. An den Schulen werden darüber hinaus unterschiedliche Schwerpunktthemen behandelt, die von Gewaltprävention über Schulhofgestaltung und ein Leseprojekt bis hin zu interkulturellen Schulfesten und Kunstprojekten gehen, hieß es. (APA)

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