Gute Therapiemöglichkeit

Persönlichkeitsstörung nicht unheilbar

10. Dezember 2009, 13:35

Psychotherapie in den meisten Therapiefällen langfristig erfolgreich - Am besten geschützt sind extrovertierte, kontaktfreudige Charaktere

Heidelberg - Krankhafte Persönlichkeitsstörungen sind entgegen der weit verbreiteten Auffassung nicht unheilbar, sondern können meist gut behandelt werden. Das berichtet Sabine C. Herpertz, Direktorin der Heidelberger Universitätsklinik für allgemeine Psychiatrie anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde.

Fehlende Flexibilität im Verhalten

Unter einer Persönlichkeitsstörung (PS) versteht man die extrem zugespitzte Ausprägung eines Persönlichkeitsstils wie etwa die zwanghafte, stark abhängige, ängstlich-vermeidende, paranoide, schizoide, die Aufmerksamkeit suchende, antisoziale oder stark narzisstische Veranlagung. Charakteristisch ist bei allen Formen fehlende Flexibilität im Verhalten. Zwischen sechs und neun Prozent der Europäer leben mit so einer Störung. "Unter Psychiatrie-Patienten beträgt der Anteil sogar 40 Prozent. Das zeigt, dass die PS ein Risikofaktor für psychische Krankheiten ist", so die Heidelberger Psychiaterin. Betroffen sind vor allem Menschen, die besonders stressanfällig, emotional labil und ängstlich sind.

Man nimmt heute an, dass ein belastendes Lebensereignis oder eine nicht gelöste Lebensaufgabe dazu führen können, dass ein durch Vererbung, Beziehungs- oder Esserfahrungen geprägter Persönlichkeitsstil kranke Formen annimmt, die auch Behandlung erfordern. "Glaubte man lange, PS würden erstmals in der Pubertät auftreten und dann stabil bleiben, können das aktuelle Studien nicht bestätigen. Bei 35 Prozent der Patienten liegt das Vollbild der Störung nach zwei Jahren, bei 85 Prozent nach acht Jahren nicht mehr vor", so Herpertz. Ohne Behandlung könne ein zur Krankheit gewordener Persönlichkeitsstil fatale Auswirkungen haben, die bis zum Suizid reichen.

Hoffnung bei Borderline besteht

Die am besten erforschte PS ist Borderline (BPS). Herpertz wehrt sich gegen die Auffassung, es handle sich dabei um eine nicht therapierbare Krankheit. "Der dialektisch-behaviouralen Therapie gelingt es zumindest bei jedem zweiten Patient, dass es ihm richtig gut geht und dass die Störung verschwindet." Bei diesem Ansatz werden bestimmte Fertigkeiten trainiert. Betroffene lernen etwa, Emotionen und Stress zu regulieren, den Selbstwert zu steigern, auf sich selbst zu achten und sich abzulenken oder zu entspannen. Andere Ansätze konzentrieren sich auf die Tiefenpsychologie, auf basale Kognitionen oder auf Mentalisierung, bei der man die richtige Interpretation des eigenen oder fremden Verhaltens einübt.

Extrovertierte und Kontaktfreudige am besten geschützt

Wer zu einer PS neige, sei laut Herpertz nicht von seiner genetischen Disposition abhängig, sondern könne lernen, die Auswirkungen auf Psyche und Verhalten zu steuern. Am besten vor PS geschützt seien extrovertierte, kontaktfreudige Charaktere, die nicht zu hohe Ansprüche an sich selbst stellen. "Günstig ist auch Ausdauer in Lebensaufgaben und Frust sowie soziale Zuverlässigkeit." Allerdings können auch zuviel Skrupel sowie schädlicher Perfektionismus, übertriebene Ausdauer, Unfähigkeit zum Genuss und extreme Extrovertiertheit zu Problemen führen. "Es gilt stets den Weg der Mitte zu finden", so die Heidelberger Psychiaterin. (pte)

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23 Postings
Hibiskus
01
13.12.2009, 22:12

Als Borderlinerin kann ich nur sagen dass es möglich ist sich zu disziplinieren. Aber der goldene Mittelweg, der hat sich mir leider noch nicht erschlossen. Meistens hasse ich mich dafür "brav" zu sein und von A..löchern (meistens Männern) dann schnell als Opferlamm gesehen zu werden. Da kommen schon mal Gedanken wie "Wenn du wüsstest wozu ich fähig bin..." hoch. Aber ich weiß, dass mich Wut-, Gewalt- und Selbstbestrafungsausbrüche nicht weiterbringen. Manchmal frage ich mich ob es nicht einfach menschlich ist diese Anspannung in sich zu tragen und wir Borderliner nur unmittelbarer reagieren und weniger sublimieren.

caro fiffi
00
27.1.2010, 07:55

es gibt keinen mw. ich brauche die anspannung, selbstbestrafung, schmerzen etc. und fühle mich fast ständig schuldig. wohl fühle ich mich selten und wenn nur kurzfristig. helfen konnte mir niemand (zahlreiche stat. aufenthalte, therapien, medis, etc. (diagnose 1999, anzeichen schon jahre davor).
*behandelt borderliner nicht wie rohe eier, sonst benehmen sie sich so!*
alles liebe

Hibiskus
01
28.1.2010, 20:12

liebe(r) caro fiffi,

wenn du möchtest kannst du mir eine email schreiben.
:)

mediview
 
00
11.12.2009, 12:11
Es hilft...

Habe selbst 2 Bekannte, die durch Therapie und auch durch begleitende Medikamente, ihre PS in den Griff bekommen haben. Man muß was tun und einen guten Therapeuten finden, auch das ist wichtig!http://mediview.wordpress.com/

caro fiffi
00
persönlichkeitsstörung nicht unheilbar

liebe(r)hibiskus,
hast du mein mail erhalten?
lg caro fiffi

AlBundyFan
 
03
11.12.2009, 11:35
jajaja

und schon wieder leidet fast jeder 10. an so einer störung - klar.

wann kommen endlich mal bei krankheiten ordentlich erhobene und richtige zahlen in medienberichten vor?

eigentlich müßte jeder menschn 8-10 psychische und pshysische krankheiten haben damit die ganzen zahlen aus medienberichten überhaupt stimmen könnten.

T-Minus1
02
15.12.2009, 08:31

alles was von der zementierten Norm abweicht ist also eine Persönlichkeitsstörung. D.h. individuelle Entwicklung wird nicht mehr zugelassen. Der Mensch könnte ja eigenständig denken, was dann wiederum als eine Denkstörung, warscheinlich resultierend aus einen frühkindlichen Erlebnis, formuliert würde.
Qintessenz: Man therapiere die Therapeuten nachhaltig, - auf das eine individuelle naturgegebene Charakterbildung wieder möglich werde. - PKT.

eze eze
 
00
27.12.2009, 01:45

Leider ist dieses Horrorszenario durchaus mitunter schon Realität geworden - auch Zivilcourage ist behandlungsbedürftig:
http://www.stadtrevue.de/index_arc... ausg=08/02

Stephen Ferrando
02
12.12.2009, 19:55

es muss praktisch jeder psychisch krank sein wenn man diesen zahlen glauben schenkt. jeder 5. ist depressiv, jeder 100. schizophren, usw.
es ist natürlich selbstzweck der phramaindustrie sowie der Gesundheitsdienstleister.

die frohste und geselligste Natur kann zum Psychotherapeuten gehen und dieser wird behandlungsbedürftige Störungen finden.

T-Minus1
01
15.12.2009, 09:51
........ die froheste u. geselligste Natur .........

ja, und nochmals ja, punktgenau so ist es.

... oder wenn Du zum Psychologen/Psychiater gehst, VERGISS alles Menschliche. Jedes Wort, Jede Geste, jede Redewendung/Formulierung/Anschauung unterlieht der psych. DEUTUNG und ist somit IMMER irgend ein Symtom f. psych. Erkrankung. JEDER der somit nicht der gesellschaftl. Norm entspricht (oder in diese passt) kann defacto jederzeit und willkürlich beliebig als psychisch krank abgestempelt werden.

..... oder frei nach K.Krauss (wie bereits gepostet)
Die PsychoAnalyse ist die Krankheit, für deren Heilung sie sich hält.





T-Minus1
02
15.12.2009, 10:48
Nachsatz

in Zeiten wo nahezu jeder Furz zugeortnet und ettiketiert wird scheint es, das jegliche intelligente Äusserung ohne den zugehörigen akad.Titel, Fachrichtung oder sonstigem hirarchischen Status, bereits eine psychische Erkrankung darstellt.
Dieser formulierte Pipifax-Schwachsinn Seiten Psychologie/Psychiatrie ist daher eher lukrative Geschäftsanbahnung denn tatsächlich (notwendiger) Handlungsbedarf.

DrogenSindDoof
22
10.12.2009, 21:22
Tod durch Psychopharmaka

Über Psychotherapie kann man unterschiedlicher Ansicht sein. Problematisch wird es, wenn die Behandlung nur mehr aus Drogen – sorry – Psychopharmaka besteht. Frau Dr. Sabine C. Herpertz übertreibt dabei auch noch bei der Verabreichung maßlos. So brachte Sie Mario Hagemeister in nur wenigen Monaten von einem lebenslustigen Studenten mit mehreren Drogen gleichzeitig zum Selbstmord. Aus wirtschaftlicher Sicht auch wenig weitsichtig, statt der 32.000 Euro Honorar hätte sie wesentlich mehr an ihm verdienen können, wenn er länger (natürlich als Dauerpatient) gelebt hätte. Es ist wirklich fragwürdig, so einer Person auch noch ein Forum zu verschaffen.

T-Minus1
01
15.12.2009, 08:48
WENN, .. dem so ist .....

.... wie es dargestellt wird, dann bitte OHNE Namen.

PsychoTherapie = pharmakologische Ruhigstellung, - ist allerdings ein beklemmender Gedanke der an längst vergangen geglaubte Zeiten erinnert. Das würde letztendlich auch bedeuten dass unter den richtigen (willkürlich formulierden) Rahmen bedingungen jede Person auf eine psychiatrische Schiene zu bringen ist.

eze eze
 
00
27.12.2009, 02:23

Sorry, ich habe bemerkt dass ich zu schnell auf Absenden gedrückt habe und weiß nicht, ob jenes Posting überhaupt freigeschaltet wird. Ich habe zu spät gesehen, dass das Dokument, in dem sehr schwerwiegende Vorwürfe erhoben werden, von einer Scientology sehr nahestehenden Organisation stammt und versucht, etwas von neutralerer Seite zu dem Fall im Netz zu finden, was mir aber nicht gelungen ist mit Ausnahme dieses Links: http://www.kompetenznetz-schizophrenie.info/forum/ind... 75&page=1, wo sich auch jemand, der Marios Vater sein dürfte, zu Wort meldet. Das einzige, was noch zu eruieren war, war, dass das Verfahren eingestellt wurde und mittlerweile der Vater den Eur. Gerichtshof für Menschenrechte anrief.

Günter Hagemeister
00
Tod durch Psychopharmaka

die Zusammenhänge sind umfassend und mit den Dokumenten aus der Krankenakte hinterlegt auf http://psychiatrie.kilu.de/ dargestellt. Auch für weitere Nachfragen stehe ich jederzeit zur Verfügung. Tel. und Anschrift stehen auf dieser Seite.

Günter Hagemeister

eze eze
 
00
27.12.2009, 01:55

Und genau deswegen bin ich hier im Zwiespalt. Ohne Namen würde doch sofort die Behauptung auftauchen, alles sei erfunden. Zudem gibt es haufenweise Links dazu, in den Berichten werden die Namen betroffener PatientInnen durchaus abgekürzt (wohl, wenn dies die Angehörigen wünschen) - dass Zustände wie diese aufgeklärt werden, dürfte wohl auch im Interesse von Mario H. und dessen Angehörigen liegen: http://www.kvpm.de/fileadmin... -DGPPN.pdf

zellu lloyd
00
11.12.2009, 14:53
ob sich der Patient M.H. darüber freut, dass sein Name hier veröffentlicht wird?

Ein nitupsaR
 
00
11.12.2009, 09:18

Daß Frau Herpertz jemanden "zum Selbstmord gebracht" haben soll, ist eine sehr schwere Anschuldigung, die Du entweder bei der Staatsanwaltschaft deponieren oder unterlassen solltest.

Stephen Ferrando
21
11.12.2009, 03:37

oft entstehen PS nur durch pschoypharma, nach beendigung einer länger einnahme.

T-Minus1
01
15.12.2009, 12:01
logisch

eine Stimulanz (nix anders sind PsychoPharma) die nach regelmässiger Einnahme abgesetzt wird führt zur neurologischen Irritation bis hin zu psychischen Ausfallerscheinungen. Ich denke die akad. Klientel weiss das nur zu gut, ist doch der Betroffene erst einmal in dieser Spirale, jeder weiteren Therapie hilf u. machtlos ausgeliefert. Eine Point of no Return
Situation, geschaffen vom Therapeuten und sozialen Umfeld.

Fresno
10
11.12.2009, 11:27

Es wäre sehr hilfreich, wenn Sie das präzisieren und belegen könnten (z.B. durch welche Psychopharmaka, unter welchen Bedingungen).

Ihre Aussage ohne weiter Informationen verunsichert u.U. Menschen, für die die Einnahme von Psychopharmaka von Nutzen ist bzw. wäre.

Ich habe noch nie davon gehört, dass eine PS nach Absetzen eines ärztlich verordneten Medikamentes entsteht. Vorstellbar erscheint mir, dass Symptome einer bereits bestehenden PS nach Absetzen eines Medikamentes auftreten.

Stephen Ferrando
01
12.12.2009, 19:51

Sehen sich sich mal in den AD Foren um, da gibt es zig Leute die aus eigener Erfahrung sprechen können.

Es ist töricht zu glauben man nimmt monatelange Substanzen ein die, die Gehirnfunktion manipulieren und das danach alles wieder wie gehabt läuft.
Manche Menschen müssen Jahre lang mit den negativen Konsequenten von AD-Konsum leben. Darunter auch PS.

DrogenSindDoof
02
11.12.2009, 23:10
Daten

Gerne:
Neuroleptikum Leponex, Abilify, Solian und Seroquel,
Benzediazepin Tavor,
Antidepressivum Lithium und Ergenyl Chrono.
Ich glaube das reicht.
Mario wurde zweimal völlig desorientiert, ohne Verständigung von Angehörigen oder Freunden, unter Drogen, freigelassen und nutzte den zweiten "Freigang" zum Selbstmord.
Seinem Vater wurde für die Behandlung eine Rechnung über 32.000 Euro gestellt.
M.H. stört es nicht mehr wenn über ihn geschrieben wird.
Die Staatsanwaltschaft ermittelte bereits, oder tut es immer noch.

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