Die schlanke Linie

13. Dezember 2009, 17:46
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Die Klimadiskussion allein hätte wahrscheinlich wenig bewirkt. Aber der Höhenflug der Kraftstoffpreise fuhr den Leuten ordentlich unters Hemd

Insgesamt hat sich daraus eine Veränderung des allgemeinen Verständnisses des Automobils ergeben. Saurierhafte Sports Utility Vehicles sind nunmehr definitiv out. Als Porsche-Cayenne-Fahrer kann man sich nicht mehr als Siegertyp sehen. Es wurden andere Autos ans Licht der Öffentlichkeit gespült.

Kleinwagen haben ihr Verliererimage abgestreift. Mit vernünftigen Autos darf man jetzt (fast) überall vorfahren. Praktisch alle Autohersteller haben eine Öko-Linie eingezogen, also Modelle, die von besonderer Sparsamkeit künden. So wie Bio-Lebensmittel heute auch für Diskonter unverzichtbar sind.

Das Thema Sparsamkeit wird natürlich viel größer gespielt, als es in Wirklichkeit zutrifft. Mit wenigen Maßnahmen ist es praktisch immer möglich, den Normverbrauch erheblich abzusenken. Wie sich das in die Realität übersetzen lässt, ist eine andere Frage. Oftmals findet der Fortschritt auf dem Papier im wahren Leben keinen Niederschlag, vor allem dann, wenn man die Fahrweise nicht anpasst.

Die größten Möglichkeiten hat nämlich immer der Fahrer in der Hand oder besser am Gaspedal. Wenn jetzt auch das eine oder andere Öko-Auto mehr verspricht als es halten kann, das Allerwichtigste ist eingeleitet: Der Gesinnungswandel. Schlanksein als Schönheitsideal ist vom Menschen auf das Automobil übergesprungen. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/11.12.2009)

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    Schlank ist schön.

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