Sternschnuppenschauer in der Nacht auf Montag

12. Dezember 2009, 18:16
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Die Geminiden bringen in der Regel viele helle Sternschnuppen hervor - so Wolken keinen Strich durch die Rechnung machen

Düsseldorf - Mit viel Glück wird es eine Nacht der Meteorstrom-Beobachtung: Von Sonntagabend bis Montag früh ist bei klarem Wetter am vorwinterlichen Firmament einer der prächtigsten Sternschnuppen-Schwärme des Jahres zu bewundern. In Österreich sind zu diesem Zeitpunkt allerdings Wolken zu erwarten.

Mit bis zu 110 Meteoren pro Stunde dürfte der Strom der Geminiden all jenen sehr gelegen kommen, die an die Erfüllung eines Wunsches beim Anblick einer Sternschnuppe glauben. Zudem bringen die Geminiden in der Regel viele helle Sternschnuppen hervor, die sogar am Himmel über lichtdurchfluteten Großstädten aufleuchten können.

Sternbild Zwillinge

Sternschnuppen-BeobachterInnen sollten ab Sonntagabend ihren Blick auf das Sternbild Zwillinge (lateinisch gemini) richten, das mit Einbruch der Dämmerung im Osten aufgeht. Bei wolkenfreiem Himmel an einem dunklen Beobachtungsort sind die Chancen auf viele Sternschnuppen-Sichtungen diesmal besonders günstig, weil die Nacht mondlos sein wird und der Erdtrabant somit den Nachthimmel nicht aufhellt. 

Besonderheiten

Die Sternschnuppen entstammen einer Staubwolke, die unsere Erde auf ihrer Bahn um die Sonne jedes Jahr um dieselbe Zeit durchquert. Dabei treten die Staubpartikel in die Erdatmosphäre ein, wo sie als kurzlebige Sternschnuppen verglühen. Dies gilt zwar für alle Sternschnuppen-Schauer, doch die Geminiden weisen einige Besonderheiten auf. So ziehen die Meteore des Stroms vergleichsweise langsam über den Himmel. Grund ist die geringe Geschwindigkeit, mit der die Geminiden-Teilchen in die Atmosphäre eintauchen.

Als weitere Eigentümlichkeit der Geminiden gilt, dass in der Nacht des Sternschnuppen-Maximums zunächst die lichtschwächeren und erst am Ende die hellsten Meteore aufleuchten. Auf besonders lichtstarke Sternschnuppen dürfen HimmelsguckerInnen daher dieses Jahr vor allem in der zweiten Nachthälfte vor Dämmerungsbeginn Montag früh hoffen. Diese hellen Geminiden leuchten meist gelblich-weiß.

Ursprung

Ungewöhnlich ist auch der Ursprung der Staubwolke, die für das vorweihnachtliche Sternschnuppen-Spektakel verantwortlich ist. In der Regel gehen Meteorschauer auf winzige Überreste von Kometen zurück, also von Schweifsternen, die bei der Annäherung an die heiße Sonne Gas und Staub freisetzen, der sich dann über die Kometenbahn verteilt. So liegt der Ursprung des spektakulären Perseiden-Stroms im August in der kosmischen Staubspur des Kometen "Swift-Tuttle", der alle 130 Jahre der Sonne einen Besuch abstattet.

Anders die Geminiden-Staubwolke: Sie stammt nicht von einem Kometen, sondern geht offenkundig auf einen Asteroiden zurück - einen festen Kleinkörper unseres Sonnensystems, der anders als Kometen keine flüchtigen Bestandteile aufweist. Der Geminiden-Asteroid heißt Phaeton und umrundet die Sonne in rund eineinhalb Jahren ein Mal.

Zwar schien mit der Entdeckung Phaetons 1983 die Herkunft der Geminiden geklärt. Allerdings rätselten Astronomen und Astronominnen nun über die Frage, wie ein solch kompakter Himmelskörper eine Staubwolke auf seiner Umlaufbahn hinterlassen kann. Eine Theorie besagt, dass Phaeton früher ein Komet war - ein Schweifstern, von dem nichts anderes übrig geblieben ist als sein längst ausgebrannter Kern. (APA/red)

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    Das Archivbild vom 18. November zeigt die Leoniden, aufgenommen in Yeongcheon (Südkorea).

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