Winterdepression

Sonne aus der Steckdose

11. Dezember 2009, 13:59
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    foto: apa/jan-peter kasper

    Vierzig Minuten täglich werden die Betroffenen mit einer Lampenbatterie mit 10.000 Lux Helligkeit behandelt.

Die trübe und dunkle Jahreszeit macht viele Menschen müde depressiv - Bestrahlung mit Kunstlicht hilft

Regensburg - Der Winter macht depressiv - jeder vierte Deutsche leidet in den dunklen, trüben Wintermonaten unter teilweise erheblichen psychischen und somatischen Beschwerden: Entdeckt wurde das Phänomen der Winterdepression mit Niedergeschlagenheit, gedrückter Stimmung, Angstzuständen und Heißhunger auf Süßigkeiten vor 25 Jahren in den USA. Anders als klassische Depressionen sind die „Saisonal Abhängigen Depressivformen" heilbar: mit Sonne, notfalls aus der Steckdose. Einer von Deutschlands renommiertesten Forschern auf diesem Gebiet ist Jürgen Zulley, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums am Bezirksklinikum Regensburg.

Kürzere Tage und die geringe Lichtintensität im Winterhalbjahr lassen Bären und Murmeltiere in den Winterschlaf versinken. „Auch Menschen schlafen im Winter länger", erklärt Zulley. „Viele Körperfunktionen arbeiten in dieser Zeit im Schongang." Bei vielen Menschen führt das zu depressiver Stimmung. Ein Stimmungstief das laut einer Aussendung von obx-medizindirekt allein in Deutschland mehr als 10 Millionen Menschen betrifft.

Lichtmangel macht müde

Der Unterschied zwischen Sommer- und Winterlicht ist weit gravierender als vom Mensch  wahrgenommen: Lampen mit 500 Lux Lichtstärke empfinden wir als hell, das vegetative System springt dagegen erst bei Lichtstärken von rund 2.500 Lux an. „Bei Lichtmangel schüttet der Körper mehr Melatonin aus", erklärt Zulley. „Die Folge: Man ist den ganzen Tag müde, denn das Hormon soll die Stimmung drücken, damit der Mensch zur Ruhe kommt."

Das Schlafmedizinische Zentrum in Regensburg gilt heute als eines der Zentren bei der Erforschung von Winterdepressionen. Zulley, Inhaber des Lehrstuhls für Biologische Psychologie an der Universität Regensburg und Präsident der Deutschen Akademie für Gesundheit und Schlaf (DAGS) ist seit mehr als 30 Jahren auf dem Gebiet der Chronobiologie, der Erforschung der inneren Uhr des Menschen, tätig. Zulley: „Das Zauberwort gegen Winterdepression heißt Sonne. Sie bringt Licht in die Seele." Denn Sonnenlicht, das über die Augen auf die Zirbeldrüse wirkt, unterdrückt die Melatonin-Produktion. Diesen Effekt bewirkt aber auch sonnenlichtähnliches Kunstlicht. Dank der Forschungsarbeit aus Regensburg ist diese Kunstlichttherapie heute weltweit Standard geworden.

Therapie mit Speziallampen

Betroffene der „Saisonal Abhängigen Depressivformen" (SAD) werden ihm Rahmen der Lichttherapie täglich 40 Minuten vor einer Lampenbatterie mit 10.000 Lux Helligkeit behandelt. Zum Vergleich: Ein Büroraum weist eine durchschnittliche Helligkeit von 500 Lux auf, 1.500 bis 2.500 Lux beträgt die Helligkeit an einem bewölkten Winter- oder Frühlingstag. Und ein strahlender Sonnentag kann die Lichtstärke bis zu 100.000 oder 120.000 Lux aufweisen. Heute zahlen fast alle Krankenkassen bei schweren Symptomen die Therapie mit den Speziallampen gegen den „Winterschlaf im Kopf". (red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 27
1 2
--: SID :--
00
10.2.2010, 15:06
Eine Lichttherapielampe wirkt Wunder !

Ich habe es ausprobiert: Jeden Morgen beim Frühstück ist dieses extrem helle Leuchtpanel eingeschaltet und seitdem geht es mir total gut. Ich kann das nur weiterempfehlen.
Interessanterweise hat der "CD"-Test ergeben, daß sich das Spektrum der Lampe nur aus etwa 5 Grundfarbtönen zusammensetzt, obwohl die Farbtemperatur dem Tageslicht ähnelt.
Es braucht also nicht ein exaktes Spektrum, sondern anscheinend kommt es auf die Intensität an.

Werner Auer
 
21
14.12.2009, 23:55
Lichtstärke und Lichtspektrum und Zeitpunkt ist wesentlich

Melatonin ist ein lebens-wichtiges Hormon und wird auch zum Immunaufbau dringend benötigt. Aber alles zu seiner "natürlichen" Zeit. Nächtlicher Melatoninmangel führt u.a. zu Schlafstörungen. Auch ist bekannt, dass Nachtarbeiterinnen erhöhtes Brustkrebsrisiko haben. Der natürliche Rhythmus ist erstrebenswert. Sonnenersatz mittels Lampen weist folgende Schwächen auf:
- Mangelndes unnatürliches Lichtspektrum
- Blauanteil zumeist zu hoch
- Rotanteil fehlt zumeist
- Hoher Elektrosmog, sowohl von elektrischen als auch magnetischen Feldern direkt am Gehirn
Dadurch Anstieg von Cortisol - Unterdrückung vom Immunsystem, Anstieg von Blutzucker, Alzheimer könnte durch hohe magnetische Felder begünstigt werden. Natur hat einen jährlichen Rhythmus!

hayseed
00
13.12.2009, 16:56
Frage an die Beleuchtungsprofis

Kann man sich so eine Lampe nicht selber bauen? Die handelsüblichen kosten >250 Euro. "Tageslichtröhren" sind jedoch wesentlich billiger und schaffen auch > 5000 Lux. Ist da wo ein Haken, den ich nicht bedacht habe?

robert rittersmann
00
13.12.2009, 17:32

Hier gibts auch günstigere Lampen:
androv-medical.de

Dagmar Rehak
 
43
13.12.2009, 02:54
Im Winter muss der Mensch Winterruhe halten.

Sich mit hellem Licht künstlich munter zu machen ist ungefähr so gscheit wie das gleiche in der Nacht zu machen, weil da auch immer so eine störende Müdigkeit auftritt.
Besser ist: später aufstehen, weniger arbeiten, früher schlafen gehen, Wochenende im Bett bleiben.

navrat pospischil
 
11
haha :-)

1) später aufstehen: jobverlust
2) weniger arbeiten: direkte folge von 1)
3) früher schlafen gehen: direkte folge von 2)
4) Wochenende im Bett bleiben: Noch mehr Depressionen ....

Sie hams echt drauf!

legal eagle
 
20
17.12.2009, 14:22
und wieder muss man feststellen, dass

ihre "tipps" so dumm sind, dass sie ans fahrlässige grenzen.

maxfax
02
13.12.2009, 14:57
Was insofern ein Blödsinn ist...

...als Sommer und Winter sowie "natürliche Tagelänge" über den Globus verteilt völlig unterschiediche Bedeutungen haben.

maxfax
01
13.12.2009, 18:14
Und deswegen...

...schlafen die Nordfinnen auch das halbe Jahr und sind das andere Halbjahr wach...

Dagmar Rehak
 
20
13.12.2009, 17:59
Richtig.

In der Karibik zum Beispiel hast du auch im Sommer eine längere Nacht und nicht wie bei uns bis 21 Uhr Helligkeit. Dort kann sich der Körper das ganze Jahr über seinen "Winterschlaf" holen. Wir hier benötigen eben den Winter, um uns vom Sommer zu erholen und können die Aktivitäts- und Ruhephasen nicht so gleichmäßig übers Jahr verteilen.

KaMaKo
01
13.12.2009, 20:41
zum glück

sind die leute in der karibik besser drauf, als unsere omnipotente poweruserin. wenn`s dunkel wird, machen die nämlich die nacht zum tag und leben so garantiert intensiver und zufriedener als die ganzen eso-koffer.

frau r.: fahren sie eigentlich ski?

Dagmar Rehak
 
00
14.12.2009, 07:59

Ich mach auch manchmal den Nacht zum Tag und kann das auch beweisen: Schaun Sie sich nur die Postingzeiten meiner Postings an.

Falls du mit "Frau R." mich meinst: Nein, ich fahre nicht Schi. Warum fragst du?

Georg Bürstmayr
61
12.12.2009, 21:43
ein paar klassische glühlampen

erfüllen zwar den selben zweck (eine menge warmes licht), aber bitte, wegen nullkommairgendwas co2 einsparung hamma jetzt alle energiesparlampen und dürfen um ein schweinsgeld extrabirnen kaufen.

legal eagle
 
10
17.12.2009, 14:22
ach ja, die glühbirne -

der liebste reibebaum aller linksintellektuellen von wien!

M L3
05
12.12.2009, 22:40
Gerade die klassische Glühbirne ist vom Tageslicht sehr weit weg

Das licht ist viel zu rot/gelb (2700K). Dem Tageslicht (6000K Farbtemperatur)entsprechen viel eher kaltweiße Energiesparlampen oder Leuchtstoffröhren. Damit die nicht fahl wirken ist natürlich eine ordentliche Helligkeit nötig - dann sind wir aber genau bei den Lichtverhältnissen, die gegen die Winterdepression eingesetzt werden.

Möchtegern der goldenen Zeit
00
12.12.2009, 12:44

vollspektrum terraistik uvb lampen (300 watt, 6500K) 10 min pro tag kurbeln die vitamin d produktion an, ist schön warm und hell und macht tatsächlich gute laune! nicht nur bei echsen!

AtArAx
00
12.12.2009, 12:43
Sonne aus dem Garten:

AtArAx
40
12.12.2009, 12:40

johanniskraut-tee macht das selbe und verbraucht nicht so viel energie ;)

anders and
 
00
13.12.2009, 15:29
hilft mir nur gegen die Hälfte der Winterdepression:

gegen die düstere Stimmung. Die Antriebslosigkeit bleibt. Glücklich und antriebslos ist so ziemlich der schlimmste Zustand den ich mir vorstellen kann, ich bin doch kein Lotosesser!

mmmmmm
14
12.12.2009, 09:29
Vielleicht

gehören ja Müdigkeit und das größere Schlafbedürfnis in den Wintermonaten zum Biorythmus des Menschen in unseren Breitengraden?

Warum soll der Mensch immer, Sommers wie Winters "voll drauf" sein?

Ohne Zweifel gibt es Menschen, die im Winter tatsächlich depressiv werden, was aber hier beschrieben steht, hat mit wirklicher Depression nichts zu tun.

Intelligenter Antiintellektueller
12
12.12.2009, 13:46

natürlich!

aber im Kapitalismus soll man ja immer voll drauf sein!

aber früher war im Winter nicht viel zu tun am Acker, es war die Zeit der Ruhe ... so hat es ein Vorteil wenn man müder ist und mehr schläft, weil genau diese Eigenschaft beugt ja(vl. bei mir) Depressionen vor, weil da nicht viel zu tun ist, würde man ja eben depressiver werden, wenn man voll drauf ist ...

Unsere kapitalistische 24StundenBereitschaftGesellschaft bringt da was durcheinander im Biorythmus ...

Ich glaube trotzdem, dass die, die unter Winterdepression leiden, Menschen sind die eben dieses Biorythmus im Winter zurückzuschalten nicht haben und dadurch eben Depressiv werden, also Menschen aus dem Süden, dem nahen Osten, vieleicht betrifft das zb. eher Juden.

anders and
 
00
13.12.2009, 15:37
es betrifft mich,

1) ich gehöre nicht in die von Ihnen angeführten Personengruppen,
2) Schlafmangel hilft gegen Depressionen, weil man da eben "nicht voll drauf ist" - warum man nach vielem Schlaf alles weniger mitbekommen soll und wenig aktiv sein soll ist Ihre Geheimnis
3) die Depression verstärkt sich selbst, da Sie dann nicht mehr die Energie haben ein paar Stunden draußen zu verbringen - was ihnen aber helfen würde
4) ich habe die Winterdepression schon in der Volksschule in den 60ern gehabt, das muss an der damaligen 24/7-Gesellschaft gelegen haben, oder?

Intelligenter Antiintellektueller
01
14.12.2009, 13:28
ich wollte nur klarmachen, dass Wintermüdigkeit und Winterdepression unterschiedliche sachen sind.

Wintermüdigkeit ist etwas ganz natürliches, obwohl hier Müdigkeit gar nicht unbedingt der richtige Begriff ist dafür, sondern Winterruhe würde es besser treffen. Man ist also in einem zurückgeschalteten Zustand, man läuft also auf halber Flamme, man schläft aber deshalb nicht unbedingt bedeutend mehr, es ist aber nicht ausgeschlossen.

Sie allerdings haben diese Eigenschaft offensichtlich nicht und können es offensichtlich auch nicht nachvollziehen. In der Winterruhe geht man trotdem ganz normal raus und erledigt seine Arbeit, nur viel gelassener. Sie haben allerdings anscheinend Depressionen, sie müssen Kämpfen und sich nicht gehen lassen, sondern aufstehen und sich motivieren, und einen Sinn finden für den Tag und nicht nur im Bett liegen

maxfax
00
11.12.2009, 18:40
Was spricht gegen...

...oder für 2 500W Baustellenstrahler, die man sich20 Minuten zum Aufstehen gibt?

la ardilla diablo
00
11.12.2009, 21:23
würde ich auch gerne wissen.

aber wahrscheinlich ist das Problem, dass die HAlogenscheinwerfer mit der falschen Farbtemperatur (3200°K) arbeiten. Tageslicht ist deutlich weiter oben angesiedelt.

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