Erste "Mister Gay China"-Wahl

11. Dezember 2009, 11:15
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Homosexualität ist in China ein heikles Thema - Gewinner darf zum internationalen Schönheitswettbewerb in Norwegen

Peking - In China soll es erstmals einen offiziellen Schönheitswettbewerb für homosexuelle Männer geben. Der Gewinner der für den 15. Jänner geplanten Kür des schönsten Schwulen Chinas wird die Volksrepublik bei der internationalen Endausscheidung zum "Mister Gay World" im Februar in Norwegen vertreten, wie Organisator Ben Zhang am Donnerstag sagte. 

"Überall massiv diskriminiert"

Bei der Wahl zum "Mister Gay China" in einem Club in Peking müssen die Kandidaten in Sportkleidung - auch in Badehose - auftreten, außerdem gibt es ein Interview. Eine Jury wählt dann den Sieger aus. Zhang betonte, jeder Mann, der in China lebe, könne als Kandidat antreten. Es sei gleichgültig, ob die Bewerber Chinesen oder Ausländer seien: "Als Homosexuelle werden wir im allgemeinen überall massiv diskriminiert - deswegen werden wir unsererseits keinen Bewerber diskriminieren." 

Kein religiöses Tabu

Homosexualität ist in China nach wie vor ein heikles Thema, bis 2001 galt sie offiziell noch als Geisteskrankheit. Allerdings seien die Chinesen toleranter gegenüber Schwulen und Lesben als die BewohnerInnen anderer Länder, sagte Zhang: "Hier ist die Bevölkerung im allgemeinen toleranter als etwa die Amerikaner. Wir haben hier nicht dieses religiöse Tabu, das vorgibt, was richtig oder falsch ist." 

30 Millionen Homosexuelle

Dennoch sollen bei dem Schwulen-Schönheitswettbewerb in Peking nur ausgewählte Medien zugelassen werden. "Wenn wir zuviel öffentliche Aufmerksamkeit erregen, könnte uns das zu sehr exponieren, und dann geraten wir in unnötige Schwierigkeiten", sagte Zhang. Nach Angaben der amtlichen Zeitung "China Daily" waren im Jahr 2005 rund 30 Millionen der 1,3 Milliarden ChinesInnen homosexuell. Staatliche Behörden beziffern die Zahl der Schwulen und Lesben im Land jedoch nur mit etwa 15 Millionen. (APA/Ag.)

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    Organisator Ben Zhang: "Als Homosexuelle werden wir im allgemeinen überall massiv diskriminiert - deswegen werden wir unsererseits keinen Bewerber diskriminieren."

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