Brugger wirkt nervös

10. Dezember 2009, 19:13
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Kunstforum in Nöten - Von Thomas Trenkler

Ingried Brugger, Chefin des Kunstforums, beteuert: "Das Programm 2010 ist gesichert." Und sie versucht, gelassen zu sein. Es gebe keinen Grund, das Haus an der Freyung verlassen zu wollen. Daher habe sie sich nicht für die Mumok-Direktion beworben. Und mit der Kulturministerin habe es kein Gespräch gegeben.

Denn für jemanden wie Brugger, die das Kunstforum mit aufgebaut hat, gilt der Spruch: Der Kapitän verlässt als Letzter das sinkende Schiff. Beziehungsweise: Sollte Ingried Brugger Ambitionen zeigen, ins Mumok wechseln zu wollen, würde das Schiff wohl wirklich sinken.

Zum Gerücht, dass die UniCredit als Eigentümerin der Bank Austria das Kunstforum zu schließen gedenkt, schweigt Brugger daher beharrlich. Aber sie wirkt leicht nervös.

Tatsache ist: Der Investor René Benko möchte das Bankgebäude, in dem das Kunstforum untergebracht ist, von der UniCredit kaufen. Und die Italiener scheinen nicht wirklich interessiert, künftig die Miete fürs Kunstforum zahlen zu wollen. Sprich: Bei einem Verkauf ist das Kunstforum Geschichte.

"Na und?", könnte man sagen. Doch so einfach ist es nicht. Denn das Kunstforum zeigte mit oft hervorragenden Ausstellungen nicht nur Lücken in der Museumslandschaft auf: Es bewies, dass der Betrieb einer solchen Institution kostenneutral geführt werden kann.

Ein derart ruhmloses Ende wäre peinlich: für die Bank. Und für Wien. (Thomas Trenkler/ DER STANDARD, Printausgabe, 11.12.2009)

 

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