Kärnten will's in Salzburg nicht billig geben

11. Dezember 2009, 15:06
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Schlusslicht als krasser Außenseiter ins Freitag-Spiel gegen den Meister. Das Ziel: sich teuer verkaufen

Salzburg/Klagenfurt - Noch im alten Jahr beginnt die zweite Saisonhälfte der Fußball-Bundesliga. Meister Salzburg und Schlusslicht SK Austria Kärnten eröffnen am Freitagabend (19.30 Uhr/live Sky Austria) den dritten Durchgang mit der 19. Runde, nach der die Zehnerliga bis 13. Februar in die Winterpause geht. Wollen die zweitplatzierten Bullen Herbstmeister Rapid die "Winterkrone" noch streitig machen, müssen sie unbedingt gewinnen und gleichzeitig wohl darauf hoffen, dass SV Ried am Samstag in Hütteldorf siegt.

Derzeit spricht aber alles für die Grünweißen. Sie weisen vor der letzten Runde des Jahres zwei Punkte Vorsprung und auch die bessere Tordifferenz (plus 25 zu plus 19) auf. "Wir müssen immer so auftreten wie zuletzt in den internationalen Spielen", forderte Huub Stevens für die Generalprobe auf das letzte Gruppen-Spiel zur Europa League in Villarreal vollste Konzentration. Nach der Nullnummer und der Leistung am Sonntag in Graz gegen Sturm hatte er deutliche Worte an seine Spieler gerichtet.

Einstellung entscheidet

Dass der Herbstmeister nicht wie vor einem Jahr aus Salzburg kommt, kann Stevens hingegen leicht verkraften. "Das ist kein Titel, weil danach viel mehr kommt," meinte er. Seine Mannschaft habe einen Schritt in eine gute Richtung gemacht. "Aber wir sind noch lange nicht dort, wo ich hin will. Alle Spieler können sich noch weiterentwickeln. Wenn einer nicht dieses Gefühl hat, ist er bei uns fehl am Platz," blieb Stevens unmissverständlich.

Er fordert in jedem Training vollen Einsatz, weil jeder Spieler in jeder Einheit lernen könne und dies auch nützen solle. "Ich bleibe dabei: Spiele werden immer zwischen den Ohren entschieden. Ich erwarte von den Spielern Spaß, Freude und die richtige Einstellung - jeden Tag. Die Spieler müssen froh sein, diesen Beruf zu haben," so Stevens. Er habe immerhin den zweitschönsten Job, weil er immer noch ganz nah am Fußball sei.

An der Einstellung seiner Spieler, die seit sieben Runden ungeschlagen sind, hat Stevens diesbezüglich nichts auszusetzen. "Sie hat mich überrascht, vor allem wie die Spieler miteinander in diesem Herbst umgegangen sind", lobte er seine Schützlinge. Besonders strich der Niederländer die Leute aus der zweiten Reihe heraus:  "Wie positiv diese Burschen den Stammspielern Druck geben, ist wirklich sensationell."

Mit welcher Elf die Bullen auch immer antreten, alles andere als ein Dreier wäre eine Sensation. "Wir sind krasser Außenseiter, umso mehr als unsere Routiniers verletzt, angeschlagen oder gesperrt sind," meinte Kärntens Co-Trainer Roman Stary, dessen Chef Joze Prelogar in seinem dritten Pflichtspiel auf Hiden, Blanchard, Troyansy, Pusztai und Zivny verzichten muss. Dafür wird erstmals der 19-jährige Michael Sollbauer von Beginn an verteidigen und soll Torjäger Marc Janko in Schach halten.

Den Favoriten ärgern

"Fußball ist verrückt, Zählbares wäre super. Es wäre aufgrund unserer Lage vermessen zu sagen, wir fahren nach Salzburg, um zu punkten", sagte Stary. Er verspricht jedoch, dass sich das Schlusslicht  so teuer wie möglich verkaufen wolle.

Zuletzt haben die Klagenfurter, die aus den jüngsten 28 Partien nur einen Sieg verbuchten, in Wals-Siezenheim ein 1:7-Debakel erlebt. Damals gelang Janko ein Viererpack, Blanchard das Ehrentor. Die letzte Heimniederlage der Bullen datiert vom 31. Mai mit dem 1:5 gegen Altach. (APA/red)

Mögliche Aufstellungen:

Red Bull Salzburg - SK Austria Kärnten (Freitag, 19.30 Uhr/live Sky Austria, Red Bull Arena, Schiedsrichter Gerhard Grobelnik/Wien). Saison-Resultate 2008/09: 0:1 (auswärts), 4:1 (heim), 0:2 (a), 6:0 (h); 2009/10: 2:1 (a), 7:1 (h)

Salzburg: Gustafsson - Schwegler, Sekagya, Afolabi, Ulmer - Schiemer/Opdam - Tchoyi, Leitgeb, Pokrivac, Svento - Janko. Ersatz: Arzberger - Cziommer, Jezek, Augustinussen, Aufhauser, Zickler, Nelisse
Fraglich: Aufhauser (krank)
Es fehlen: Ngwat-Mohap, Vladavic (beide verletzt), Dudic, Ilic, Pitak, Traoui (alle nicht im Kader)

Kärnten: H. Weber - Riedl, Sollbauer, Gramann, Prawda - Mair, Hinum, Dollinger, Hierländer, Kaufmann - Sand. Ersatz: Blatnik - Pink, Jagne, Bürgler, Schembri, M. Kröpfl, Pucker
Es fehlen: Zivny (gesperrt), Schranz, Hiden, Blanchard, Troyansky, Salvatore, Schembri, Pusztai (alle verletzt)

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    Kärnten-Keeper Heinz Weber kann sich auf einen arbeitsreichen Abend in Siezenheim einstellen.

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