Salzburger Job-Rotationen

10. Dezember 2009, 18:24
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Wilhelmine Goldmann verlässt das Kuratorium - durchaus freiwillig

Salzburg - Für den Job gab es nicht nur kein Honorar, er war auch unbedankt: Die ehemalige ÖBB-Managerin Wilhelmine Goldmann gab am Donnerstag in der Kuratoriumssitzung der Salzburger Festspiele bekannt, mit Jahresende aus dem politisch besetzten Gremium auszuscheiden. Goldmann war vor zwei Jahren von Kulturministerin Claudia Schmied ins Kuratorium entsandt worden und hatte heuer - als Vorsitzende - einen Nachfolger für den scheidenden Intendanten Jürgen Flimm zu finden.

Im Zuge des Verfahrens war es zu Pannen gekommen. So wurde Markus Hinterhäuser, der erfolgreiche Konzertchef, von der Findungskommission (unter der Leitung von Brigitte Fassbaender) nicht in den Dreiervorschlag aufgenommen. Das Kuratorium designierte daraufhin Alexander Pereira. Weil dieser erst 2012 zur Verfügung steht, Flimm aber schon 2010 nach Berlin wechselt, wurde Hinterhäuser zum Interimsintendanten bestellt. Goldmann sah sich aufgrund des Festspielfondsgesetz dazu verpflichtet; Schmied hingegen hatte eine Interimsleitung als nicht notwendig empfunden.

In der Kuratoriumssitzung wurden jedenfalls die Verträge mit Peireira, Hinterhäuser und Helga Rabl-Stadler (sie bleibt nun bis zum September 2014 Präsidentin) unterzeichnet. Flimm verdiente 250.000 Euro pro Jahr, Peireira wird etwa 260.000 bekommen.

Abgesegnet wurde zudem die Geschäftsordnung, auf die sich Pereira und Rabl-Stadler - wie exklusiv berichtet - geeinigt haben. Die Präsidentin übernimmt neben ihren bisherigen Tätigkeiten (Sponsoring, Repräsentation) die kaufmännischen Agenden von Gerbert Schwaighofer inklusive Kartenbüro sowie Gebäude- und Veranstaltungsmanagement. Pereira trägt die künstlerische Verantwortung. Ihm unterstehen weiters die Abteilungen Rechte, Technik, Dramaturgie, Presse und Marketing.

Es gibt also künftig ein "Zweierdirektorium" - auch wenn das Festspielfondsgesetz verlangt, dass die Präsidentin das Einvernehmen "mit den übrigen Mitgliedern" des Direktoriums herzustellen habe.

Ab 1. Jänner geht der Vorsitz des Kuratoriums turnusmäßig vom Bund zum Land - und wird somit von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SP) übernommen. Als Nachfolgerin für Goldmann nominierte Claudia Schmied die Kunstsektionsleiterin Andrea Ecker. (Thomas Trenkler/ DER STANDARD, Printausgabe, 11.12.2009)

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