Orange darf nicht mehr mit irreführender Werbung locken

10. Dezember 2009, 11:49
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Oberlandesgericht Wien: Blickfangwerbung darf keinen falschen Eindruck erwecken

Der Mobilfunker Orange warb im Vorjahr mit "Für alle, die keine Grenzen kennen. Hallo Europa 0 - 0 Cent österreichweit und in die gesamte EU, 25 Euro Grundgebühr". Weitere Details blieb der Anbieter in der Werbung schuldig. Er verwies lediglich auf seine Homepage, wo mehr Informationen zu finden wären. Die AK klagte den Handyanbieter und bekam nun vom Oberlandesgericht Wien recht: Blickfangwerbung darf keinen falschen Eindruck erwecken. Der Werbeslogan suggerierte, dass sich der Tarif nur aus einer Grundgebühr bei gleichzeitiger Befreiung von den Gesprächsentgelten zusammensetzt. Tatsächlich fand der aufmerksame Leser der Website im Kleingedruckten, dass ab einer bestimmten Gesprächsdauer - je nach Anrufziel 1.000 oder 4.000 Minuten im Monat - Telefonate sehr wohl zeitabhängig verrechnet werden. 

Ein unrichtiger Eindruck

Durch die Koppelung von beträchtlichem Grundentgelt mit blickfangartigen Hinweisen wie "0 Cent" oder "für alle, die keinen Grenzen kennen", entsteht beim Durchschnittsverbraucher der unrichtige Eindruck, er braucht nur 25 Euro zu bezahlen und kann dann ohne weitere Kosten telefonieren, so das Urteil des Gerichts. Tatsächlich gilt das aber beispielsweise bei Telefonaten in Österreich und in die EU nur für monatlich 1.000 Freiminuten (die nach durchschnittlich einer halben Gesprächsstunde täglich bereits aufgebraucht sind). Die Reklame ist geeignet, den Konsumenten zu Kaufentscheidungen zu veranlassen, die er sonst nicht getroffen hätte. Für Werbende gibt es zwar keine allgemeine Pflicht, dass Werbeaussagen vollständig sein müssen, der Gesamteindruck muss aber stimmen. (red)

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AK

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