Neustart der Sechsergespräche in Reichweite

10. Dezember 2009, 17:49
1 Posting

US-Gesandter Stephen Bosworth kehrt aus Pjöngjang zurück

Pjöngjang/Seoul/Washington - Nordkorea wird voraussichtlich die Verhandlungen mit vier Nachbarländern und den USA über die nukleare Abrüstung wieder aufnehmen. Diesen Eindruck hatte der amerikanische Sondergesandte Stephen Bosworth nach seinem ersten Besuch in Pjöngjang. Es gebe Einvernehmen, dass die Sechs-Parteien-Gespräche wieder aufgenommen werden sollen, sagte Bosworth am Donnerstag in Pjöngjang vor seiner Rückreise nach Seoul.

Bosworth führte während seines dreitägigen Besuchs vor allem Gespräche mit Kang Sok-ju, dem ersten Vizeaußenminister und angeblich führenden Kopf der Atompolitik des Landes. Der US-Diplomat erklärte, die nordkoreanische Seite habe zu erkennen gegeben, dass sie an dem Prinzip des Tauschgeschäfts von massiver Wirtschaftshilfe gegen Stopp des Atomprogramms festhalten will. Einen Termin für die Wiederaufnahme der 2008 abgebrochenen Sechs-Parteien-Gespräche gibt es allerdings nicht.

Neue Forderungen absehbar

Erwartet wird, dass Nordkorea nun mit neuen Forderungen aufwartet, wie etwa einer Änderung des Formats der multilateralen Gespräche, der Anerkennung des Landes als Atommacht, der Annullierung der UN-Sanktionen nach den zwei Atomtests und eines formellen Friedensvertrags mit Südkorea. Der 69-jährige Bosworth gilt als ausgewiesener Kenner des Korea-Problems. Er war US-Botschafter in Seoul und Direktor der Kedo-Behörde, eines internationalen Gremiums, das in den 1990er-Jahren nach einem ersten Abkommen mit Nordkorea unter anderem den Bau eines Leichtwasserreaktors bewerkstelligen sollte, im Gegenzug für den Stopp des Atomprogramms. (Reuters, red/DER STANDARD, Printausgabe, 11.12.2009)

Share if you care.