Sechs Kandidaten sind zum letzten Hearing Mitte Dezember eingeladen
Graz - Die Technische Universität Graz ist nicht mehr im Rennen um
eines der aktuell ausgeschriebenen ersten Zentren des Europäischen
Technologieinstituts (EIT). Dies wurde Donnerstagabend in einer Aussendung der
TU Graz bestätigt. Damit ist das Konsortium der TU Graz für ein
EU-Kompetenzzentrum (KIC) für nachhaltige Energien jenen der Dänischen DTU und
der Schwedischen KTH unterlegen.
Das "European Institute of Innovation and Technology" (EIT) der Europäischen
Kommission hat am 30. November die Einladungen an die sechs Kandidaten für das
letzte Hearing verschickt, heißt es auf der Homepage des
EU-Technologieinstitutes mit Sitz in Budapest. Dort werden sich die Kandidaten am 16. Dezember
ein letztes Mal präsentieren, im Anschluss wird über die ersten "zwei oder drei"
Kompetenzzentren ("KIC" - Knowledge and Innovation Community) entschieden und dies kurze Zeit später offiziell bekanntgegeben. Die KICs sind die operativen Einheiten des EIT. Sie sollen mit
innovationsorientierter Spitzenforschung und Ausbildung sowie durch die
Verbreitung vorbildlicher innovativer Verfahren die internationale
Wettbewerbsfähigkeit Europas verbessern.
Das geplante Projekt
Mit der Bewerbung für eines der ersten EU-Kompetenzzentren "KIC" (Knowledge
and Innovation Community) wollte die TU Graz internationales Know-how im Bereich
nachhaltige Energien bündeln, Innovationen vorantreiben und den Unternehmergeist
in diesem zukunftsträchtigen Wirtschafts- und Wissenschaftszweig anfachen. Das
von der TU Graz beantragte Großprojekt, das Universitäten,
Forschungseinrichtungen und politische Entscheidungsträger zu einem
Innovations-Cluster im Bereich der nachhaltigen Energie verbinden sollte, war
auf 15 Jahre anberaumt. Geplant war eine GmbH mit Hauptsitz in Graz und
Zweigstellen zunächst in Hamburg und Twente. Insgesamt hätte das KIC mehr als
260 Partner, davon über 30 österreichische Unternehmen, umfasst.
Das von der TU Graz angeführte KIC-Konsortium namens "eCANDO", das u.a. Teams
an der TU Hamburg-Harburg/ Deutschland, der Universität von Twente (Niederlande)
und die italienische Fondazione Bruno Kessler als strategische Partner umfasst,
will seine Arbeit dennoch fortführen. "Das Konsortium ist dazu bestimmt
weitergeführt zu werden", so TU-Rektor Hans Sünkel am Donnerstag. Das Konsortium
will nun versuchen, die fehlenden 25 Prozent des Budgets durch andere
EU-Förderkanäle zu ersetzen, hieß es.
Ebenso will das erst jüngst gegründete europäische Netzwerk "European
Sustainable Energy Innovation Alliance" (ESEIA), zu dessen Präsidenten Hans
Sünkel ernannt wurde, die Realisierung von mehreren zentralen Initiativen des
Konsortiums unterstützen. Bereits im kommenden März werde es das nächste
ESEIA-Treffen in Brüssel geben. (APA/red)