Landflucht vor allem bei Frauen

13. Dezember 2009, 10:00
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Stadt punktet mit Aufstiegschancen - Rurales Angebot müsse für Frauen ansprechender werden

Wien - Die Hauptmotive, um in eine Stadt zu ziehen, sind private Lebensbedingungen wie Partnerschaften, Arbeit und Beruf sowie Ausbildung, ergab eine Umfrage des SORA Institute for Social Research and Analysis für den Österreichischen Städtebund. Landflucht gerade wegen Ausbildungszwecken sei vor allem bei Frauen gegeben, erklärte SORA-Geschäftsführer Günther Ogris bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien.

"Je größer die Stadt, desto größer die Möglichkeit"

Die Umfrage wurde im April und Mai dieses Jahres unter 1.050 StadtbewohnerInnen (ab einer Stadtgröße von 5.000 EinwohnerInnen) durchgeführt. Insgesamt 48 Prozent der Befragten sind mit dem Arbeitsplatzangebot in ihrer Heimatgemeinde zufrieden, wobei die Zufriedenheit mit der Stadtgröße zunimmt. Am wenigsten zufrieden sind hier Kleinstädterinnen mit 32 Prozent. Von den männlichen Kleinstadtbewohnern sehen 46 Prozent das Arbeitsplatzangebot positiv. In der Großstadt sind es 53 Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen sowie in Wien 58 Prozent der Männer und 61 Prozent der Frauen. "Man zieht in die Stadt, wenn man die Aufstiegschancen sieht", meinte Ogris. "Je größer die Stadt, desto größer die Möglichkeit, in großen Firmen arbeiten zu können und Karriere zu machen." Vor allem um Frauen zu halten, müsste es ein entsprechendes Angebot in ländlichen Gegenden geben.

Bildungszufriedenheit

Das Angebot an Pflichtschulen finden 87 Prozent der Kleinstadtbewohner und 94 Prozent der Kleinstadtbewohnerinnen in Ordnung und 87 bzw. 78 Prozent der GroßstadtbewohnerInnen sowie 80 bzw. 81 Prozent der WienerInnen. Beim Angebot an höheren Schulen steigt die Zufriedenheit mit der Stadtgröße: Unter den KleinstadtbewohnerInnen sind 55 Prozent der Männer und 59 Prozent der Frauen zufrieden, bei den GroßstadtbewohnerInnen sind es 78 bzw. 74 Prozent und in Wien 79 bzw. 77 Prozent.

Stadt punktet mit Aufstiegschancen

Auch bei den Weiterbildungsmöglichkeiten zeigt sich ein Unterschied zwischen Klein- und GroßstädterInnen: 39 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen in kleineren Städten sehen das Angebot positiv, in den Großstädten sind es 74 bzw. 66 Prozent und in Wien 74 bzw. 73 Prozent. Mit den sozialen Aufstiegschancen sind ebenfalls GroßstädterInnen zufriedener: 61 Prozent der männlichen und 52 Prozent der weiblichen Bevölkerung stehen hier 34 bzw. 36 Prozent der KleinstädterInnen gegenüber. In der Bundeshauptstadt sehen 66 Prozent der Männer und 65 Prozent der Frauen die sozialen Aufstiegschancen positiv.

Nach demografischen Prognosen soll der Anteil an Senioren am Land in Zukunft steigen: Herausforderungen seien demnach ein entsprechendes Angebot für ältere Menschen wie z. B. bei Wohneinheiten sowie für den Tourismus, so Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger. Neben der Finanzierung müsse man sich laut Weninger auch verstärkt dem Thema Mobilität zwischen Stadt und Land annehmen. (APA)

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    Landflucht wegen Ausbildungszwecken ist vor allem bei Frauen gegeben.

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