Schweizer Leitzins unverändert

10. Dezember 2009, 12:57
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Die Notenbank nimmt unkonventionelle Maßnahmen teilweise zurück

Zürich - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) nimmt angesichts der konjunkturellen Aufhellung die im März eingeführten unkonventionellen Maßnahmen teilweise zurück. Anleihen privater Schuldner wollen die Schweizer Währungshüter in Zukunft nicht mehr kaufen. Und eine Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro will die SNB in Grenzen zulassen. Sie wird nicht mehr einer generellen, sondern nur noch einer übermäßigen Aufwertung des Franken zum Euro entgegenwirken, wie es in der geldpolitischen Lagebeurteilung vom Donnerstag heißt. An ihrer Niedrigzinspolitik hält die SNB dagegen vorerst fest. Die Notenbank lässt ihren Leitzins unverändert und strebt bei ihrem Referenzzins Dreimonats-Libor weiterhin 0,25 Prozent an.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte Anfang des Monats beschlossen, die wegen der schweren Krise am Interbankenmarkt eingeführten lang laufenden Refinanzierungsgeschäfte nicht mehr fortzuführen. Das, so präzisierte EZB-Chef Jean-Claude Trichet später, bedeute keine Zinsbotschaft. Die EU-Währungshüter sind noch nicht zu einer restriktiven Politik übergegangen. Der EZB-Leitzins bleibt wohl noch bis weit ins nächste Jahr auf seinem gegenwärtigen Stand von 1,0 Prozent.

Weg der Erholung

Die Schweizer Wirtschaft befinde sich auf dem Weg der Erholung, sagte SNB-Präsident Jean-Pierre Roth. Für das nächste Jahr rechnet die SNB mit einem realen Wirtschaftswachstum von 0,5 bis 1,0 Prozent.

Die Inflationsgefahr schätzt die SNB zwar immer noch moderat ein, sie hat sich nach Ansicht der Währungshüter aber verstärkt. Das Wachstum der Geldmengen habe sich beschleunigt. Die Notenbank erwartet, dass die Preise 2010 um 0,5 Prozent und 2011 um 0,9 Prozent steigen werden. "Unsere neue Inflationsprognose, die auf einer unveränderten Geldpolitik beruht, zeigt, dass die Teuerung Anfang 2011 zu steigen beginnt und im ersten Halbjahr 2012 die Zwei-Prozent-Marke erreicht", erklärte Roth.

Die Inflationsprognose sei weiterhin mit großen Unsicherheiten behaftet und die weltweite Konjunktur bleibe anfällig. Der Finanzsektor erhole sich allmählich, aber eine erneute Verschlechterung könne nicht ganz ausgeschlossen werden. Damit bestehe weiterhin ein Deflationsrisiko. "Allerdings geht aus der Inflationsprognose hervor, dass die expansive Geldpolitik nicht endlos weitergeführt werden kann, ohne die mittel- und langfristige Preisstabilität zu gefährden", heißt es in der Mitteilung. (APA)

 

 

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