Arbeiten über Literatur im Dritten Reich, Sonnenaktivität und Protein-Schalter ausgezeichnet

11. Dezember 2009, 14:22
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Die Forschungspreise des Landes Steiermark wurden vergeben

Graz - Arbeiten über Literatur im Dritten Reich, Sonnenaktivität und im Bereich Biochemie haben drei steirischen Wissenschaftern die mit jeweils 10.900 Euro höchstdotierten Forschungspreise des Landes Steiermark eingebracht. Die Germanistin Karin Gradwohl-Schlacher, die Astrophysikerin Astrid Veronig und Peter Macheroux vom Institut für Biochemie der TU Graz bekamen die Auszeichnung am Freitag von Wissenschaftslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder überreicht.

Literatur im Dritten Reich

Gradwohl-Schlacher und Uwe Baur von der Universität Graz lüfteten den Mantel des Schweigens über das literarische Schaffen zur Zeit des Nationalsozialismus 2008 in ihrem ersten Band der Reihe "Literatur in Österreich 1938-1945" (Böhlau-Verlag). "In einem neuen Typus eines Handbuchs werden Autoren und Institutionen wie Verlage und Theater, Preise, Periodika und Anthologien vernetzt dargestellt", beschrieb die Erzherzog-Johann-Forschungspreisträgerin die Publikation.

Sonnenaktivität

Astrid Veronig - ebenfalls von der Uni Graz - hingegen untersuchte in ihrer Habilitationsschrift die explosive Freisetzung von Energie sowie den Energietransport bei sogenannten Flares und koronalen Massenauswürfen der Sonne, die vom NASA-Satelliten RHESSI mit Hilfe eines speziellen Röntgenteleskops aufgenommen worden waren. "Bei den Freisetzungen kommt es unter anderem zum Auswurf von magnetisierter Sonnenmaterie in den interplanetaren Raum mit mehreren Millionen Stundenkilometern - manchmal auch in Richtung Erde," erklärte die Förderpreisträgerin.

Protein-Schalter

Peter Macheroux von der TU Graz ergatterte den Forschungspreis für seine eingereichte Arbeit über einen vom ihm und seinem Team entdeckten sogenannten intrazellulären Protein-Schalter. Dabei agieren drei Eiweiße gemeinsam als Dreigestirn, das in der Lage ist, "bestimmte Stresssignale zu erkennen und eine gezielte Antwort einzuleiten, die im Wesentlichen in der Aktivierung bestimmter 'Anti-Stressgene' besteht," hieß es vom Land Steiermark. Damit sei ein weiterer Baustein der zellulären Stressantwort entdeckt und der Grundstein gelegt worden, diesen molekularen Schalter bei der Entstehung und Bekämpfung von Krankheiten näher unter die Lupe zu nehmen. (APA)

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    Astrid Veronig hat sich u.a. koronalen Massenauswürfen der Sonne gewidmet.

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