Grüne Alternative für neue Dombauhütte

10. Dezember 2009, 17:05
14 Postings

Pläne für Neubau im Innenhof des erzbischöflichen Palais vorgestellt: Nur der Shop soll unter die Erde kommen

Wien - Anstatt den Leuten am Stephansplatz den Weg zu versperren, sollen Dombauhütte, Shop undMuseum lieber ins erzbischöfliche Palais umsiedeln - finden die Wiener Grünen. "Damit es nicht heißt, wir sind immer gegen alles" , sagt Planungssprecherin Sabine Gretner, "machen wir einen Alternativvorschlag zum geplanten Projekt."

Das Büro Katzberger plante im Auftrag des Vereins "Unser Stephansdom" einen unterirdischen Neubau - der Standard berichtete. Zwischen Manner-Shop und Nordportal soll eine flache Stiege mit verglasten Seitenwänden nach unten führen. Auf zwei Stockwerken kommen nicht nur Lager- und Arbeitsräume für die 30 Steinmetze, die derzeit in einem Nachkriegsbau beim Nordportal werken, unter. Auch das Dommuseum - das sich derzeit im erzbischöflichen Palais befindet - soll dorthin umsiedeln. Hinter dem Besucherabgang ist ein 64 Quadratmeter großer und fünf Meter hoher Lift für Klein-Lkws geplant.

Gestern präsentierten die Grünen einen Gegenentwurf. Er stammt von Bernhard Wolf, der sich im Rahmen seiner Diplomarbeit mit dem Stephansdom und seinen unmittelbaren Nachbarn beschäftigte. Wolfs Pläne sehen einen Neubau in den beiden Innenhöfen des erzbischöflichen Palais neben dem Dom vor. Zweimal 300 Quadratmeter würde man so dazugewinnen. Nur der Shop soll unter die Erde kommen - und vom Haupttor des Doms aus zugänglich sein. Diözese und Verein "Unser Stephansdom" favorisieren allerdings den Entwurf von Katzberger. Anfang 2010 sollen die Bauarbeiten dafür beginnen.

Zwölf Millionen Euro sind für das Projekt budgetiert. Die Kosten teilen sich Bund, Land und Verein, Kirchenbeiträge werden dafür laut Dompfarre nicht verwendet. Die Grünen errichteten am Donnerstag auch ein 1:1-Modell des geplanten Aufzugsgebäudes aus Brettern und Stahlrohren. Für die schwarze Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel "irreführender Aktionismus" . Die Geschäftsleute an der Nordseite fänden Katzbergers Entwurf "durchaus akzeptabel."

Man dürfe ein so wichtiges Projekt, das von Stadt, Bezirk und Erzdiözese unterstützt werde, nicht von vornherein ablehnen, sagt die City-Chefin. (Martina Stemmer, DER STANDARD - Printausgabe, 11. Dezember 2009)

  • Innenhof-Verbauung statt unterirdischer Schauräume am Stephansplatz: Entwurf von Architekt Bernhard Wolf.
    foto: bernhard wolf

    Innenhof-Verbauung statt unterirdischer Schauräume am Stephansplatz: Entwurf von Architekt Bernhard Wolf.

Share if you care.