Gesichtserkennung erobert Überwachungskameras

11. Dezember 2009 08:16
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    Foto: polarrose

Hersteller relativieren: "Nicht die Hardware ist gefährlich" - Einkaufszentren gleichen Aufnahmen mit bekannten Gesichtern ab

 

Eine steigende Zahl von Überwachungskameras wird still und heimlich mit Gesichtserkennungstechnologien ausgestattet. Im australischen Sydney etwa plant der Immobiliengigant Westfield ein Einkaufszentrum mit der entsprechenden Technologie auszustatten. Dabei sollen aufgenommene Gesichter mit einer Datenbank abgeglichen werden, um Kriminelle leichter identifizieren zu können. Derartige Technologien waren vorher bereits am Sydney Airport eingesetzt worden.

Bereits von Unternehmen eingesetzt

Während die Sprecherin des Einkaufszentrum die geplante Neuerung nicht offiziell bestätigen wollte, wird der Sicherheitsbeauftragte des Shopping-Centers vom Sydney Morning Herald mit den Worten zitiert, dass Gesichtserkennung von vielen Unternehmen längst eingesetzt werde, ohne dass die Öffentlichkeit darüber Bescheid wisse. Jede Maßnahme zur Verbesserung der Sicherheit und um Täter besser überführen zu können sei willkommen.

Bei den Kamera- und Lösungsanbieter ist man indes um Zurückhaltung bemüht, zumal das Thema in Europa längst Datenschützer auf den Plan gerufen hat. "Wir bieten eine Reihe von intelligenten Lösungen an, wie etwa das automatische Zählen von Menschen in Einkaufshäusern oder Sportarenen. Die automatische Gesichtserkennung ist keine Standardanwendung. Auf Kundenwunsch arbeiten wir aber mit Software-Partnern zusammen, die eine derartige Technologie für unsere Systeme anbieten können", erklärt Margareta Lantz, Unternehmenssprecherin von Kamerahersteller Axis Communications.

Umgang mit Videomaterial entscheidend

Die Bedenken hinsichtlich missbräuchlicher Verwendung von Daten nimmt der schwedische Konzern ernst. Gleichzeitig betont Lantz, dass "nicht die Kamera an sich Menschenrechte verletzen kann oder gefährlich ist." Vielmehr sei das eine Diskussion darüber, wie man mit dem gewonnenen Videomaterial verantwortungsbewusst umgehe, so Lantz. Durch die offene Gestaltung der Systemschnittstellen sei es zudem schwer nachzuvollziehen, welche Kunden ihr erworbenes Axis-System auch nachträglich mit Gesichtserkennungstechnologien ausrüsten.

Während professionelle Lösungen derzeit kaum öffentlich diskutiert und wahrgenommen werden, tauchen derartige Technologien immer häufiger auch in Konsumenten-Lösungen wie Googles Bilderplattform Picasa oder Apples Fotosoftware iPhoto auf. In Skandinavien beschäftigt sich zudem seit Jahren das Start-up Polarrose  mit dem Thema und bietet aktuell etwa eine Gesichtserkennungslösung für Bilder auf Facebook an. (pte)

 

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16 Postings
EbrioPato
 
19.12.2009 10:24
Die Dosis macht das Gift...

Ich als Software- und Hardware-Entwickler finde allein die technische Errungenschaft als Gesamtsystem genial. Ich kann mir auch gut vorstellen dass so etwas an gewissen Orten notwendig ist (Zutrittskontrolle bei Firmen, usw.), aber im öffentlichen Raum hat dies nichts zu suchen. Ist u.a. genauso wie bei Kampf-Posts zu MS, MAC, Linux... Schlichtweg, nur die Frage was wo eingesetzt wird. Das muss der Machtsinhaber entscheiden. Naja...

Nur schade dass man den Arsch der breiten Masse nicht so easy in Bewegung bringt...

Somebody Someone
14.12.2009 14:14

Jedem Bürger eine Atombombe -- den Bomben töten keine Menschen...

Meine Wenigkeit mit viel Senf
14.12.2009 13:13
Doch, die Kamera kann Menschenrechte verletzen

Dazu gibt's in Österreich bereits ein Gerichtsurteil: Ein Mann hatte in seiner Hauseinfahrt eine Kameraatrappe installiert, um Einbrecher abzuschrecken. Diese Atrappe war jedoch so ausgerichtet, dass sie auch das Nachbargrundstück erfasst hätte, wäre sie echt gewesen.

Dem Urteil zu Folge stellte schon diese Tatsache, trotz Atrappe, eine Besitzstörung und einen Eingriff in die Intimsphäre dar. Die Pseudokamera musste entfernt werden!

Andere Frage: Wie würden Sie, lieber Hr. Lanz, eine Kamera auf ihrem WC auffassen, selbst wenn sie nichts automatisch aufzeichnen oder abgleichen würde?

_valina
11.12.2009 18:42
weils so gut passt...

http://futurezone.orf.at/stories/1633772/

damit keiner sagen kann, die eu-bürokraten die bösen! ....nein, unser regierungschefs drückens jetzt durch!

...totwählen alleine reicht jetzt nicht mehr!

Piratenpartei
11.12.2009 16:30

Langsam sollte uns klarwerden, dass sich nicht die Frage stellt, ob es möglich oder unmöglich ist, gewisse Dinge zu tun, sondern ob es ethisch vertretbar ist.

Was hier an so vielen Schauplätzen gleichzeitig vorangetrieben wird, hat mit Demokratie nichts mehr zu tun.

Es wird Zeit, aktiv dagegen vorzugehen und zu zeigen, dass man noch ein Gewissen besitzt. Das kann politisch erfolgen (Piratenpartei, Grüne oder eine neue Partei) oder in Form von Bürgerinitiativen (Quintessenz, Freiheit statt Angst, ARGE Daten oder eine andere Bewegung). Bildet euch, klärt andere auf und geht aktiv gegen diesen Wahnsinn vor, aber tut irgendetwas.

Das gilt auch für den Standard. Bitte versteckt so wichtige Themen nicht in der Geek-Abteilung, wo sie schon jeder kennt, sondern bringt sie nach vorn.

winston_s
11.12.2009 14:23
Einkaufszentren gleichen Aufnahmen mit bekannten Gesichtern ab

Nicht nur die:

> http://tvthek.orf.at/programs/... gsprogramm

Christian Kollmitzer vom Technikum Wien bringt das Beispiel "Stadion" nicht ohne Grund - 2012 soll INDECT bei der Fußball EM nämlich erstmals eingesetzt werden.


> http://futurezone.orf.at/stories/1630929/
> http://futurezone.orf.at/stories/1631054/
> http://futurezone.orf.at/stories/1631510/


www.piratenpartei.at

Grünwähler
11.12.2009 11:47
Je weniger Überwachungskameras

desto weniger gesammelte Daten - je weniger gesammelte Daten, desto weniger Datenmissbrauch.

bassooner
 
11.12.2009 19:08

... und desto weniger Kosten

Eine Kreatur
11.12.2009 11:41
"Nicht die Hardware ist gefährlich"

sagt die waffenindustrie auch ..

so leicht kann mensch sich jeglicher verantwortung entziehen ..

potz
11.12.2009 10:32

Dass ist sicher eine Ueberraschung fuer die Ueberwachungskamerahersteller: die Kunden verwenden das Geraet zur Ueberwachung.

Sebastian Auinger
11.12.2009 10:29
Nächster Schritt...

Der nächste Schritt ist völlig klar: Da der heutige Käufer aufgrund von Kundenkarten usw. nicht mehr anonym ist, kann in der Datenbank auch sein Gesicht zugeordnet werden.

Somit kann vollständig analysiert werden, wann welcher Kunde wo einkaufen geht. In großen Ketten wird diese Analyse natürlich übergreifend durchgeführt, weiters wäre ist ein Datentausch nicht auszuschließen.

Und es hindert die Konzerne natürlich niemand, entsprechende Kameras auf Geschäftseingänge von Konkurrenten zu plazieren, somit wird auch bekannt, ob z.B. ein DM-Kunde auch zum Bipa geht, oder nicht.

Somit wird der gläserne Mensch Realität. Auch ohne RFID - wer hätte das gedacht...

Meine Wenigkeit mit viel Senf
14.12.2009 13:18
Konkurrenz

Doch, das Datenschutzgesetz. Im Übrigen bedarf jede Überwachung im privaten Bereich der Zustimmung der Überwachten und im öffentlichen Bereich der Genehmigung durch die Datenschutzkommission.

Die Zustimmung im privaten Bereich gilt als erteilt, wenn jemand trotz deutlich sichtbarer Anbringung der Kameras bzw. entsprechender Hinweise die Örtlichkeit betritt. (Hallo, Anwälte, Gesetzeslücke für Ihren nächsten Prozess: Und was ist mit Blinden?)

CHUCK N0RRIS
11.12.2009 14:23
naja

ich geh meistens nur in einen supermarkt in der nähe, selten in andere bezirke....
schlimm ist, dass sich andere auch einloggen könn(t)en..also nach dem bankraub nicht im bipa verstecken

eltrombone
11.12.2009 10:27
minority report & co

und ich war so naiv und dachte, diese filme wären fiktion

falsch

www.piratenpartei.at

slacker
11.12.2009 08:43
die Hardware ist nicht gefährlich...

erinnert mich an "nicht Waffen töten Menschen - Menschen töten Menschen"

Change
11.12.2009 14:45

guns dont kill people, people kill people

but guns help!

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