EZB sammelt Milliarden-Hilfen wieder ein

10. Dezember 2009, 13:23
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Bereitgestellte Liquidität wird bei Bedarf wieder eingesammelt um keine Inflationstendenzen aufkommen zu lassen

Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) will die den Banken wegen der Finanzkrise gewährten Milliardenhilfen konsequent wieder einsammeln, um keine Inflationstendenzen aufkommen zu lassen. "Die bereitgestellte Liquidität wird bei Bedarf abgeschöpft, um jeglicher Gefahr für die Preisstabilität auf mittlere bis längere Sicht effektiv entgegenzuwirken", bekräftigte die Zentralbank in ihrem am Donnerstag veröffentlichen Monatsbericht für Dezember.

Die EZB hatte ähnlich wie andere große Notenbanken der Welt seit Herbst vergangenen Jahres mehrfach gigantische Summen in die Geldmärkte gepumpt, um einen Zusammenbruch des Bankensystems zu verhindern. Der bisherige Höhepunkt war die Vergabe von 442 Mrd. Euro an mehr als 1.000 Banken im Juni dieses Jahres mit einem Jahr Laufzeit und dem Niedrig-Zinssatz von nur einem Prozent.

Inflationsgefahr

Die Hilfen stützen zwar die Märkte, können aber mittelfristig Inflation erzeugen. Die Notenbanker betonten nun, mit dem Auslaufen der Maßnahmen werde sichergestellt, dass die Inflationserwartungen nicht zu hoch werden. "Diese Verankerung ist zur Stützung eines nachhaltigen Wachstums sowie der Beschäftigung unerlässlich und trägt zur Finanzstabilität bei", heißt es in dem Monatsbericht.

Konkret will die EZB den Banken letztmals Ende März 2010 für ganze sechs Monate Geld in unbegrenzter Menge zur Verfügung stellen. Im Dezember dieses Jahres soll es zudem letztmals Geld mit einem Jahr Laufzeit geben, wobei der Zinssatz nicht mehr von vornherein auf ein Prozent begrenzt ist. Vor dem Ausbruch der Finanzkrise hatte die EZB den Banken immer nur für kürzere Zeiträume in begrenztem Umfang Geld geliehen, zudem wurde der Preis dafür von Angebot und Nachfrage bestimmt. Banken können sich bei der EZB frisches Geld besorgen, wenn sie im Gegenzug Sicherheiten wie etwa Staatsanleihen hinterlegen. Dadurch können sie zusätzliche Kredite zum Beispiel an Unternehmen geben.(APA)

 

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    Die EZB will den Banken letztmals Ende März 2010 für ganze sechs Monate Geld in unbegrenzter Menge zur Verfügung stellen.

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